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Reviews

Benny Lackner Trio

Drake


Info

Musikrichtung: Modern Jazz

VÖ: 08.03.2019

(Ozella)

Gesamtspielzeit: 42:44

Internet:

http://www.bennylackner.com/home
http://www.ozellamusic.com/
http://www.nuzzcom.com/

Benny Lackner wurde in Berlin als Sohn einer deutschen Mutter und eines amerikanischen Vaters geboren, und zog im Alter von dreizehn nach Kalifornien und studierte dort mit seinem Mentor, dem Jazzpianisten Brad Mehldau. Mittlerweile lebt Lackner überwiegend in Berlin, tourt mit seinem Trio und betätigt sich auch als Begleiter für andere Musiker.

Drake ist bereits das sechste Album des Musikers mit seinem Trio. Man kann dieses nicht ohne weiteres in die typische Schublade eines Jazz-Piano-Trios stecken, experimentieren die drei Musiker doch mit ihrem Sound, ein elektro-akustisches Klangbild hervorbringend. Die Musik wirkt sehr souverän, sehr entspannt, sehr professionell zurückgelehnt und dabei mit vielen Emotionen gespickt, darunter das eine oder andere Quäntchen Melancholie dabei. Das ausgeprägte Spiel von Melodien nimmt hierbei einen großen Stellenwert ein. Das ist insofern kein typischer Jazz mit Swing-Elementen und ausufernden Improvisationen, sondern man betreibt eine intensive Klangmalerei, schmückt einfache Themen aus und gestaltet gemeinsam. Dabei werden gelegentlich auch Elemente der Fusion-Bewegung der Siebziger herangezogen, mitunter eben wie einige Bands jener Tage ohne den überstark betonten elektronischen Ausdruck und in den Intensität weniger ausgeprägt.

Vielmehr wird dann doch zurückgefahren, zumal ja auch keine satten E-Gitarren in das Klangbild eingreifen, das letztlich eben von den Keyboards und dem gelegentlichen Einsatz elektronischer Effekte gestaltet wird. Mitunter, wie auf “Rise To The Occasion“, schleichen sich Trance-artige Passagen ein, vom einförmig voranschreitendem Schlagzeug unterstützt, darüber zirpt es mitunter ganz dezent und filigran. Filigran, ja, solche Songs gibt es auch komplett so zubereitet, sanft tupfend ziehen sich Piano-Klänge durch das dahinschwebende “Decompression“, wobei dieses durch die Rhythm Section zart schleppend noch unterstützt wird, auch ist “It’s Gonna Happen“ ein gutes Beispiel dafür. “Entwurzelt“ lässt den Bassisten mit verzerrtem Sound agieren, man könnte meinen, eine E-Gitarre hätte sich nun eingemogelt. So sind es ständig diese kleinen Nuancen, die das Gesamtbild angenehm anreichern und für Spannung sorgen.

So ist schließlich Musik entstanden, die warm strömt im Sonnengeflecht und dem Jazz eine ganz moderne Note gibt, zart und feinfühlig und behutsam agierend, das Kopf-Kino inspirierend zu individuellen Soundtracks, kurzum, Musik für alle Gelegenheiten.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 I Told You So (3:23)
2 Rise To The Occasion (3:20)
3 Here To Stay (4:05)
4 Decompression (4:27)
5 Tears (3:08)
6 Good Stuff (3:42)
7 I'ts Gonna Happen (5:39)
8 Entwurzelt (3:31)
9 Drake (5:23)
10 Yorke (3:03)
11 Choral (2:41)

Besetzung

Benny Lackner (piano, Fender Rhodes, effects)
Jerôme Regard (bass, effects)
Matthieu Chazarenc (drums)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger