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Reviews

Bernhard Wiesinger

Notice That Moment


Info

Musikrichtung: Modern Jazz

VÖ: 31.01.2020

(Challenge)

Gesamtspielzeit: 66:55

Internet:

http://www.bernhardwiesinger.com/
https://www.challengerecords.com/home
https://www.martinaweinmar.de/

Der Wiener Saxofonist Bernhard Wiesinger wollte schon lange einmal ein Album in New York aufnehmen. 2019 war es soweit, und zusammen mit Kevin Hays, Scott Colley und Bill Stewart konnte mit seinem Debüt-Album Notice That Moment diesen Traum verwirklichen. Der Neunundreissigjährige, mittlerweile einer der gefragtesten Saxofonisten der österreichischen Jazz-Szene, hat mit diesen Musikern hervorragende Begleiter gefunden, die ein Garant sein dürften für eine hochwertige Platte.

Nun, auch die Kompositionen sollten stimmen, und das ist auch hier der Fall, und die bis auf die Tracks 3, 4 und 10 vorgestellten Titel stammen diese auch vom Protagonisten selbst und spiegeln seine Sichtweise des Jazz gekonnt wider, im Zusammenspiel zwischen Tradition und Moderne, sicher angelehnt an Vorbilder und auch mit eigenen Ideen und Vorstellungen. Und seine Kompositionen sprühen von Ideenreichtum, sind tief im Jazz verwurzelt und wirken frisch und elegant, ebenso wie sein Spiel auf Tenor-und Sopransaxofon.

Hard Bop und auch Soul Jazz sind die Grundlagen, auf denen die Stücke basieren, mit Leichtigkeit fließen die Songs dahin, ganz cool, im Stil der Sechziger, wirkt zum Beispiel „“One Shaky Wakey“, das erinnert an die Zeit von Horace Silver und Herbie Hancock. Die erste Fremdkomposition, “I Fall In Love Too Easily“, ist eine gefühlvolle Ballade und wird auf hohem emotionalen Level serviert. Das gilt auch für “Fellowship“, das mit dem Bonustrack noch einmal als Gesangsversion angeboten wird. Kevin Hays ist es, der der Ballade noch einmal eine zusätzliche Variante spendiert.

Notice That Moment, so heißt die Platte, ob Wiesinger sich den Titel von John Coltrane entlieh? Denn dessen Song heißt “Moment’s Notice“. Ganz im Sinne des Urhebers spielt Wiesinger hier mit einer spirituellen Note und hat eine sehr gute Coverversion vorgelegt. Man darf keine übermäßig innovativen Bemühungen voraussetzen, keine Erneuerung des Genres oder Schaffung eines neuen Sounds, die Musik dieser Platte bewegt sich in engen Grenzen, aber innerhalb dieser ist es mühelos gelungen, eine niveauvolle Mischung verschiedener Stile zu vereinen, so zieht man auch in Richtung Latin mit dem beschwingten “Uma Relacao Permanente“, hier mit dem Fender Rhodes ein wenig in Richtung Fusion signalisierend.

Insgesamt betrachtet, ist ein sehr reifes und rundum zufrieden stellendes Album gelungen, sehr sorgfältig in allen Belangen, unkompliziert, mit viel Seele und äußerst ansprechend.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 November 17 (6:14)
2 One Shakey Wakey (5:32)
3 I Fall In Love Too Easily (7:53)
4 Moment's Notice (7:52)
5 All The Things (4:17)
6 Fellowship (Instrumental) (6:10)
7 Boogle Woogle (8:31)
8 Night Cap (6:03)
9 Uma Relecao Permanente (6:15)
10 All I Do (4:27)
11 Fellowship (Vocal) (3:36) [Bonus Track]

Besetzung

Bernhard Wiesinger (tenor saxophone, soprano saxophone)
Kevin Hays (piano, Fender Rhodes, vocals - #11)
Scott Colley (bass)
Bill Stewart (drums)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger