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Reviews

Ùzgùn Ùver

Patak


Info

Musikrichtung: Elektronik / Folk / World / Psychedelia / Neofolk

VÖ: 15.10.2018

(Lollipoppeshoppe / Mana Mana Records)

Gesamtspielzeit: 44:05

Internet:

http://www.uzginuver.hu
http://www.lollipopeshoppe.bandcamp.com

Patak ist das neue, achte Album der ungarischen Kulttruppe Ùzgùn Ùver. Diese gründete sich 1991 aus verschiedenen Bands, die in den 80ern unterwegs waren und spielen seitdem eine fein durcharrangierte Mischung aus osteuropäischen Folk, durchsetzt mit Elektronik und Psychedelik und vor allem treibenden Perkussionen. Diese Mischung tragen sie vor allem live durch die Hallen Europas, was den verhältnismäßig kleinen Output an Platten etwas erklärt.

Dafür liefert jedes neue Album eine Steigerung an Qualität in der Musik, dem Klang und dem Arrangement. Patak beginnt mit dem 16 Minuten langen Titelstück, das seine tribal-manischen Perkussionen stoisch bietet, über denen sich der (Neo-)Folk der Band mit geheimnisvollen Blasmusikklängen und einer dicken Prise Psychedelik ausbreiten kann. Das Stück schreitet stets voran und arbeitet sich auf Höhepunkt zu. Das zweite Stück “Gazlo“ nimmt diesen Faden auf und bleibt quasi in der selben Perkussion, breitet sich aber noch psychedelischer aus. Im dritten Stück überwiegt dann der Folkanteil, was auch am sehr feinen Gesang der Gastsängerin Poly Flow liegt. Doch auch dieses Stück hat einen kräftige, tribiale Perkussion, die nur etwas weiter im Hintergrund wirkt, was auch auf die psychedelischen Instrumentierungen auf Gitarren und Blasinstrumenten zutrifft.

“Soderas“ wird dann elektronischer und tanzbarer, ohne die feine psychedelische Note zu verlieren. Diese wird wieder mit den Blasinstrumenten und Elektronik erzeugt, dazu trifft ein ein schöner weiblicher Gesang auf dieses feine Stück mit viel Popappeal. Schon fast in die Endrunde geht es dann mit “Örvèny“, das mit etwas stärkerem Beat aufwartet und die Streichinstrumente in den Vordergrund bringt. Auch diese bieten eine wohlige Mischung aus Psychedelik und Folk. Hierzu gibt es einen dunklen, kehligen männlichen Gesang und auch Kehlkopfklänge.

Abgeschlossen wird dann mit “Nàdras“, dem kürzesten Stück. Dieses unterscheidet sich am deutlichsten vom Rest, klingt es doch eher wie ein Dark-Wave-Song, der so auch auf jedes Legendary-Pink-Dots-Album der späten 80er und frühen 90er gepasst hätte. Ein treibender elektronischer aber auch akustischer Beat, eine sehnsüchtig-mysteriöse Violinenmelodie. Den folkigen Anteil geben die Blasinstrumente sowie eine Mautrommel. Einfach nur wundervoll.

Ein hervorragendes Album aus dem Bereich Folk/Psychedelik, perfekt im Klang und ebenso perfekt arrangiert. Die knapp 45 Minuten machen einfach nur Spaß und eignen sich zum manischen Tanzen ebenso wie zum Waldspaziergang oder mit dem Auto über die nächtliche Autobahn zu fahren. Als Referenzen möchte ich am ehesten Korai Örum nennen, wenn auch eher die früheren, denn der akustische Anteil ist bei aller Elektronik doch sehr hoch, bei diesem erstklassigen Album. Höchste Empfehlungsstufe.



Wolfgang Kabsch

Trackliste

1Patak16:18
2Gazlo5:31
3Shirat Hayam5:14
4Soderas6:37
5Örvèny6:27
6Nàdras3:58

Besetzung

Marcsi Farkas: Violine
Gyula Majoros: Blasinstrumente
Pèter Homoki: Gitarren, Produktion
Poly Flow: Gesang Stück 3

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger