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Reviews

Dierk Peters

Ambrosia


Info

Musikrichtung: Modern Jazz

VÖ: 17.05.2019

(Tangible Music)

Gesamtspielzeit: 61:02

Internet:

https://dierkpeters.lima-city.de/
https://www.tangible-music.net/home
https://www.martinaweinmar.de/

Jazz aus Deutschland, von Dierk Peters, Jahrgang 1986. Alle Kompositionen der neuen Platte Ambrosia stammen vom Vibrafonisten selbst. Allerdings führte ihn erst der Umweg über das Schlagzeug zu diesem Instrument. Geschult unter anderem im niedersächsischen Landesjugendjazzorchester studierte er in Köln und New York.

Ambrosia ist nicht nur der Plattentitel, sondern auch der Name seines Projekts, in ungewöhnlicher Besetzung eingespielt, Trompete, Klarinetten, Akkordeon, Vibraphon, Bass und Schlagzeug. Ungewöhnlich daher, weil Trompete, Klarinette, Akkordeon und Vibrafon nicht unbedingt zu einer typischen Jazzbesetzung zählen innerhalb einer Band.

Und so ist allein aus diesem Grund die Neugier geweckt, weil man sich in der Tat auf neue Klangstrukturen und Klangerlebnisse einstellen muss. Und das ist recht spannend, wenn man sich auf die Klangsprache einlässt, die oft von frei schwebenden Passagen erfüllt ist und zum Träumen und Fallenlassen anregt. Sei es der nach Paris klingende Charme des Akkordeons, die Weite des verhallten Vibrafon-Klanges, oder das Abtauchen in die Jazzgeschichte mit der Klarinette. Erschallt die Trompete, dann kommt am ehesten eine typische Jazz-Stimmung auf, Bastian Stein erinnert dann mitunter an Freddie Hubbard.

Der Aufbau der zehn Songs ist alles andere als einfach gestaltet, die Strukturen wirken sehr verspielt und intellektuell in der Ausführung. Dabei wirken die Musiker zumeist als sehr dichte Einheit, die Soli sind jeweils nicht ausufernd gestaltet, und das harmonische Konzept steht sehr im Vordergrund, auch melodisch weist die Musik eine große Stärke auf. So wirkt Stimmung oft sehr erzählerisch und man ist gespannt, wie sich die einzelnen Geschichten weiterentwickeln im sich sehr bewegenden Fluss der gemeinsamen Gestaltung.

Jeder Platz dieses Ensembles ist perfekt besetzt, und dieser Jazz besitzt im Ausdruck eine sehr starke Tiefe, mitunter mit recht cool wirkenden Elementen, die den Eindruck erwecken, als wäre wenig Emotion im Spiel. Doch das täuscht, denn die Emotionen bewegen sich in eben der Tiefe, nur nach außen wirkt die Musik mitunter ein wenig akademisch und verklärt. Vielmehr schweben die Emotionen ständig durch den Raum, wenngleich auch mit sehr zartem und zerbrechlichem Ausdruck. Letztlich wirkt alles schön und erwärmend.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 The Fly’s Eye
2 Lumen
3 Mizmor
4 Skär
5 Desmond
6 Miroirs
7 Miniature
8 Bloom
9 Ambrosia
10 Encore

Besetzung

Dierk Peters (vibraphone)
Bastian Stein (trumpet, flugelhorn)
Stefan Karl Schmid (clarinet, bass clarinet)
Laurent Derache (accordeon)
David Helm (bass)
Fabian Arends (drums)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger