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Reviews

Huntsville + Yuka Honda, Nels Cline, Darin Gray, Glenn Kotche

Bow Shoulder


Info

Musikrichtung: Jazz / Rock / Free Improvisation

VÖ: 25.09.2020

(Hubro)

Gesamtspielzeit: 58:41

Internet:

https://www.discogs.com/Huntsville-Yuka-Honda-Nels-Cline-Darin-Gray-Glenn-Kotche-Bow-Shoulder/release/16077107

Huntsville sind eine der bekanntesten Bands der Improvisationsmusik um Ingar Zach. Ihr neues Album Bow Soulder ist eigentlich gar kein Album, denn es entstand bereits vor mehr als zehn Jahren in den Wilco Studios zusmmen mit Mitgliedern der Band, namentlich Darin Gray und Glenn Kotche. Dazu gesellten sich dann noch Gitarrist Nels Cline und Keyboarder Yuka Honda.

Eingespielt wurden vier Stücke zwischen sieben und knapp zwei Minuten, wobei mit “Side Wind“ gleich das längste den Auftakt macht. Jenes baut sich langsam auf, eine zarte, perlende Akustikgitarre, langsam aufkommende elektronische Sounds. Und so mischen sich nach und nach die unterschiedlichsten Instrumente dazu. Das Stück bleibt eigentlich immer träumerisch versponnen, mal jazziger, dann mal etwas rockiger, Atmosphären bauen sich auf und zarte Melodien tauchen auf. So ab Minute 14 wird es dann psychedelisch-experimentell: pochende Perkussionen, die Gitarre perlt nicht mehr, sondern gibt leicht dissonante Klänge von sich und eine unruhige Geräuschkulisse baut sich aus. Mitunter erinnern Passsagen hiervon an eine akustische Version von Pink Floyds "Astronomy Domine" oder "Saucerful of Secrets". So endet das Stück völlig anders, als es begann und war zu keiner Zeit langatmig.

Im zweiten Stück geht es mit dem Bass-/Gitarrenmix und vor allem der wunderbaren schwurbelnden Keyboardsounds schön psychedelisch zu. Dabei bleibt der fragile Mix im Großen und Ganzen erhalten.

Das dritte Stück beginnt sehr zerfasert, fast kontemporär, bis sich dann langsam ein erneut psychedelischer und rockig angehauchter Song aus einem zurückgefahrenem Drone entwickelt. Auch dieses Stück entwickelt sich zu einem psychedelischen Monster aus Geräusch, Drones und instrumentalen Einlagen. Abgeschlossen wird mit einer perkussive angelegte Nummer. Sanft und doch irgendwie manisch treibt die Perkussion das Album dem Ende entgegen, darüber ertönen verträumt und aufgeräumt, aber dennoch psychedelisch die Instrumente.

Die Grenzen zwischen Avantgarde, Rock, Jazz und auch Ambient verschwimmen hier zu einem überwiegend ruhigen, postrockigen Werk unter dessen Haut es kräftig arbeitet.



Wolfgang Kabsch

Trackliste

1Side Wind20:59
2Higher14:03
3Lower16:37
4The Unshot7:02

Besetzung

Double Bass: Darin Gray
Drone: Ingar Zach
Drums, Percussion: Ingar Zach
Drums, Percussion, Electronics: Glenn Kotche
Electric Bass: Tonny Kluften
Electric Guitar, Acoustic Guitar, Pedal Steel Guitar, Banjo, Electronics: Ivar Grydeland
Electric Guitar, Effects: Nels Cline
Keyboards: Yuka Honda
Mixed By: Grydeland, Johnny Skalleberg
Music By: Huntsville
Tabla: Ingar Zach, Ivar Grydeland

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger