····· Die Dream-Popperin Helena Deland promotet ihr Debütalbum mit animiertem Video ····· Francesco Marras ist neuer Gitarrist der Tygers of Pan Tang ····· Ex-Orgelbauer Wolfgang Marvel folgt neuem Geheul ····· Mit Kalandra geht eine neue norwegische Band an den Start  ····· MTV unplugged-Aufnahmen aus der Frühphase von Pearl Jam erstmals auf CD ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Reviews

Kraan

Sandglass


Info

Musikrichtung: Krautrock / Fusion

VÖ: 02.10.2020

(Bassball / 36 / Broken Silence)

Gesamtspielzeit: 50:13

Kraan gehörten gleichzeitig immer zum inneren Kern der Krautrockbands, waren mit ihrem Fusion-mäßig ausgerichtetem Jazz-Rock aber immer auch ein Stück weit anders, als viele der (in unterschiedlichen Galaxien) abgespaceten Krauter, ob sie nun Guru Guru, Can, Embryo oder Kraftwerk hießen.

Das Trio, das sich heute Kraan nennt, ist das Rückgrat, das die Band von Anfang an ausgemacht hat – bis auf eine ganz kurze Pause Ende der 70er, in der Jan Fride von Uwe Dahmen ersetzt worden war. Es gab aber immer noch einen vierten Mann, der mit Saxofon oder Keyboards Akzente setzte. Den gibt es auf Sandglass nicht mehr; dafür auf etwa der Hälfte der Stücke ergänzende Gastmusiker.

Wer Kraan kennt und vorab wissen möchte, worauf er sich bei Sandglass einlässt, vergisst die frühen Jahre mit heftigeren Nummern wie „Andy Nogger“, „Bandits in the Woods“ oder gar „Nam Nam“ erst einmal, spult ein paar Jahr vor und erinnert sich an „Peterchens Mondreise“.

Es sind eher diese sanfteren Töne, die den Grundansatz des neuen Albums ausmachen. Besonders deutlich ist diese Anknüpfung an klassische Kraan bei dem Fast-Instrumental „Funky Blue“, oder „Path“ mit seinem sehr weichen Gitarrensound, der für Gänsehautmomente sorgt.

Aber natürlich gibt es auch immer wieder den Bass von Hellmut Hattler, der unter der sanften Oberfläche von „Solitude“ für einen groovenden Untergrund sorgt. Klasse! „Pick Peat“ hat einen so fetten Bass-Einstieg, dass man ein paar Sekunden lang denkt, dass Kraan etwas in der Art von „Faust 2000“ wiederholen würden. Aber der Grundtenor bleibt entspannt.

Auch das mit viel Percussion und Bass arbeitende „Schöner wird’s nicht“ bleibt ruhig. Danach kommen weitere Stücke, die das Motto „Entspannt“ regelrecht durchdeklinieren.
Das deutsch gesungene „Das Meer“ erscheint wie verweht. Die Weite des Meeres ist geradezu zu hören. Die Gitarre imitiert Möwengeschrei. Das schwebende „Hallo Kante“ kommt mit ganz ruhigerer Gitarre und flirrenden Synthies über einem betonenden Bass. Nach der sehr ruhigen Gitarrennummer „Moonshine on Sunflowers“ kommt das verträumte „Budenzauber“, das mit der fast singenden Gitarre einfach nur schön ist.

Tolles Album, bei dem man das Wort „entspannt“ nicht häufig genug erwähnen kann!



Norbert von Fransecky

Trackliste

1Sandglass 4:19
2Funky Blue 2:47
3Solitude 4:01
4Gleis 10 4:58
5Pick Peat 5:44
6Path 4:35
7Schöner wird's nicht 2:20
8Das Meer 2:39
9Hallo Kante 4:57
10Moonshine on Sunflowers 3:10
11Budenzauber 4:03
12Rescue 3:12
13Hippie Jam 3:12

Besetzung

Hellmut Hattler (B, Voc)
Jan Fride (Dr, Per)
Peter Wolbrandt (Git, Synth, Voc)

Gäste:
Martin Kasper (Keys <1,3,6,13>, Ad. Voc <3,6>)
Shirley Fischer (Flöte <1>)
Joo Kraus (Horn <5>, Wurlitzer Piano <5>)
Juergen Schlachter (Tamburin <3>)
Ingo Bischof (Keys <10>)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger