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Reviews

Tan Le Racoon

Funeral Parade Of Roses


Info

Musikrichtung: Indie Pop-Rock

VÖ: 28.06.2019

(Broken Silence)

Gesamtspielzeit: 45:36

Internet:

http://www.tanleracoon.com/
http://oktoberpromotion.com/de
http://brokensilence.de/

Tan Le Racoon oder auch Tanja Boerue, aus Hamburg, hat mit Funeral Parade Of Roses sein zweites Album veröffentlicht. Ansonsten weist seine musikalische Biografie so manche Berührungspunkte aus, wie Aufenthalte in London, Los Angeles und New York, und Zusammenarbeit mit Nikki Sudden, Das Weeth Experience, unter anderem.

So, einmal ist die Platte durchgelaufen, und schon häufen sich die Assoziationen, bin ich doch auf einen Reigen derart verschiedener Einflüsse und Ausgestaltung der Musik gestoßen, dass es leicht verwirrend ist. Früh- und Spät-Punk, Glam-Rock, die frühen Pink Floyd, mit Syd Barrett selbstverständlich, Garagenrock, ein wenig R&B, Pop der Spät-Sechziger, Indie Pop, und dazu Rock verschiedener Schattierungen. Allen gemeinsam ist jedoch der mehr als gewöhnungsbedürftige Gesang. Objektiv betrachtet, bleibt mir nur festzustellen, dass der Gesang eigentlich schlecht ist. Und so bleibt es der subjektiven Anschauung jeder Hörerin/jedes Hörers überlassen, sich damit anzufreunden oder nicht. Lediglich leise Passagen empfinde ich selbst als recht angenehm und hier sehr ausdrucksstark, mit dezenten Anleihen auch an die Sixties, und Syd Barrett.

Von nasal flüsternd und sanft dahinfließend über elegant-lasziv und rotzig-frech bis hin zu Gebrüll und schrägen Ansätzen, alles und noch viel mehr wird abgedeckt. Gelegentliche weibliche Background-Vocals lassen mich in genau diesen Passagen stark an die Musik von Gruppo Sportivo denken. (“Tanuki Is Back“) Und diese Annäherung an jene Band vermag ich öfter zu erkennen.

Mithin bleibt mir festzustellen, dass diese Musik sehr unbequem ist, irgendwie „neben der Spur“ steht, aber andererseits gerade daraus ihren Reiz gewinnt, und wenn sich dann die Stimmung erhebt und die Gitarren knarzen wie bei Neil Young zu härtesten Zeiten, dann öffnet sich die Seele, sofern sie dazu bereit ist. Aber solche Passagen sind es, die umgesetzte Emotionen offenherzig an die Oberfläche spülen und der Musik die gewisse Authentizität verleiht, Musik, die so ist, wie sie die Musiker wollen und möglicherweise weder Produzenten noch Plattenfirmen. Nun, produziert hat Tanju selbst, er hatte es also in der Hand, und das ist gut so.

Recht mysteriös und als Soundtrack für einen Gruselfilm könnte sich “Two Fingers“ eignen, sehr gut, wie hier die Marimba als soundbestimmendes Element eingesetzt wurde. Und so sind es stets wieder gewisse Nuancen bei den jeweiligen Stücken, die den Höreindruck erweitern, und ich betone noch einmal – wenn man sich darauf einlässt. „Versuch macht kluch“, oder so, ja, also unbedingt nicht nur einmal anhören und enttäuscht weglegen, hier muss ein weiterer Durchlauf zwingend her, dann weiß man möglicherweise auch so feine Balladen wie “Through The Angel’s Gate“ zu schätzen, zumal der Song auch noch durch das feine Trompetensolo veredelt wird.

Und so reiht sich ein eigenartiger Song neben den nächsten, insofern ist das Projekt gelungen, dass man, und diesen Hinweis auf dem Cover unterstütze ich, als Einheit hören sollte! (Play as a unit) Für mich ein treffender Schlag gegen die Streaming-Generation….



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Your Own Way
2 Tanuki Is Back
3 Two Fingers
4 I.G.S.
5 Through The Angel's Gate
6 She Said She's Sad
7 Prejudice & Injusticies
8 Battle Is Over, War Isn't Won
9 Killing Windmills
10 Burning Sear Of Destiny's Child
11 God's Own Religion

Besetzung

Tan LeRacoon (guitars, vocals, some keyboards, marimba, bass)
Jens Fricke (guitars, percussion, voice)
Felix Roll (drums, loop, percussion, keyboard, voice, backing vocals)
Robert Weitkamp (drums, congas, piano, melodica, percussion, backing vocals)
Linus Lindvall (bass, guitar, percussion, singing glass, zither, backing vocals)
Dino Joubert (acoustic guitar, percussion, backing vocals)
Caroline Blomqvist (synth, keyboards, bass, backing vocals)
Johnathan Krause (baritone sax)
Alexander “Kimo” Eiserbeck (sax)
Hans-Christian Stephan (trumpet
Mattias Larsson (backing vocals)
Gabor Bertholini (trumpet)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger