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Reviews

Jac Berrocal / David Fenech / Vincent Epplay

Ice Excposure


Info

Musikrichtung: Electronic / Contemporary Jazz / Experimental / Art Rock / Post-Punk / Free Improvisation /

VÖ: 19.03.2020

(Klanggalerie)

Gesamtspielzeit: 42:34

Internet:

https://www.discogs.com/Jac-Berrocal-David-Fenech-Vincent-Epplay-Ice-Exposure/release/14805246
https://www.deejay.de/Jac_Berrocal_David_Fenech_and_Vincent_Epplay_Ice_Exposure_BLACKEST071_Vinyl__345608


Ice Exposure ist das zweite Album des Trios Jac Berrocal / David Fenech / Vincent Epplay. Federführend ist wohl der 1946 geborene Trompeter Jac Berrocal, der schon seit Jahren einen Namen im Umfeld der experimentellen Jazz, Rock und Popmusik hat, so hat er zum Beispiel mit Nurse with Wound und Jaki Liebzeit zusammengearbeitet. Zusammen mit David Fenech (Perkussionen, Turntables, Elektronik, Tasten) und Vincent Epplay (Keyboards) hat er wohl aber nun die Besetzung gefunden, in derer sich komplett verwirklichen kann.

Was ist dieses Album für ein skurieler Ritt durch die unterschiedlichsten Spielarten. “Oppertunity“ eröffnet mit dunklen Soundscapes aus Elektronik und Perkussion, über die sich eine sehnsuchtsvolle Trompete mit viel Echo legt. Danach schießt dem Hörer die verquere Elektronik von “Car Havana Mix“ mit verhalltem französischen Sprechgesang, dunklen Drones und einer hellen Trompete durch die Ohren. Eine dunkle, mittelamerikanisch anmutende Perkussion unter der dunkle Dronebeats und verquere Elektronik liegt, bietet dann das Soundbild in “Equivoque“. Auch diese psychedelische Klanglandschaft wird von der Trompete geführt. Harschen Noiserock gibt es darauf basierend auf einem knackigem Schlagzeug, einer knarzenden Gitarre und Sprechgesang in “Why“. Staubtrocken und exzellent mit ein paar elektronischen Spuren verziert. Und die später einsetzenden Keyboards sind so richtig schön kaputt. Dunkle Bassläufe liefern sich dann mit der glasklaren Trompete ein feines Duell in “Lonley Woman“.

Und so folgt Klang auf Klang, es wird mal gerockt, dann kommen wieder jazzige Passagen und immer viel Experiment. Das geniale an den Stücken ist, dass sie immer recht kurz sind und die drei so ihren Drang zum Experiment so richtig schön komprimieren und sich niemals zum reinem Geräusch entwickeln. Dann sind auch fast überall gut komponierte und durchdachte Melodien und Strukturen vorhanden und machen das Album zu einem durchgängig hörbaren Abenteuer.

Die Atmosphäre ist sehr düster, oft bedrohlich, wie ein spannender Noire-Film. Gesanglich gibt es meistens Sprechgesang, dann und wann auch mal weiblichen. Auf diesem Album passiert soviel, dass man es vermutlich auch nach oder mehr Hörgängen noch nicht alles erfasst hat. Aber dank der guten Produktion wirkt dies niemals überladen, jede Note, jeder Klang ist fein temperiert und nichts scheint über zu sein.

Natürlich ist das hier nichts für den allgemeinen Pop- und Rockhörer. Doch wer mal ein wenig abseits der Normalität nach spannenden anderen Dingen suchen möchte, findet hier ein perfektes Werk, um nicht direkt vor den Kopf gestoßen zu werden. Perfekt gemacht, klasse Album



Wolfgang Kabsch

Trackliste

1Opportunity1:08
2Car Havana Midi3:11
3Equivoque3:11
4Why2:02
5Lonely Woman2:58
6Lisiere Island2:49
7Salta Girls2:34
8Check Sound Check0:43
9Blanche De Blanc4:42
10Lower Mechanism3:57
11Radio Tashkent0:26
12Panic In Surabaya1:45
13Sound Check2:01
14Ice Exposure4:16
15Dickinsonia3:27
16Take My Diction3:24

Besetzung

Drum, Kalimba, Turntables, Voice: David Fenech
Synthesizer: Vincent Epplay &#8206;
Trumpet: Jac Berrocal

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger