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Reviews

Mungo Jerry

Rewind


Info

Musikrichtung: Pop / Oldies

VÖ: 08.04.2016

(Hypertension / Soulfood)

Gesamtspielzeit: 114:54

Mungo Jerry? Klar, „In the Summertime“! Das dürfte bei fast jedem, der den Namen Mungo Jerry kennt, die erste Assoziation sein. Und bei nicht wenigen dürfte diese Nummer so dominant im Vordergrund stehen, dass man bei Mungo Jerry an ein typisches One Hit Wonder denkt.

Aber bei den meisten zumindest etwas älteren Hörern dürfte sich beim Hören der ersten CD von Rewind eine ganze Reihe von A-Ha-Momenten einstellen. Denn auch Songs wie „Lady Rose“, „Alright, alright, alright“ oder „Baby Jump” konnten sich einiger Beachtung im Radio erfreuen – und das auch noch lange nach dem jeweiligen Veröffentlichungsjahr.

Aber neben diesen Erinnerungs-A-Has liefert Rewind auch ein paar Überraschungs-A-Has. Gemein ist all den oben genannten Hits ihr etwas naiv fröhlicher Ansatz, der den Eindruck einer Art Kirmes-Pop erweckt, gespielt von einer Band, die man als Musiker gar nicht so recht ernst nehmen kann.

Vor allem in der zweiten Hälfte zeigen Mungo Jerry einen deutlich weiteren Horizont. Man erkennt die Verankerung im der Hippiezeit. Der Sound wird zum Teil härter („Wild Love“). Es gibt Blues-Rock Nummern, wie das live eingespielte „Open up“, das rock‘n’rollige „Heavy Foot Stomp“, den Stampfer „Motor Bikin‘“ mit seiner Blues Harp oder das an Creedance Clearwater Revival erinnernde „All that a Woman should be”.

Aber Rewind ist mehr al seine Best of. Auf den ersten Blick fällt die ungleiche Verteilung der Stücke auf den beiden CDs auf – und das liegt nicht daran, dass auf CD 2 überwiegend Longtracks enthalten sind. Die Spielzeiten von 72 zu 42 Minuten bestätigen den ersten Eindruck. Und das hat einen Grund.

Gelegentlich liegt einer CD eine Best of CD bei. In diesem Fall ist es umgekehrt. Mungo Jerry hat dieser Best of ein komplettes neues Album beigelegt. Von der Kirmesmusik ist hier kaum noch etwas zu spüren. Lediglich das eher unbedeutende „Touch the Sky“ hat noch einen leichten Kirmestouch. Statt dessen gibt es leichten Blues „You’ll be sorry“, stampfenden Funk („Rhythm is a Healer“), Blues-Rock mit Rock’n’Roll-Wurzeln und klasse Piano („I only had a Dollar“), das walzerartige „The old Apple Tree” und einen Blues-Jam wie „I’ll be happy ’til I die”. Kandidaten für einen neuen Hit finden sich allerdings eher nicht.

Das 8-seitige Booklet enthält neben Fotos zwei Seiten Liner Notes und einen zweiseitigen Auszug aus einem Interview von 2015.



Norbert von Fransecky

Trackliste

CD 1
1 In the Summertime (3:32)
2 Lady Rose (3:10)
3 You don't have to be in the Army to fight in the War (3:26)
4 Hello Nadine (3:29)
5 Somebody stole my Wife (3:26)
6 Alright, alright, alright (2:49)
7 Wild Love (3:08)
8 Sugar Mama (4:26)
9 All that a Woman should be (3:23)
10 Snakebite (5:58)
11 Mighty Man (4:50)
12 Heavy Foot Stomp (3:00)
13 Motor Bikin' (4:24)
14 Going up the River (4:43)
15 Open up (9:35)
16 Baby Jump (4:50)
17 In the Summertime, good Times on your Mind (6:29)

CD 2
1 It don't matter (3:49)
2 Touch the Sky (4:09)
3 You'll be sorry (4:03)
4 Rhythm is a Healer (3:57)
5 I'll be happy 'til I die (6:25)
6 I only had a Dollar (3:36)
7 One more Night without you (3:57)
8 The old Apple Tree (4:47)
9.1 Going down to Mexico (3:19)
9.2 * Pause * (0:30)
9.3 Stagger Lee (4:00)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger