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Reviews

Daniel Erdmann’s Velvet Revolution

Won’t Put No Flag Out


Info

Musikrichtung: Chamber Jazz

VÖ: 04.10.2019

(BMC)

Gesamtspielzeit: 45:51

Internet:

http://www.daniel-erdmann.com/Home.html
https://bmcrecords.hu/pages/frameset/index.php

1973, 1983 und 1986, das sind die Geburtsjahre der drei Musiker Daniel Erdmann aus Wolfsburg, Jim Hart aus Plymouth und Theo Ceccaldi aus Orleans. Die deutsch/britisch/französische Gemeinschaft bringt mit Won’t Put No Flag Out ihr zweites Album zu Gehör. Alle drei Musiker können auf internationale Zusammenarbeiten zurückblicken und bringen viel Erfahrung mit ein. Dieses wirkt sich auch auf das Zusammenspiel und das Einbringen verschiedener individueller Momente aus.

Allen voran ist die sehr ungewöhnliche Besetzung des Trioformates, Tenorsaxofon, Geige, Bratsche, Vibrafon und Perkussion (1 Stück). Diese bringt eine ganz besondere Stimmung hervor. Das Fehlen von Bass und Schlagzeug verteilt die rhythmische Gestaltung dadurch auf die drei Schultern der Musiker. Und so wurde eine außerordentlich spannende Stimmung geschaffen, kammermusikalisch angereichert, mit den entsprechenden Gestaltungsmöglichkeiten, sowie mit der Spannung und Improvisationsfreudigkeit des Jazz.

Erdmann fliegt solistisch mit seinem Saxofon über den von den beiden anderen gelegten Rhythmusteppich, wobei die Streichinstrumente auch geschlagen werden und somit den Beat mauern. Geige und Bratsche werden also nicht nur gestrichen, sondern sind auch anderweitig aktiv. Ob der geklopfte Trommelrhythmus auf dem Titelsong auch so erzeugt wurde?

Alle Kompositionen, bis auf Track 6 (Harold Arlen), stammen von Daniel Erdmann und unterstreichen seinen kompositorischen Ideenreichtum. Daneben lotet er auf seinem Tenorsaxofon die Bandbreite aus von lyrischen Momenten über freche und raue Klänge hin zu losgelösten und wilden Eskapaden. Das gleiche gilt generell für die Musik, die sich in verschiedenen emotional gefärbten Schattierungen zeigt, von ruhigen über zirkushaft klingenden Passagen, von pastoraler Atmosphäre geprägten Songs hin zu sich am Swing vergangener Tage orientierenden Stücken, aber ohne die treibende Kraft einer Rhythm Section. Doch Streichinstrumente und Vibrafon leisten sehr gute Arbeit, um das wett zu machen, und darüber hinaus auch in solistischer Hinsicht.

Mitunter gibt es Ausflüge in solche Sphären, die an die moderne Ausrichtung klassischer Musik erinnern, zum Beispiel das abstrakt wirkende “Abstract Love Song“, leider mit gut einer Minute zu kurz geraten. Doch wiederholen sich solche Ausgestaltungen im Laufe der ganzen Platte genauso, wie man auch folkloristisch beeinflusste Themen zu hören bekommt. Diese CD muss man mehrfach hören, um den wirklich tiefgehenden Eindruck einwirken zu lassen, es lohnt sich….



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Won't Put No Flag Out (4:08)
2 Except The Velvet Flag (4:30)
3 La Tigresse (4:33)
4 Give The Soul Some Rest (5:07)
5 Justine (4:25)
6 Over The Rainbow (3:54)
7 Abstract Love Song (1:07)
8 Outcast (3:23)
9 Bring Me Moon (2:02)
10 Kauas Pilvat Karkavaat (5:37)
11 Justine, Again (2:44)
12 The Fuel Of Life (3:18)

Besetzung

Daniel Erdmann (tenor saxophone)
Theo Ceccaldi (violin, viola)
Jim Hart (vibraphone, percussion - #11)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger