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Reviews

Shelly Manne & His Men

Complete Live At The Black Hawk


Info

Musikrichtung: West Coast Jazz

VÖ: 15.06.2018 (1960)

Essential Jazz Classics (Contemporary)

Gesamtspielzeit: 280:09

Internet:

https://www.in-akustik.de/

Immer wenn es um gute Schlagzeuger ging/geht, landete ich in der Regel beim Jazz. Denn dort gab/gibt es stets solche Individuen, solche Musiker, die mit Innovation und Können aufwarten/aufwarteten. So ist es auch Fall von Shelly Manne, der von 1920 bis 1984 lebte, geboren in New York und gestorben in Los Angeles. Geprägt von der Familie, sowohl sein Vater als auch sein Onkel waren Schlagzeuger, waren Jo Jones, “Big Sid“ Catlett, Kenny Clarke und Dave Tough seine Vorbilder, letzterer sein Mentor. Frühe musikalische Erfahrungen sammelte Manne als Begleiter von Stars wie Don Byas, Coleman Hawkins, Johnny Hodges oder Charlie Shavers. Den Bebop lernte er kennen durch Charlie Parker, Flip Phillips und Dizzy Gillespie. In den vierziger Jahren war der Drummer Mitglied in den Bigbands von Woody Herman und Stan Kenton. Auch dem West Coast-Jazz wandte er sich zu und an der Seite von Shorty Rogers, Art Pepper, Chet Baker und vielen anderen entwickelten sich seine vielfältigen Einflüsse.

Seine eigene Band, Shelly Manne & His Men, wurde 1955 ins Leben gerufen. Bis etwa 1967 war er mit dieser Band aktiv. Im Laufe der Zeit erfuhr die Formation zahlreiche Umbesetzungen. Die vorgestellten Aufnahmen stammen aus dem Jahre 1959, live eingespielt wurde zwischen dem 22. und 24. September 1959, und die Band war auf einem musikalischen Höhepunkt, als die Konzerte im Jazzclub “The Black Hawk“ in San Francisco stattfanden. Die Mitschnitte der Konzerte erschienen ursprünglich 1960 in Form von vier Langspielplatten auf dem Label Contemporary. Auf den vier CDs von Complete Live At The Black Hawk liegen nun alle sechsundzwanzig Stücke komplett vor. Die Musik hatte einen hohen Stellenwert bei den damaligen Kritikern, so zählte man die Aufnahmen zu den „ausgezeichnetsten und swingendsten Mainstream-Aufnahmen, die je gemacht wurden“.

Tatsächlich erleben wir hervorragenden Jazz, wie er seinerzeit aktuell war, West Coast Jazz auf höchstem Niveau. Jazz voller Leidenschaft, mit hervorragenden Solisten, die zwar nicht so bekannt waren wie andere Musiker der Westküste, doch jenen in nichts nachstanden. Der Saxofonist Richie Kamuca konnte locker mithalten mit Harold Land oder Teddy Edwards und besticht durch seinen an Lester Young orientierten Ton, jedoch etwas rauchiger in der Note und der Trompeter Joe Gordon orientierte sich an Clifford Brown, Monty Budwig und Victor Feldman sollten später noch einen größeren Bekanntheitsgrad erhalten und Shelly Manne pflegte seine besondere Art des Spiels, ein wenig an den Kollegen Roy Haynes erinnernd. Sein behutsames Spiel konnte die Band mehr als elegant unterstützen, wobei er sich oft dezent im Hintergrund hielt, aber ständig Akzente setzte, zum Beispiel mit den Becken, so war er ganz das Gegenteil zu Art Blakey, der ständig präsent zu sein schien. Dennoch trieb Manne seine Men bei schnellen Nummern wie zum Beispiel bei Songs wie “Our Delight“ unerbittlich an und swingte energisch und kraftvoll, sein Stil jedenfalls war ein recht individueller.

Dieser Jazz ist “straight ahead“, feinste Kost von der West Coast, in langsamen wie im schnellen Modus, dabei sind natürlich die schnellen Swinger fordernder und mitreißender. Diese Musik ist als klassisch und zeitlos zu bezeichnen und wird ewig bestehen und bestätigt erneut die Tatsache, dass 1959 ein sehr gutes Jahr für Jazz war.



Wolfgang Giese

Trackliste

CD 1:
1 Summertime (12:01)
2 Our Delight (11:58)
3 Poinciana (13:06)
4 Step Lightly (I) (14:15)
5 Black Hawk Blues (19:18)


CD 2:

1 Cabu (I) (11:47)
2 Theme: A Gem From Tiffany (I) (10:11)
3 Blue Daniel (I) (8:11)
4 Whisper Not (I) (9:58)
5 How Deep Are The Roots (11:12)
6 This Is Always (10:13)
7 Wonder Why [Trio] (8:55)

CD 3:

1 Eclipse Of Spain (10:45)
2 Blue Daniel (II) (8:41)
3 Step Lightly (II) (12:59)
4 What's New? (13:23)
5 Theme: A Gem From Tiffany (II) (0:50)
6 Vamp's Blues (20:10)
7 Theme: A Gem From Tiffany (III) (0:38)

CD 4:

1 I Am In Love (12:20)
2 Whisper Not (II) (12:30)
3 Cabu (II) (10:59)
4 Just Squeeze Me (12:59)
5 Nightingale (12:08)
6 Pullin' Strings (4:43)
7 Theme: A Gem From Tiffany (IV) (5:48)

Besetzung

Joe Gordon (trumpet)
Richie Kamuca (tenor sax)
Victor Feldman (piano)
Monty Budwig (bass)
Shelly Manne (drums)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger