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Reviews

Royal Hunt

Eye Witness


Info

Musikrichtung: Melodic Metal

VÖ: 18.08.2003

(Frontiers / Edel)

Gesamtspielzeit: 50:34

Nach den letzten beiden Scheiben, die - textlich einem SF-Konzept gewidmet - auch musikalisch etwas hochpoliert waren, sind Dänemarks Finest auf dem aktuellen Output erheblich erdiger geworden. Back to the Roots kann man das eigentlich nicht nennen; jedenfalls nicht zurück zu den eigenen Wurzeln. Man kann sich dagegen des Eindrucks kaum erwehren, dass Royal Hunt diesmal stark am alteingesessenen Hard Rock-Adel orientiert sind. Sänger John West klingt immer wieder massiv nach Ian Gillan und auch ansonsten sind Parallelen zu den 1984 re-unierten Deep Purple nicht zu leugnen.

Das aber ist keineswegs als Negativ-Kritik zu verstehen. Im Gegenteil: Die Neu- (oder bessser Alt?-)Orientierung gibt dem sympathischen Power-Metal der Dänen mächtig zusäztliche Substanz und der neuen Scheibe einen eigenständigen Charakter. So ist Eye Witness weder mit dem eigenen Backkatalog noch mit den Klassikern der Rock-Geschichte zu verwechseln. Für eine Band, die schon so lange im Geschäft ist wie Royal Hunt, eine erfreuliche stilistische Beweglichkeit, die dennoch kein Jota an Identität aufgibt.

Gleich die ersten drei Tracks zeigen, welche stilistische Bandbreite Royal Hunt abdecken können. Der Opener holt die eher konservativen Fans dort ab, wo sie ihre Lieblinge erwarten. Pfeilschnelle Gitarren, triumphalistische Chöre und eine überwältigend positive, lebensbejahende Ausstrahlung prägen einen typischen Royal Hunt-Knaller. Dann folgt mit "Can't let go" ein Stück, das wesentlich düsterer ist, als alles, was man bisher von RH gewohnt ist. Dabei erinnert es ein wenig an Gary Moore zu After the War-Zeiten. "The Prayer" setzt dann einen sehr ruhigen Akzent. Passend zum Titel wird der Geang nur von einer sakral klingenden (Kirchen- )Orgel begleitet.

"Edge of the World" ist dann das viellleicht typischte Stück dieses Albums. Sehr erdig könnte es mit der hier sehr stark an Ian Gillan angelehtnen Stimme sowohl von einem moderneren Deep-Purple-Album, als auch von einer Gillan-Solo-Scheibe stammen. Das Eingangsriff scheint dagegen von Midnight Oil geklaut zu sein. Im Spannungsfeld von disesem Track und "Hunted" bewegt sich dann der größte Teil der weiteren Tracks. Mit Ausnahme von "Wicked Lounge", das - nomem es omen - ungewöhnlich chillige Musik für den Abend in der Hotelbar präsentiert.

Eins der besten Werke einer überdurchschnittlichen und eigenständigen Band.



Norbert von Fransecky

Trackliste

1Hunted5:07
2Can't let go5:02
3The Prayer3:30
4Edge of the World6:14
5Burning the Sun6:11
6Wicked Lounge3:50
75th Element4:10
8Help us God6:47
9Game of Fear4:34
10Eye Witness5:09

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger