····· Neues Live-Album beleuchtet eine bislang unberücksichtigte Phase in der Karriere von Rory Gallagher ····· Metal Mit ohne Strom - ein verspäteter Aprilscherz? ····· Der frühere Sänger der Smiths, Morrissey, legt ein neues Album vor… ····· Doro überreicht den Wacken-Machern den Lifetime Achievement Award ····· Staatsoper Unter den Linden hält an Auftritten von Plácido Domingo fest ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Reviews

Rage

Wings of Rage


Info

Musikrichtung: Heavy Metal

VÖ: 10.01.2020

(Steamhammer / SPV)

Gesamtspielzeit: 54:43

Internet:

http://www.rage-official.com

Spätwerke früh erfolgreich gewesener Bands sind oft so eine Sache. Man bewertet sie wohlwollend ob ihrer großen Verdienste, wenn denn zumindest noch solide Substanz vorhanden ist, obwohl man sich im Inneren fragt, ob a) dieses Album wirklich nötig gewesen ist und b) was man von den alten Recken eigentlich erwartet hat. Nur wenige Bands kommen zum xten Anniversary wirklich noch frisch über’n Deich oder erfinden sich gar noch einmal neu.

Rage rufen mit ihrem 25. Studioalbum zum 35sten Geburtstag keine Fragezeichen hervor, dafür Ausrufezeichen am Fließband. Refrainstarke Kracher wie „Tomorrow“, „Don’t let me down“, „Shine a Light“ oder „A nameless Grave“ können neben den Klassikern nicht nur bestehen, sondern wären auch auf den stärksten Alben der Band in den 90ern unter den Highlights gewesen.

Dabei zeigen Peavy & Co in keiner Disziplin Schwächen. Krachende Rocker, monumentale Epen, packende Dramatik und gefühlvolle Balladen gelingen ihnen, wie in ihren besten Zeiten. Und wer befürchtet hat die Neueinspielung von „Higher than the Sky“ würde die neuen Stücke in den Schatten stellen, kann sich beruhigt zurücklehnen. „Htts 2.0“ hebt sich durch einen etwas raueren ungestümen Angang zwar vom Rest des Materials ab, reiht sich qualitativ aber eher ins Mittelfeld von Wings of Rage ein.

Wings of Rage liefert sogar deutlich mehr, als die Verpackung erwarten lässt. Dort sind nämlich nur drei Täter genannt (s. Besetzungsliste). Rage lassen sich aber auch 2020 nicht lumpen. Immer wieder sind dramatische Streicher oder ein ruhiges Cello (Auftakt zu „Shine a Light“) in einer Weise im Einsatz, dass die entsprechenden Stücke sich nicht von denen verstecken müssen, die vor 25 Jahren in Zusammenarbeit mit dem Lingua Mortis Orchestra aufgenommen wurden.

Fazit: Die Flügel sind Rage ganz offensichtlich nicht einmal im Ansatz gestutzt worden. Mit ihrem neuen Album dürfte bereits jetzt eins der Metal-Highlights 2020 in den Regalen stehen.



Norbert von Fransecky

Trackliste

1True 5:01
2 Let them rest in Peace 4:31
3 Chasing the Twilight Zone 4:30
4 Tomorrow 5:02
5 Wings of Rage 4:31
6 Shadow over Deadland (The Twilight Transition) 0:36
7 A nameless Grave 5:59
8 Don't let me down 4:56
9 Shine a Light 6:44
10 Htts 2.0 3:30
11 Blame it on the Truth 3:54
12 For those who wish to die 5:28

Besetzung

Peavy Wagner (Voc, B)
Marcos Rodriguez (Git, Back Voc)
Vassilios Maniatpoulos (Dr, Back Voc)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger