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Reviews

Fasoli-Goodrick-Danielsson-Oxley

Bodies


Info

Musikrichtung: Jazz Fusion

VÖ: 18.04.2019

(Azzurra Music)

Gesamtspielzeit: 48:24

Internet:

http://www.claudiofasoli.com/
https://www.in-akustik.de/

Nach der Platte “Land“, die der italienische Jazz-Saxofonist Claudio Fasoli (Jahrgang 1939) mit Kenny Wheeler und J.F. J Clark einspielte, erschien nun eine weitere Platte, Bodies, aus 1990 als Re-issue. Dieses Mal begleiten Mick Goodrick, Palle Danielsson und Tony Oxley.

Bodies = Körper, und so fällt bei den acht Songtiteln auf, dass Teile des Körpers abgehandelt werden, von den Beinen (“Legs“) bis zu den Augen (“Eyes“). So verschieden und deren Funktion auch die einzelnen Körperteile sind, so verschieden sind auch die vier Musiker. Neben dem Italiener Fasoli hören wir den US-Amerikaner Goodrick (Gitarre), den ich einst durch die Musik von Gary Burton kennen lernte, den Schweden Danielsson, als Bassist etabliert beim Label ECM und durch Aufnahmen mit dortig ansässigen Musikern, und zu guter Letzt ist es der britische Drummer Oxley, den ich als relativ frei gestaltenden Musiker kennen lernte.

Oxley ist es dann auch, der die “Legs“ wunderbar swingend zum Laufen bringt, diese Musik sprüht voller Leichtigkeit und Eleganz, fast schon dahinschwebend. Hervorragend sind auch die einzelnen Soli eingebettet. Positiv auffällig ist, wie die vier Musiker aufeinander zugehen und fast schon empathisch reagieren, wenn es um die gemeinsame Gestaltung geht. Durch den Gebrauch des Gitarren-Synthesizers erweitert der Gitarrist sein Spektrum und lässt sein Instrument manchmal fast wie ein Keyboard klingen.

Betrachten wir die anderen Körperteile, so finden wir dann auch verschiedene Gestaltungsmerkmale. Ist der Bauch (“Belly“) freier ausgeprägt und ohne scheinbare Struktur, vielleicht, was das Essen unkontrolliert hineingestopft wird(???), so wird das mit „fliegendem Haar“ (“Hair“) noch ein wenig wilder, ist das Bass-Solo noch ein wenig kontrolliert, so bricht Goodrick mit der Gitarre bereits aus und Oxley erweist sich als kongenialer wilder Gestalter am Schlagzeug.

Erst der Nabel (“Navel“) ist wieder ruhiger und fließender, gar lustig hüpfend präsentiert sich der Nacken (“Neck“), die Lippen (“Lips“) scheinen feinfühlig zum Kuss bereit zu sein, die Hände haben dann wieder „alle Hände voll zu tun“ (“Hands“), bis sich dann die Augen noch einmal umsehen (“Eyes“) und harmonische Blicke zuwerfen. Und so ist eine farbenfrohe gestalterische Platte entstanden, die fast zwischen ruhigen typischen ECM-Klängen und wilder Aufbruchsstimmung, wie man sie in Großbritannien in den Siebzigern erlebte (John Surman & Co.), für hochspannende Musik sorgt.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Legs (8:02)
2 Belly (6:24)
3 Hair (7:19)
4 Navel (6:26)
5 Neck (4:28)
6 Lips (3:10)
7 Hands (6:08)
8 Eyes (6:35)

Besetzung

Claudio Fasoli (soprano & tenor sax)
Mick Goldrick (electric & synth guitars)
Palle Danielsson (double bass)
Tony Oxley (drums & percussions)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger