····· Die polnischen Metal-Pioniere Kat kommen mit neuem Album ····· Banda Senderos jagen den Miesepeter zum Teufel ····· Ucee schickt „Mrs Clean" ins Rennen ····· Rage unterschreiben erneut bei Steamhammer ····· Nach der Frühjahrstour 2019 treten Sweet mit einem neuen Sänger an ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Reviews

Jack Teagarden

This Is Teagarden! plus: Chicago And All That Jazz


Info

Musikrichtung: Classic Jazz

VÖ: 22.02.2019 ('56/'61)

Essential Jazz Classics(Capitol/Verve)

Gesamtspielzeit: 76:09

Internet:

https://www.in-akustik.de/de/

Jazz hat so viele verschiedene Gesichter, so viele Stile. In der Entwicklung der Musik gab es so manche Musiker, die mit ihrer Individualität prägend wirken. Zu ihnen zählt sicher auch Jack Teagarden (Weldon Leo “Jack“ Teagarden), der von 1905 bis 1964 lebte. Der in New Orleans geborene Posaunist war ein Vertreter des traditionellen Jazz, beeinflusst durch Blues und Gospel. Bereits 1921 startete Teagarden seine Karriere und ab 1928 in New York kam es zu Plattenaufnahmen mit bekannten Kollegen wie Eddie Condon, Louis Armstrong oder Red Nichols.

Weitere Stationen waren die Orchester von Ben Pollack und Paul Whiteman, bis er schließlich 1938 seine eigene Band zusammenstellte. Viele Jahre zusammen mit Louis Armstrong folgten und auch mit anderen Orchestern arbeitete er weiterhin zusammen, so zum Beispiel mit jenen von Harry Geller und Van Alexander. Diese Kooperation können wir auf den ersten zwölf Titeln dieser CD nachhören, das ist die damalige LP This Is Teagarden!. Aufgenommen 1956 sind hier einige Klassiker zusammengefasst, die er bereits vorher schon einmal eingespielt hatte. Diese Standards bringt er nun mit großer Orchesterbegleitung.

Mit bluesigem Feeling startet die Platte, wir sind mitten in Downtown Memphis, Tennessee, der “Beale Street“, die oft als Heimat des Blues bezeichnet wird. Nun, das passt. Und genauso wie die folgenden Songs, die uns quer durch die frühe Jazzgeschichte führen. Sicher war Teagarden kein begnadeter Sänger, doch verstand er es, den Titeln stark emotionales Feeling einzuhauchen. Und gerade, wenn solche wunderschönen Balladen wie “Stars Fell On Alabama“ erklingen, dann klingt er sehr ergriffen und seine Stimme verbreitet eine individuelle Atmosphäre.

Die zweite Platte dieser CD-Kollektion bietet einen Einblick in die Jazzszene Chicago’s. Chicago And All That Jazz wurde mit dieser Allstar-Band im Oktober 1961 eingespielt. Vom Gitarristen Eddie Condon wurden sechs der Originalmitglieder der McKenzie-Condon Chicagoans Of 1927 noch einmal zusammengeführt, plus Teagarden, der sich hier den Gesang teilt mit Lil Hardin Armstrong und Blossom Seeley. Hier spürt man trotz des Aufnahmejahres noch ganz stark den Geist vergangener Jahrzehnte, des Jazz‘, wie er einmal war. Sehr authentisch bringen die Musiker die Ära eines Bix Beiderbecke und seiner Zeitgenossen zu Gehör. Stark ist es zum Beispiel, den sonst eher sanften Bud Freeman am Saxofon auch einmal kräftig und rauchig agieren zu hören. Klar – und einer der Klassiker ist eindeutig der Song “Chicago“, hier in zwei Versionen vertreten.

Zwei außer der Reihe tanzende Stücke runden den Reigen ab, das ist Lil Hardin Armstrong, die am Piano Boogie und Ragtime bringt, beim “Original Boogie“ vom Schlagzeug begleitet, beim “Original Rag“ ganz solo am Piano. 2 Songs gibt es noch in einer 1958er-Version, das sind die beiden letzten Stücke. Und so sind die Titel 13-25 für mich die Gewinner, dieses herrliche authentische Feeling berührt die Seele sehr.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Beale Street Blues
2 The Sheik Of Araby
3 Peg O’ My Heart
4 I’m Coming Virginia
5 If I Could Be With You
6 After You’ve Gone
7 Aunt Hagar’s Children Blues
8 Stars Fell On Alabama
9 Fare Thee Well To Harlem
10 My Kinda Love
11 Old Pidgeon-Toed Joad
12 A Monday Date
13 Logan Square
14 Chicago #1
15 After You’ve Gone
16 China Boy
17 Take Me To The Land Of Jazz
18 Sugar
19 Original Boogie
20 Nobody’s Sweetheart Now
21 Original Rag
22 Wolverine Blues
23 Chicago #2
24 China Boy [ 1958 Version]
25 Wolverine Blues [ 1958 Version]

Besetzung

Jack Teagarden (trombone, vocals) plus
#1-12:
Harry Geller’s Orchestra
Van Alexander’s Orchestra

#13-23:
Pee Wee Russell (clarinet)
Bud Freeman (tenor sax)
Jimmy McPartland (trumpet)
Eddie Condon (guitar)
Joe Sullivan (piano)
Bob Haggart (bass)
Gene Krupa (drums)
Lil Hardin Armstrong (vocals - #17, 23, unaccompanied piano – 19, 21)
Blossom Seeley (vocals - #17, 23)
Dick Oakley (trumpet - #24, 25)
Jerry Fuller (clarinet - #24, 25)
Don Ewell (piano - #24, 25)
Stan Puls (bass - #24, 25)
Ronnie Greb (drums - #24, 25)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger