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Reviews

OZ

Transition State


Info

Musikrichtung: Heavy Metal

VÖ: 20.10.2017

(AFM / Soulfood)

Gesamtspielzeit: 57:32

Internet:

http://www.ozofficial.com

Auch nach mehrfacher Einfuhr will mir nicht einleuchten, warum Metal-Puristen – die in ihrer Engstirnigkeit oftmals lächerlich bis peinlich wirken – überwiegend ablehnend auf dieses Album reagieren. Oh, von der Originalbesetzung ist nur noch der Drummer übrig! Das ist natürlich ganz schrecklich und darf von einem echten True Metaller auf keinen Fall toleriert werden. Im Ernst, das ist zwar wahr und auch schade, aber was hat das mit der Qualität des Materials zu tun? Lässt man diesen albernen Scheiß beiseite, bleibt eine extrem kurzweilige Scheibe übrig. Sänger Vince Kojvula macht mit seinem feinen Gespür für die Wechsel vom Singen zum Shouten und zurück einen prima Job. Ich vermisse den Ur-Frontmann Ape De Martini nicht im Geringsten, obwohl der zweifellos ein Unikum war.

Die größte Stärke von OZ war immer die wilde, oft bis zum Überschlagen wirbelnde Gitarrenarbeit. Für den dritten Neustart seiner Band hat Schlagwerker Mark Ruffneck eine exzellente Wahl getroffen: Johnny Gross und Juzzy Kangas harmonieren in nahezu blindem Verständnis prächtig miteinander und pfeffern uns ohne Unterlass Riffs und Soli zum Zungeschnalzen um die Ohren, die alleine schon den Kauf rechtfertigen.

Auch wenn ihre Musik 2017 strukturierter klingt, ist es erstaunlich, verglichen mit so manchen Kollegen geradezu sensationell, wie sich OZ das Ungehobelte, Rohe, Rebellische bewahrt haben. Sie klingen unberechenbar! GEFÄHRLICH! Da schwingt sogar ein Hauch von Punk mit – auch heute noch!
Da fällt mir ein: Jemand hat den „neuen“ Sound der Finnen tatsächlich mit Hammerfall verglichen! Lächerlich! Eine solche Straßenköter-Attitüde, wie sie sich OZ über Jahrzehnte bewahrt haben, hatten die nicht mal im Demostadium! Geblieben sind allerdings auch die überwiegend sinnfreien Texte, die irgendwie an Loudness erinnern... Aber auch solche Unzulänglichkeiten wie der eine oder andere nicht komplett ausgearbeitete Refrain machen den Charme der Jungs aus. Dass die Backing Vocals kaum herauszuhören sind, ist auf der anderen Seite wieder gut.

Mit meinen Lieblingssongs „The mountain“ und dem irren „The witch“, ergänzt um das zunächst unauffällige „Restless“, das sich jedoch bald als „Hit“ der Platte entpuppt, ist diese siebte Platte als Gesamtpaket das Beste, was uns OZ in den trotz Unterbrechungen stolzen 40 Jahren ihrer Existenz vor den Latz geknallt haben. Vor allem muss man sich nicht mit dem Qualitätsgefälle der Vorgänger herum quälen. Und wer weiß, vielleicht geht es mit den Jungs karrieremäßig doch noch richtig ab? Transition State ist jedenfalls eine optimale Ausgangslage für künftige Schandtaten!

Auch wenn das Ding nicht so gut wäre, ist mir allein der Spaß, den ich beim Hören habe, 14 Punkte wert.

Achtung: Auf der Vinyl-Variante fehlen die drei Bonussongs!



Michael Schübeler

Trackliste

1Bone Crusher4:05
2 Restless3:46
3 Heart Of A Beast4:40
4 Drag You To Hell4:37
5 Whore Of Babylon (Bonus Track)5:18
6 The Witch4:32
7 In A Shadow Of A Shotgun3:54
8 Never Close Your Eyes3:29
9 The Mountain5:17
10 Demonized4:26
11 We´ll Never Die4:26
12 Sister Red (Bonus Track)5:36
13 Midnight Screams (Bonus Track)3:25

Besetzung

Vince Kojvula (Vocals)
Johnny Gross (Guitar & Backing Vocals)
Juzzy Kangas (Guitar & Backing Vocals)
Peppy Peltola (Bass & Backing Vocals)
Mark Ruffneck (Drums & Percussion)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger