····· Das AOR-Projekt Champlin Williams Friestedt pflegt Traditionen zwischen Chicago und Toto ····· Am 17. Juli 2020 übernehmen Primal Fear das Metal Commando ····· Die Soeckers begrüßen den Corona-Frühling auf dem Balkon ····· Vor 40 Jahren läuteten Rush mit Permanent Waves eine neue Bandphase ein ····· Corona-Therapie auf Punk - Sick of Society verschenken CDs ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Reviews

Orange Blue

White / Weiss


Info

Musikrichtung: Pop

VÖ: 14.02.2020

(Orange Blue Bros. Records)

Gesamtspielzeit: 109:23

Internet:

http://orangeblue.com/
https://networking-media.de/

Die beiden musikalischen Köpfe von Orange Blue, sind Vince Bahrdt und Volkan Baydar, beide Jahrgang 1971. Seit 1992 arbeiten die Beiden zusammen, und im Jahre 2000 war es die Single “She’s Got That Light“, die sie gemeinsam als Orange Blue ins Licht der Öffentlichkeit rückte, und das mit beachtlichem Erfolg. Vier Longplayer wurden seitdem veröffentlicht, und mit White / Weiss liegt nun das aktuelle Ergebnis der Zusammenarbeit vor. Und das gleich mit einem Doppelalbum, die erste CD in englischer und die zweite CD in deutscher Sprache, wie man dem Albumtitel unschwer entnehmen kann.

Und so ist Musik entstanden, die mit Sicherheit in die erste internationale Liga der Popmusik einzuordnen ist. Wenn auch Viele noch gar keine Notiz von der Existenz der Band genommen haben mögen, spätestens dann, wenn man “She’s Got That Light“ hört, dann weiß man, wer hinter diesem Hit steckt, ein Hit, der auf der ersten CD noch einmal als “White Version“, reduziert auf Piano und Streicher mit erhöhtem Dramafaktor enthalten ist, ja, das ist ein echter Ohrwurm. Genauso ist man verfahren mit dem anderen bekannten Song “Can Somebody Tell Me Who I Am“, der auch in dieser neuen Bearbeitung frisch erstrahlt.

Schließlich kann man die Musik der ersten CD als Gesamtheit betrachten hinsichtlich ihrer Ausstrahlung, einerseits kann man hinsichtlich der Stimmung nicht gerade viel Abwechslung ausmachen, andererseits ist es durch das Halten der Stimmung auch gelungen, dass man gerne durchgehend zuhört und sich angenehm berieseln lassen kann. Und das ist insofern perfekt gelungen, sofern man dieser Art von Musik zugeneigt ist. Nicht immer treffend ist die Stimme von Volkan Baydar, wenn auf einigen Songs vermehrter Druck entsteht, dann fehlt mir doch etwas an Grenzüberschreitung und eine gewisse Limitierung führt dann zu gepresstem Gesang (“Ordinary lovers“), so dass die wirklich ruhigen Song viel besser geeignet sind.

Als recht schön empfinde ich die eher reduzierten Titel, wo dem akustischen Pianospiel mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, dann jedoch fällt mir auf, dass so manch‘ ein Titel hinsichtlich des melancholischen Ausdrucks Spuren des Songs “Hang On To A Dream“ von Tim Hardin trägt, und das auch in der Version von The Nice, jedenfalls empfinde ich das so. Ferner erinnert mich die ganze Musik oft stark an eine Band der Achtziger, ich meine das Duo Parrish & Toppano.

So, und nun zur zweiten CD, nun in Deutsch. Zunächst bleibt die Stimmung wie auf der ersten Platte eigentlich gleich. Jedoch durch die Verwendung der deutschen Sprache scheint sich die Musik mehr Nähe zu verschaffen, weil es automatisch mehr verinnerlicht wird, was die Beiden abliefern. Die Texte vermitteln die Botschaft, die auf dieser zweiten Platte teils sehr aussagekräftig ist, wesentlich direkter und vermitteln dem Zuhörer eine bessere Verbindung zur Band. Und so nimmt man dann auch Bezug zu aktuellen Themen, wie bei “Die Welt steht still“, jedoch allenfalls als eine Bestandsaufnahme. Ob das als Denkanstoß reichen wird oder ob man das einfach auch nur die Botschaft konsumiert und Feuerzeuge und Handys dazu schwingt?

Hoch dramatisch ist der Titelsong, “Weiss“, mit Gast-Rezitator Ben Becker, der mit seiner mächtigen Stimme diese Anklage glaubhaft repräsentiert. Der Heimatstadt Hamburg ist der gleichnamige Song gewidmet, ansonsten werden gesellschaftliche Themen des Alltags, vom täglichen Zusammenleben, von Liebe mit aussagekräftigen Texten vorgestellt. Und so halte ich die deutsche CD sogar für zugänglicher und auch in Verbindung mit dem Gesang für gelungener und Orange Blue zeigt so manch‘ einer deutschen Konkurrenzband, wie man es gut machen, und es dabei noch mit international geprägter Ausrichtung präsentieren kann. Jedenfalls ist hier alles sehr stimmig im Zusammenspiel, oft melancholisch, aber auch nachdenklich, eigentlich mit weniger typischem Pop-Anteil wie auf CD 1, und mehr am Genre Singer/Songwriter positiv orientiert. So gibt es für die erste CD 14 Punkte und für die zweite CD 16 Punkte von mir, im Gesamtergebnis also 15.



Wolfgang Giese

Trackliste

CD 1

1 Love is here
2 We all work the same way
3 White
4 We love, we live
5 I am you man
6 She’s got that light (White Version)
7 Ordinary lovers
8 Every way we choose
9 Marry you
10 Always
11 Wonderful world
12 You are my life
13 Love isn't hard work
14 Can somebody tell me who I am (White Version)
15 Awkward
16 This time
17 Time
18 Those words are free

CD 2

1 Ich kann dich sehen
2 Die Welt steht still
3 Weiss - Orange Blue / Becker, Ben
4 Echter Freund
5 Das Schönste
6 Meer
7 Hamburg
8 Vorbei
9 Es ist tief
10 Alles anders
11 Es fließt
12 Wo sind die Starken
13 Zusammen
14 Präsident
15 Der Kuss
16 Danach
17 Linas Tal

Besetzung

Volkan Baydar (vocals, bass, drums)
Vince Bahrdt (piano, choirs, keyboards, percussion)
Plus guest musicians

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger