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Reviews

Running wild

Original Vinyl Double Classics (The Rivalry / Victory)


Info

Musikrichtung: Heavy Metal

VÖ: 05.04.2019 (1998/99)

(Sony)

Original Vinyl Double Classics Folge 2: Running wild


Vor anderthalb Jahren haben BMG die Noise-Alben von Running wild neu in Vinyl aufgelegt. Wir haben diese neun Alben in den Ausgaben von September 2017 bis Mai 2018 besprochen. Jetzt legt Sony im Rahmen der neuen Original Vinyl Double Classics-Serie die Alben zehn und elf nach.

Die Ausstattung ist identisch mit der bei Lake beschriebenen; kann es also mit den BMG-Editionen nicht aufnehmen. Auf die Lyrics und die Boni ab Death or Glory muss man hier verzichten. Damit kann man ja leben. Aber wenn die Tracklists bei Amazon und Wikipedia stimmen, hat man bei The Rivalry drei Stücke gestrichen. Das ist dann schon ärgerlicher – unter anderem ist unter den drei Stücken das von Thilo Herrmann mitverfasste „Adventure Galley“.

Musikalisch tut sich erst einmal nicht viel – und das ist im doppelten Sinn gemeint. Zum einen verändert Rock’n’Rolf, der auf The Rivalry sämtliche Stücke im Alleingang geschrieben und getextet hat nicht ein Jota an dem spätestens seit Blazon Stone etablierten Stil. Zum anderen aber fehlen die herausragenden Momente, die aufhorchen lassen, die Refrains, die hängen bleiben. Man hat ein wenig das Gefühl, dass Running wild ihr Blatt ausgereizt haben und nichts, zumindest nichts Neues mehr zu sagen haben. Auch textlich bleibt der Schuster bei seinen Leisten, soweit man das ohne Lyrics beurteilen kann.

Und dann kommt der deutliche Schnitt mit Victory. Von den Lyrics her eher nicht, aber vom Sound her. Wenn man einmal von dem für Running wild ungewöhnlich melodischem „The final Waltz“ absieht, hat sich die Band, bzw. die Gitarrenfraktion einen deutlichen Tritt in den Arsch verpasst. Der klassische Power Metal der Hamburger wird tendenziell zum Speed-Metal. Das wäre ja kein Problem, sondern eher eine positive Entwicklung, die neue Ufer erkundet.

Das Problem ist der neue Drummer Angelo Sasso, der auf Victory und dem Nachfolger The Brotherhood erscheint. Bandchef Rock’n’Rolf Kasparek behauptet, es handle sich dabei um einen Drummer, der nicht mit seinem eigenen Namen genannt sein möchte. Kritiker und Fachpresse vermuten, dass sich hinter Angelo Sasso schlicht und ergreifend ein Drum-Computer verbirgt, bzw. dass Angelo Sasso für denjenigen steht, der den Drum-Computer programmiert hat.

Fehlende Originalität, fehlende Stücke, fehlende Ausstattung und der fragwürdige Herr Sasso verbieten es, diese Veröffentlichung auf einem Level mit den BMG-Editionen oder der Lake-Doppel-Vinyl zu bewerten. Daher sind hier mehr als 12 Zähler nicht drin.



Norbert von Fransecky

Trackliste

The Rivalry (1998)

Seite 1
1 March of the final Battle
2 The Rivalry
3 Kiss of Death
4 Firebreather
5 Return of the Dragon
6 Resurrection
Seite 2
1 Ballad of William Kidd
2 Agents of Black
3 Fire & Thunder
4 War & Peace


Victory (1999)

Seite 1
1 Fall of Dorkas
2 When Time runs out
3 Timeriders
4 Into the Fire
5 Revolution
6 The final Waltz
Seite 2
1 Tsar
2 The Hussar
3 The Guardian
4 Return of the Gods
5 Silent Killer
6 Victory

Besetzung

Rock’n’Rolf (Voc, Lead Git, Git)
Thilo Herrmann (Lead Git)
Thomas Smuszynski (B)
Jörg Michael (Dr <1998>)
“Angelo Sasso“ (Dr <1999>)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger