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Reviews

King's X

Gretchen goes to Nebraska


Info

Musikrichtung: Progressiver psychedelic Groove Rock

VÖ: 22.06.1989

(Megaforce / Atlantic)

Gesamtspielzeit: 52:26

Mit Gretchen goes to Nebraska begann meine Reise mit King’s X - und ich stehe mit der Meinung, dass es das stärkste Album der Texaner ist, nicht alleine da.

Das Cover öffnet den Weg zum Verständnis der Platte. Im lebensfeindlichen Vakuum des sternenübersäten Alls öffnet sich der Blick auf ein paradiesisch friedliches Szenario. Genauso stehen neben oder inmitten von derben Rock Grooves melodische. leicht psychedelische Melodien, die in ihrer Harmonie an die Beatles oder frühe Pink Floyd erinnern – auch wenn sie meilenweit davon entfernt sind. „The Difference (in the Garden of St. Anne's-on-the-Hill)” gibt sich sogar als eine Mischung aus Beatles und frühen Barclay James Harvest.

Alle Vergleiche dürfen aber nicht vergessen machen, dass es sich bei King’s X um eine der eigenständigsten Rock Bands überhaupt handelt, deren nur schwer beschreibbarer Sound aus hunderten von Bands herauszuhören ist.

Es braucht mehr als einen Durchlauf, um mit der Band warm zu werden, denn auf plakative Refrains wird weitgehend verzichtet, aber es gibt genug kleine Hooks und Themen, die hängen bleiben und danach verlangen Gretchen erneut auf den Weg nach Nebraska zu schicken. Und je öfter sich die Scheibe im Player dreht, desto mehr öffnet sie sich dem Hörer, wie eine Blüte an der Sonne.

Und nach einer Weile weiß man gar nicht mehr, welches Stück man nicht als Highlight benennen soll.

- „Everybody knows a little Bit of Something” gehört definitv zu den Highlights. Es hat diese typischen King’s X Gesangsharmonien, die man süßlich nennen könnte, wenn das nicht so einen negativen Beiklang hätte – und endlich einmal einen Refrain, der im Ohr bleibt.
- „Pleiades“ mischt druckvolle Rock Power mit ruhigen Phasen.
- „Mission“ setzt zu Beginn – passend zum Titel – auf eine Kirchenorgel.
- „Over my Head“ ist ein knackiger Rocker mit psychedlischem Gesang und derben Rock Shouts.

Ein tolles Album, das maximal mit „Don't believe it (it's easier said than done)” einen Filler an Bord hat.

King’s X haben aus ihrer christlichen Orientierung nie einen Hehl gemacht, auch wenn sie es in späteren Phasen ihrer Karriere abgelehnt haben, als christliche Band bezeichnet zu werden. Die Texte von Gretchen goes to Nebraska sind – passend zur Musik - viel zu kryptisch, um als missionarisch bezeichnet zu werden, aber man braucht keine Lupe, um die christliche Inspiration zu sehen. Dass die Texaner dabei etwas tiefer bohren, als die eine oder andere „Bibelwerferband“, zeigt schon das Booklet, das neben den Texten eine mehrseitige Story zu Gretchen abdruckt – und mit einem Zitat des Kirchenvaters Augustin eingeleitet wird.

Fazit: Anspruchsvoll in Wort und Ton!



Norbert von Fransecky

Trackliste

1Out of the silent Planet 5:44
2 Over my Head 4:47
3 Summerland 3:17
4 Everybody knows a little Bit of Something 3:57
5 The Difference (in the Garden of St. Anne's-on-the-Hill) 3:08
6 I'll never be the Same 4:57
7 Mission 5:00
8 Fall on me 4:03
9 Pleiades 4:42
10 Don't believe it (it's easier said than done) 3:06
11 Send a Message 4:02
12 The Burning down 5:15

Besetzung

Doug Pinnick (B, Voc)
Ty Tabor (Git, Voc)
Jerry Gaskill (Dr, Voc)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger