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Reviews

Masanori Oishi

Smoke


Info

Musikrichtung: Avantgarde/Klassik

VÖ: 07.12.2018

(Odradek Records)

Gesamtspielzeit: 70:35

Internet:

http://www.m-oishi.com/
https://www.odradek-records.com/
https://www.in-akustik.de/

Der japanische Saxofonist Masanori Oishi spielte im Alter von fünf Piano, und ab zwölf Saxofon, studierte ab 1995 in Tokyo, ab 2001 am Konservatorium in Paris und ab 2004 in Amsterdam. In klassischer Musik als auch im Jazz ausgebildet spielte er unter anderem auch mit dem Tokyo City Philharmonic Orchestra. Auf dieser CD, Smoke, ist der Protagonist ganz allein, allein mit vier verschiedenen Saxofonen, Sopran, Alt, Tenor und Bariton. Sieben japanische Komponisten stellen hierzu die Musik, die jeweiligen Namen sind vor die Songtitel gestellt.

Obwohl als Instrument das Saxofon erklingt, im Jazz bereits lange etabliert, handelt es sich bei den Komponisten jedoch um solche aus dem Bereich der E-Musik. Und so bemerkt man auch rasch, dass es sich hier nicht um Jazz handelt, aber auch nicht um klassische Musik, wie man sie gemeinhin kennt. Unter Zugrundelegung der Kompositionen bewegt sich Oishi auf einem freien Weg von Improvisation, er nutzt die Bandbreite seiner Instrumente aus, um Klangbilder zu schaffen, die sehr avantgardistisch sind. Mal scheint das Instrument zu sprechen, mal zu hauchen, dann wieder schwebt es voller Expressivität.

Der Komponist Akira Nishimura behandelt mit “Water Shadows“ das Thema Wasser. Der Klang der Eigenschaften von Wasser soll beschrieben werden. Nähere Angaben findet man im Booklet, sowohl zu den unterschiedlichen Komponisten als auch zum Inhalt ihrer Kompositionen. Es empfiehlt sich, dieses vor oder während des Anhörens zu lesen, zumal es dann das Verständnis zur Musik wecken kann. Denn losgelöst davon, ist es einem letztlich selbst überlassen, Eindrücke zu verarbeiten und individuell zu deuten. Dazu bieten die unterschiedlichen Stücken reichlich Spielraum, wenngleich es beim ersten Hören so scheint, als klinge vieles sehr ähnlich. Doch gerade innerhalb der langen Stücke findet so manche nuancierte Entwicklung statt.

Am stärksten bewegend ist in diesem Zusammenhang der Song “Smoking Prohibited A Bay Street Ballade“ von Yoichi Sugiyama. Die Komposition basiert auf einem afro-amerikanischen Spiritual, “Lay This Body Down“ und ist einem Eric Garner gewidmet, der durch einen Polizisten getötet wurde, wohl rassistische Hintergründe beinhaltend. Auf dem Bariton-Saxofon spielt Oishi eine Hommage mit emotional stark gefärbter Ausprägung, wütend und aufrührend, voller Schmerz und Trauer und Wut. Dieser Song ist der U-Musik am nahesten und wohl auch darum der zugänglichste dieser Sammlung. Diese vierundzwanzig Minuten haben es in sich und billden den Höhepunkt dieser ungewöhnlichen Musik.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 [Toshio Hosokawa] – Spell Song (5:39)
2 [Kenji Sakai] – Initial S (7:57)
3 [Akira Nishimura] – Water Shadows (12:51)
4 [Dai Fujikura] – SAKANA (8:22)
5 [Yuji Takahashi] – Embers (8:52)
6 [Yoichi Sugiyama] – Smoking Prohibited A Bay Street Ballade (24:21)
7 [Ichiro Nodaira] – Solitaire (2:27)

Besetzung

Masanori Oishi (soprano sax -#1, alto sax - #2, 3, 7, tenor sax - #4, baritone sax - #5, 6)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger