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Reviews

Jazzstones Trio

Plays The Rolling Stones


Info

Musikrichtung: Piano Jazz

VÖ: 02.09.2019

(Shaa Music)

Gesamtspielzeit: 47:39

Internet:

http://jazzstones.com/
http://www.shaa-music.de/www.shaa-music.de/home.html
http://uk-promotion.net/

Tributalben an die Rolling Stones hat es bereits gegeben, ich selbst kenne aus der Serie “Pickin‘ On…“ jene Platte, die der Band gewidmet ist und Songs in das Genre Bluegrass transferiert hat, 2 Teile gibt es davon. Und in den Sechziger gab es bereits, es war 1967, eine Widmung aus dem Bereich Jazz, der Gitarrist Joe Pass veröffentlichte “The Stones Jazz“. Das Teil wurde seinerzeit jedoch ziemlich verrissen, so kommerziell hatte man Pass wohl noch nicht erlebt, und sehr gelungen war es in der Tat nicht.

So, und nun ist es das Jazzstones Trio, das versucht, acht Songs der Rolling Stones in den Jazz zu transportieren, und als Piano-Trio zu einem anderen Sound zu verhelfen. Aber – um korrekt zu sein, sechs Titel sind es nur, die Tracks fünf und acht stammen vom Pianisten Stefan Heidtmann. Zunächst war es gar nicht so einfach, ohne auf die Titelliste geschaut zu haben, schnell zu erkennen, welcher Song nun im Einzelnen gecovert wurde.

Beim Eröffnungstitel, “Ruby Tuesday“, ist das relativ einfach, streicht doch der Bassist Markus Braun das gesungene Thema sofort erkennbar nach. Schon bald entwickelt die Musik Eigenleben, die Stones werden beiseite gepackt, und der Jazz regiert, leicht und luftig lassen die Drei das Original hinter sich und zelebrieren ihren eigenen Stil. Insofern sind alle Songs darauf ausgerichtet, Thema- Improvisationen- Thema.

Schwer fiel es mir, die Songs “Angie“ und ganz besonders “Under My Thumb“ zu erkennen, denn die Originalthemen blieben zwar, wurden jedoch anders gespielt im Umfeld des Jazz, die Harmonie und die Melodik klingen halt anders, die Tempi sind anders, die Rhythmik ebenfalls. Und so zeigt sich, dass man auch mit eigentlich bekannten Songs, die einem dann ja auch irgendwie bekannt vorkommen, Versionen zu schaffen, die alles andere als nachgespielt klingen, und das ist auch gut so.

Herrlich, wie man “Sympathy For The Devil“ ein groovendes Kleid verpasst hat, ein wenig klingt es in Richtung des alten Ramsey Lewis Trios, die seinerzeit einmal The Beatles nachempfunden hatten mit einer Platte. Am klar erkennbarsten ist “Paint It Black“ geraten, und die Band nimmt das Thema stimmungsmäßig mit in ihre Improvisationen, ein sehr geschlossenes Stück ist so entstanden. Das an sich romantische “Lady Jane“ wird nun ganz anders dargestellt, und ist auch nicht unbedingt sofort erkennbar, dieser Titel schwebt relativ leicht vor sich hin und wirkt irgendwie schwerelos im Ausdruck.

Die drei deutschen Musiker mit unterschiedlichen musikalischen Erfahrungen haben eine Platte mit Interpretationen vorgelegt, die allesamt sehr viel Ruhe ausstrahlen, quasi ein Gegenpol zum ständig wirbelnden Mick Jagger. Diese Ruhe spiegelt sich ebenfalls in den beiden eigenen Songs wider. Warum diese nun hinzugezogen wurden und welcher Bezug zu einer Hommage an die Rockband vorliegt, ist mir jedoch nicht bekannt. Vielleicht hätte man zwei weitere Stones-Songs hinzuziehen sollen, vielleicht “As Tears Go By“ und “Wild Horses“…



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Ruby Tuesday (6:05)
2 Angie (6:37)
3 Under My Thumb (5:58)
4 Sympathy For The Devil (5:18)
5 Monticello (5:30)
6 Paint It Black (5:33)
7 Lady Jane (5:52)
8 Frippery (6:46)

Besetzung

Stefan Heidtmann (piano)
Markus Braun (bass)
Marcel Wasserfuhr (drums)
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So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger