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Reviews

Schubert, F. (Standley / Ensemble Contraste)

Schubert in love


Info

Musikrichtung: Romantik / Crossover

VÖ: 4.9.2020

(Alpha Music / Outhere / Note 1 / CD / 2019 / Best. Nr. ALPHA 418)

Gesamtspielzeit: 53:21

Internet:

Ensemble Contraste

Rosemary Standley (Facebook)

SONGWRITER SCHUBERT

Schuberts Musik hat, zumal im Bereich seiner Liederzyklen, schon viele Bearbeitungen erfahren. Doch diese hier erschöpft sich nicht im Arrangement, sondern zielt darauf, zugleich das Volkstümliche und das Moderne in vielen bekannten Schubert-Stücken zu nutzen, um sie in eine neue Klangwelt und –rahmung zu überführen.

Ist das, was da entsteht, nun Folk? Oder Singer/Songwriter? Ist das U- oder E-Musik? Für den Ohrensessel oder für die Kneipe? Schwer zu sagen. Was sich aber sagen lässt, ist, dass die instrumentalen Arrangements und Improvisationen des Ensemble Contraste der Musik keine Gewalt antun, sondern sie in neuem Licht zeigen – ungewohnt, überraschend, irritierend, aber durchweg schlau und hintersinnig. Mal smooth, mal eigenwillig (zumal in den Improvisationen). Das trägt locker über die rund 50 Minuten des Albums, bleibt interessant und verblüffend, was auch an der vielfältigen Auswahl der (akustischen) Instrumente liegt.

Nicht gleichermaßen überzeugend ist hingegen der Gesangspart, den Rosemary Standley beisteuert, bekannt aus der Zusammenarbeit mit der Band Moriarty, aber eben auch aus vielen Projekten, die die Genregrenzen sprengen. Standley ist um einen folkig-naiven, angerauten, falbfarbenen Ton bemüht. Um sich vom Kunstlied abzusetzen, vermeidet sie nicht nur jeden Zierrat, sondern liegt absichtsvoll auch oftmals einen Halbton neben den Noten. Sehr bald wirkt das gewollt und viel manierierter als ein klassischer Liedgesang, was übrigens besonders augen- und ohrenfällig in jenen Stücken wird, in denen die Sopranistin Sandrine Piau zeigt, dass es auch anders ginge. Hinzu kommt, dass Standley sich (ebenfalls absichtsvoll?) nicht wenig anstrengt, ihren amerikanischen Akzent zu verbergen: Wenn dann also von "Ääh" und "Büsen" statt von "Eh(e)" und "Busen" gesungen wird, ist das eben nicht mehr nur relaxt, sondern mindestens unsorgfältig bis unschön.

Auf diese Weise bleibt das Ganze ein Experiment, das nicht zum wiederholten Hören einlädt. Im Hinblick auf die Originalität und Kreativität des Ensemble Contraste ist das bedauerlich.



Sven Kerkhoff

Trackliste

1 Schwanengesang, D. 957: IV. Ständchen 'Leise flehen meine Lieder'
2 Winterreise, D. 911 Op. 89: I. Gute Nacht
3 Winterreise, D. 911 Op. 89: IX. Irrlicht
4 Improvisation on Arpeggione Sonata, D. 821
5 Heidenröslein, D. 257 Op. 3 No. 3
6 Die Schöne Müllerin, D. 795 Op. 25: Xviii. Trockne Blumen
7 Impromptu in G-Flat Major, D. 899 Op. 90 No. 3
8 Auf dem Wasser zu singen, D. 774 Op. 72
9 Nacht und Träume, D. 827 Op. 43
10 Ave Maria, D. 839 Op. 52 No. 6
11 Improvisation on Symphony no. 8 in B Minor, D. 759 "Unfinished"
12 Der Tod und das Mädchen, D. 531 Op. 7
13 Winterreise, D. 911 Op. 89: VI. Wasserflut
14 Moment Musical in F Minor, D. 780 Op. 94 No. 3
15 Du bist die Ruh, D. 776 Op. 59

Besetzung

Rosemary Standley: Gesang

Ensemble Contraste

Sandrine Piau: Sopran
Airelle Besson: Trompete

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger