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Reviews

Eric Bibb

Global Griot


Info

Musikrichtung: World Music

VÖ: 26.10.2018

(Dixiefrog)

Gesamtspielzeit: 90:02

Internet:

http://www.ericbibb.com/
https://www.hart.de/
http://www.bluesweb.com/p_home.php3

Der am 16.8.1951 in New York geborene Musiker lebt schon lange in Schweden und veröffentlichte seine erste Platte bereits 1972. Seinen Durchbruch erzielte er 1994 mit dem Album “Spirit & The Blues“. Viele haben den Mann aus New York bereits als legitimen Nachfolger von Taj Mahal angesehen, Mahal, der bereits in den Sechzigern eine spezielle Art Blues, vorwiegend akustischer Natur, spielte. Viele folgten dem Vorbild, so auch Eric Bibb

Global Griot, will uns Bibb nun nach Westafrika führen? Denn Griots, das sind dort ansässige Sänger, Geschichtenerzähler und Lehrer, die Tradition weitergeben durch mündliche Überlieferung. Doch nicht nur Afrika wird auf dieser Doppel-CD besucht. Durch Beteiligung sehr vieler ganz unterschiedlicher Musiker, man schaue sich einmal das eindrucksvolle Line-up an, führt uns der musikalische Weg auch nach Kanada, in die USA, nach Jamaika und nach Europa. Die Rolle eines globalen Geschichtenerzählers übernimmt Bibb also, mit einer sehr einfühlsamen Darstellung verschiedener Musikstile, afrikanische Rhythmen und alte und neue Spielarten, auch Assoziationen zu Fela Kuti gibt es, Reggae, Blues, World Music, Gospel.

Und so wird man auf eine Fülle recht verschiedener Stimmungen treffen, Liebhaber von Folklore werden ebenso bedient wie Bluesfreunde, und Alle, die es lieben, wenn Stile fusioniert werden. Eine Menge Anspieltipps resultieren daraus, mich fasziniert zum Beispiel das absolut coole “Human River“, dass auch Ry Cooder so hätte einspielen können. Perfekt fusioniert Bibb europäischen Sound mit einem Hauch Afrika zum Beispiel auf “We Don’t Care“, mit einem hypnotisch wirkenden Hintergrund, sehr lässiger Atmosphäre und einer großen Zugänglichkeit inklusive des Refrains, das könnte man sich gar als einen kleinen Hit vorstellen, aber leider geben das unsere Charts nicht her. Also – Radiostationen, aufgepasst!

Ein anderer “Hit“ ist der Blues-Klassiker “Black, Brown & White“ von Big Bill Broonzy, hier in einer zeitgemäßen Bearbeitung, mit sehr fein swingender Nuance. Fast schon in Richtung Americana mit einem Hauch Pop geht es mit “Listen To The Spirit“, auch ein sehr „cooler“ Song! Ein wenig karibisch und hier stark an Taj Mahal erinnernd, beendet “Remember Family“ die erste CD der musikalischen Weltreise.

Außergewöhnlich und ein wenig anders sind auf der zweiten CD solche wie der ganz laszive und entspannte Reggae “Grateful“, dieses Genre wird noch einmal aufgegriffen mit “Mole In The Ground“, sehr afrikanisch ist das von Solo Cissokho gesungene und mit der Kora verzierte “Spirit Day“, das mich an die Musik von Ali Farka Toure erinnert. “Last Night I Had A Dream“ ist der zweite Coversong der Kollektion und ist bekannt als eine Hymne der Friedensbewegung, und entsprechend friedlich wird er hier auch vorgetragen. Hörenswert ist auch die kraftvolle und seelenvolle Stimme von Linda Tillery auf “New Friends“. Gesamtheitlich betrachtet, ist die Musik dieser beiden CDs eine stimmungsvolle und Friedfertigkeit ausstrahlende Fusion verschiedener Kulturen, vornehmlich zwischen Afrika und Nordamerika, sehr gelungen, in ihrer Ruhe und Beschaulichkeit faszinierend.



Wolfgang Giese

Trackliste

CD 1:

1 Gathering Of The Tribes
2 Wherza Money At
3 Human River
4 What's He Gonna Say Today
5 Brazos River Blues
6 We Don't Care
7 Black Brown And White
8 Listen For The Spirit
9 Hoist Up The Banner
10 Mami Wata/Sebastian's Tune
11 Send Me Your Jesus
12 A Room For You
13 Remember Family

CD 2:

1 Race And Equality
2 Grateful
3 All Because
4 Spirit Day
5 Let God
6 Last Night I Had A Dream
7 Picture A New World
8 New Friends
9 Mole In The Ground
10 Michael Row The Boat Ashore
11 Needed Time

Besetzung

Eric Bibb (vocals, guitars, 12- string resonator guitar, 6- string banjo, baritone guitar, nylon string guitar, Bulgarian guitar)
Solo Cissokho (vocal, kora)
Jesper Nordenström (piano, vibraphone)
Jerker Odelholm (bass)
Nicci Notini Wallin (drums, percussion)
Paris Renita, André de Lang, Ulrika Bibb, Sara Scott, Neville Malcolm, Mama Kone, Kwame Yeboah, Habib Koité, Glen Scott (griot choir, vocals)
Christer Bothén (donso n’ goni)
Glen Scott (bass, keys, vocal, drums, percussion)
Kwame Yeboah (drums, guitar, vocal)
Sekou Cissokho (percussion)
Staffan Astner (slide guitar, bass, keys, guitars)
Harrison Kennedy (vocal)
Michael Jerome Brown (harmonica, guitar, fretless gourd banjo, 12-string guitar)
Habib Koité (vocal, guitar)
Neville Malcolm (upright & Fender bass)
Paul Robinson (drums)
Mama Kone (percussion)
Per Lindvall (drums)
Mats Öberg (harmonica)
Drissa Dembele (balafon)
Ale Möller (trumpet)
Kahanga “Master Vumbi“ Dekula (guitars)
Big Daddy Wilson (vocals)
Wayne Clark (drums)
Glen Browne (bass)
Dalton Browne (electric guitar)
Stephen Stewart (piano, organ)
Sam Clayton (percussion)
Ed Epstein (baritone sax)
Gunnar Lindström (guitar)
Frans Krook (bass)
Lamine Touré (vocal, percussion)
Olli Haavisto (pedal steel)
Linda Tillery (vocal)
Tammy L Hall (piano)
Brett Brandstatt (guitar)
Ken Boothe (vocal)
Sidney “Congo Billy” Watson (percussion)
Christer Lyssarides (electric guitar)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger