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Reviews

Elizabeth Cook

Aftermath


Info

Musikrichtung: Americana/Indie Pop

VÖ: 11.09.2020

(Thirty Tigers)

Gesamtspielzeit: 51:04

Internet:

https://www.elizabeth-cook.com/
http://oktoberpromotion.com/de
https://www.thirtytigers.com/

Elizabeth Cook, Jahrgang 1972, stammt aus Florida. Derzeit in Nashville ansässig, wird sie angeblich der Country-Szene zugerechnet, so sang sie bereits auch im dortigen "Tempel", der Grand Ole Opry.

Nach dem Debüt-Album aus dem Jahr 2000 ("The Blue Album") erschienen fünf weitere und in Kürze die neue Produktion Aftermath mit zwölf neuen Eigenkompositionen. Beim Auftakt "Bones" klappern nicht die Knochen, und von Country vernehme ich auch gar nichts. Es rockt heftig und der Drummer ballert ein wenig wie Mr.Bonham, dazu ein zartes Stimmchen, ein wenig im fetten Sound untergehend. Der Chor klingt ein wenig orientalisch in der Melodie, und diesen Song könnte man besser in die Schublade Independent Pop Rock stecken. Dabei stecken in ihm durchaus auch Charts-Qualitäten, bei genügend Airplay denkbar.

"Perfect Girls of Pop", als Single vorausgeschickt, besitzt allerdings weitaus mehr Charts-Tauglichkeit, ein Stückchen Power Pop, ein Hauch Bangles dabei, aber ich halte die Stimme von Elizabeth Cook für relativ wenig ausgeprägt, zu stark im Hintergrund und nicht satt und voll in der Prägnanz, ein wenig mädchenhaft und mit einer unschuldigen Frechheit ausgestattet. Nun, über den gewissen Twang verfügt sie, so dass eine Richtung zum Country sicher naheliegend ist.

Doch Country will sich nicht einstellen, "Bad Decisions" "glänzt" gar mit programmiertem Rhythmus neben dem echten Schlagzeug, eine im Sinne des Songs, schlechte Entscheidung. Und so bewegt sich die Musik schließlich in einem interessant ausgeführten Umfeld von Indie Pop, gelegentlich auch mit einem Hauch von Fleetwood Mac der Siebziger, zu Zeiten von "Rumours" etwa.

Mir gefallen solche Songs besser, die ein wenig mehr auf den Punkt produziert wurden, weniger aufwändig und mit mehr Emotion ausgefüllt, allerdings musste ich bis "These Days" warten, hier schleicht sich mittels der Pedal Steel dann doch ein wenig Country-Feeling ein, ansonsten ein cooler schleppender Rhythmus, ein dezentes Streicherarrangement und somit ein wirklich feiner Song. Weitere Ausnahmen sind "When She Comes", ein leicht verhalten wirkendes Stück mit einem sehr lasziven und schwebenden Sound, und "Two Chords And A Lie", erneut mit Streicherarrangement und einem Hauch Country-Feeling.

Zum Schluss dann "Mary, The Submissing Years". Mit kindlicher und fast quäkender Stimme rezitiert Elizabeth eine Geschichte, begleitet von einer akustischen Gitarre, bevor sie dann doch zwischendurch in den Gesangsmodus übergeht. Hier präsentiert sie sich als sehr authentische Geschichtenerzählerin, mit einer großen Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft. Dieser fast ohne Arrangement auskommende Song ist für mich der Höhepunkt der für mich stilistisch recht uneinheitlichen und diesbezüglich auseinander gerissenen Musik. Ja, das Beste kommt halt manchmal zum Schluss...



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Bones
2 Perfect Girls of Pop
3 Bad Decisions
4 Daddy, I Got Love For You
5 Bayonette
6 These Days
7 Stanley By God Terry
8 Half Hanged Mary
9 When She Comes
10 Thick Georgia Woman
11 Two Chords And A Lie
12 Mary, The Submissing Years

Besetzung

soweit bekannt:
Elizabeth Cook (vocals, guitar)
Steve Duerst (bass)
Herschel Van Dyke (drums)
Aaron Embry (keyboards)
Andrew Leahey (guitar)
Whit Wright (pedal steel, Dobro)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger