····· Das AOR-Projekt Champlin Williams Friestedt pflegt Traditionen zwischen Chicago und Toto ····· Am 17. Juli 2020 übernehmen Primal Fear das Metal Commando ····· Die Soeckers begrüßen den Corona-Frühling auf dem Balkon ····· Vor 40 Jahren läuteten Rush mit Permanent Waves eine neue Bandphase ein ····· Corona-Therapie auf Punk - Sick of Society verschenken CDs ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Reviews

Knut Riisnæs Quartet

The Kernel


Info

Musikrichtung: Modern Jazz

VÖ: 31.01.2020

(Losen Records)

Gesamtspielzeit: 48:30

Internet:

https://www.in-akustik.de/de/
http://www.losenrecords.no/

Ja, eigentlich könnte man schon sagen – typisch skandinavisch, wenn man die ersten Takte des Auftaktsongs der Platte The Kernel hört. Nun, der am 13.November 1945 in Oslo geborene Knut Riisnæs ist ja auch Norweger, und so sind es auch die übrigen Bandmitglieder des Quartetts. Aufgenommen wurden die zehn Titel auch in Norwegen, also – naheliegend, welcher Sound hier eigentlich zu erwarten ist.

Riisnæs hat im Laufe seiner Karriere viele Stilarten kennengelernt durch Zusammenarbeiten mit verschiedenen Musikern, bis er schließlich auch eigene Alben veröffentlichte. Klingt der erste Song, “Around The Kernel“ auch in der Tat noch typisch nordisch, irgendwie auch typisch “ECM“, so belehrt uns die Band mit dem zweiten Song bereits eines Besseren. Denn das hier fußt eindeutig im Hard Bop US-amerikanischer Prägung, mit druckvollem Swing und beherzten Soli von Saxofon und Piano.

Und so orientieren sich weitere Songs an den Originalinterpreten dieser, wie die Titel 3, 4, 6, 9 und 10. Jedoch sind sie mit einem eigenen Ausdruck behaftet, gerade der Bandleader verfügt über einen recht lyrisch geprägten Stil des Spiels, herrlich zur Schau gestellt bei “Lady Day“ von Wayne Shorter. Die kleine Suite “Reminiscence“ besitzt im ersten Teil etwas von der Spiritualität eines John Coltrane und im zweiten Teil besticht es durch dieses elegante Latin-Feeling.

Die hochwertige Musik der Platte schließt ab mit einer sehr schönen romantischen Ballade von Cedar Walton und unterstreicht noch einmal die stark emotionale Ausprägung der Musik, die allenfalls im ersten Titel typisch nordisch ist, und ansonsten einen gewissen nordischen Anstrich als Nuance in sich trägt.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Around The Kernel (Aarum) (6:36)
2 Living Next Door To Hjallis (Fossum) (5:09)
3 La Mesha (Dorham) (5:17)
4 Lady Day (Shorter) (2:10)
5 West End Blues (Riisnæs) (4:45)
6 Inner Circle (McKee) (7:32)
7 Reminiscence Part 1 (Riisnæs) (2:13)
8 Reminiscence Part 2 (Riisnæs) (4:35)
9 Midnight Waltz (Walton) (5:24)
10 Love And Peace (Parlan) (4:30)

Besetzung

Knut Riisnæs (saxophone)
Anders Aarum (piano)
Jens Fossum (bass)
Tom Olstad (drums)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger