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Reviews

Scopes

Scopes


Info

Musikrichtung: Modern Jazz

VÖ: 29.03.2019

(Whirlwind Records)

Gesamtspielzeit: 47:51

Internet:

http://www.scopesmusic.com/
https://www.whirlwindrecordings.com/
http://uk-promotion.net/

Scopes - das sind Ben Van Gelder, Tony Tixier, Tom Berkmann und Mathias Ruppnig. Dieses Album ist ihr Debüt nach der Gründung im letzten Jahr. Zusammen haben die vier Musiker auf der Basis der Tradition des Jazz eine sehr neuzeitliche Variante dieser Musik vorgelegt.

Die Kompositionen zeichnen sich durch einen hohen Anteil an Melodik aus. Die Stimmung ist sehr luftig und leicht und sehr leidenschaftlich im Ausdruck. Neben den klassischen Instrumenten gibt es gelegentliche Passagen mit dem Synthie, das der Musik ein wenig Fusion-Feeling einhaucht, jedoch nie störend wirkt. Der niederländische Saxofonist Van Gelder, der französische Pianist Tixier, der deutsche Bassist Berkmann und der österreichische Schlagzeuger Ruppnig verstehen sich so selbstverständlich, als hätten sie bereits lange miteinander musiziert.

Herrlich ist es, gleich zu Beginn mit dem Stück “Echo Of Their Own Prejudices” diese Art von Leichtigkeit zu erfahren, die eher typisch ist für europäisch geprägten Jazz, aber dieses ist letztlich nur ein Teilaspekt. Jeder einzelne Musiker bringt dabei einen ganz speziellen Anstrich ein. Fließende Saxofon-Linien, mitunter an Einflüsse aus der Klassik erinnernde Klavierpassagen, die recht romantisch klingen, und auch „außer-europäisch“ klingen, wenn man Chick Corea assoziieren kann. Dazu der fest im Rhythmus verwurzelte Bass mit sehr elastischem Spiel, daneben auch ausfüllend und gestaltend, und am Schlagzeug versteht es Ruppnig, eine besonders agile und federnde Spielweise einzubringen, die die Musik sehr lebendig und erfrischend füllt.

Vorwiegend höre ich Einflüsse aus den Spät-Sechzigern und Früh-Siebzigern, seien es Aufnahmen aus jener Zeit auf dem Blue Note-Label, aber auch frühe Weather Report vermag ich auszumachen als Element. So kann ich feststellen, dass diese Musik durchaus auch in New York hätte entstehen können, in diesem Schmelztiegel mannigfaltiger Einflüsse, aber auch die Jazzszene Skandinaviens könnte man anteilig heranziehen. Diese vorzüglichen Quellen haben schließlich dazu geführt, dass die Musiker gemeinsam einen sehr melodischen Sound großen Hörvergnügens geschaffen haben. Sollte die Band in dieser Zusammensetzung bestehen bleiben, dann sollte man noch reichlich innovativen Output erwarten können.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Echo Of Their Own Prejudices
2 Chamberlain
3 Aquaponies
4 Balance
5 Whistle
6 Alter Ego
7 Lakeview
8 Nostalgia
9 Mode

Besetzung

Ben van Gelder (alto saxophone)
Tony Tixier (piano, Yamaha Reface CS)
Tom Berkmann (double bass)
Mathias Ruppnig (drums)
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So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger