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Reviews

John Coltrane

Giant Steps, The Stereo & Mono Versions


Info

Musikrichtung: Jazz

VÖ: 01.12.2017(1959)

Green Corner (Atlantic)

Gesamtspielzeit: 75:31

Internet:

http://www.johncoltrane.com/
http://www.in-akustik.de/

John Coltrane lebte vom 23. September 1926 bis zum 17. Juli 1967. Altsaxofon, Sopransaxofon, Tenorsaxofon und Flöte waren seine Instrumente. Noch heute gilt er als einer der wohl einflussreichsten Jazzmusiker der Gegenwart, und noch heute spürt man im Jazz seine Allgegenwärtigkeit, sei es als Ausfluss seiner Kompositionen, seiner Spiritualität im Ausdruck seiner Musik oder besonders auch in seiner Spielweise. Eine Spielweise, die sich im Laufe seiner musikalischen Entwicklung änderte, entwickelte. Anfänglich durch den Sound von Rhythm- und Blues-Musikern beeinflusst, war das die Basis, auf denen er ein den Fünfzigern seine “Sheets Of Sound“ entwickelte, sozusagen sehr großräumige Klangflächen, auf denen er in rasanten Tempo seine Soli platzieren konnte mit einer ungeheuren Kraft und Virtuosität.

Nach dem Wechsel zu Atlantic Records erfolgte der erste Wechsel im Stil, die Musik wurde dichter, das Konzept harmonischer, die Sheets weiterentwickelt. In dieser Zeit entstanden einige wichtige Einspielungen, zu denen die Platte Giant Steps mit Sicherheit auch zählt. Aufgenommen wurde das Album am 4. und 5. Mai 1959, nur “Naima“ entstand am 2.Dezember des gleichen Jahres.

Die Veröffentlichung erschien in einer Mono- und einer Stereo-Version, veröffentlicht unter verschiedenen Referenznummern. Zum ersten Mal sind diese beiden Version in einem Set erhältlich. Leider gerieten die seinerzeit preiswerteren Mono-Produktionen in Vergessenheit und so ist es sehr löblich, diese anders klingenden Aufnahmen nun auch vergleichend genießen zu können. Und ein Genuss ist es allemal, der Musik dieser Platte zu lauschen, zählt sie doch, dem Titel angemessen, zu den Giganten des Coltrane’schen Outputs. Allesamt handelt es sich bei den hervorragenden Songs um Eigenkompositionen, von denen eine stärker ist als die andere. So ist es schwierig, einen Song besonders hervorzuheben, wobei mit “Naima“ sicherlich einer der großartigsten Balladenklassiker der Jazzgeschichte entstand!

Ansonsten ist zumeist harter Swing angesagt, sogleich der Titelsong rast förmlich dahin, von Chambers und Taylor brillant angetrieben und von Tommy Flanagan perfekt und leidenschaftlich ausgefüllt. Und darüber fliegt das Tenorsaxofon des Protagonisten mit einer solchen Eleganz und Leichtigkeit, die einen aus dem Sessel heben könnte. “Countdown“ startet als mitreißende Duo-Darbietung von Drums und Sax, bevor das leider viel zu kurze Stück nach gut einer Minute um die übrigen Instrumente ergänzt wird. Ja, dieser Titel ist furios, grandios und bewegend. Als kleiner Mitsumm-Hit hinsichtlich des Themas erweist sich “Cousin Mary“ und mit “Mr.P.C.“ endet eine Platte voller Höhepunkte, eine Platte, die ein Klassiker ist und richtungweisend für die weitere Musik Coltrane’s.

Die Musikzeitschrift “Jazzwise“ nahm das Album in die Liste “The 100 Jazz Albums That Shook the World“ auf, zu Recht! Denn allein, wie sich der Bandleader, dessen Solospiel in den Mittelpunkt gerückt wurde, die Seele aus dem Leib spielt, ist mehr als beeindruckend. Eines fehlt allerdings bei dieser Veröffentlichung, denn die auf späteren Veröffentlichungen enthaltenen Bonustracks gibt es nicht, wären zeitlich aber auch nicht mehr zu realisieren gewesen auf dieser Einzel-CD.



Wolfgang Giese

Trackliste

The Stereo Version:

1 Giant Steps (4:48)
2 Cousin Mary (5:51)
3 Countdown (2:27)
4 Spiral (6:04)
5 Syeeda’s Song Flute (7:07)
6 Naima (4:27)
7 Mr. P.C. (6:59)

The Mono Version:

8 Giant Steps (4:49)
9 Cousin Mary (5:52)
10 Countdown (2:27)
11 Spiral (6:01)
12 Syeeda’s Song Flute (7:08)
13 Naima (4:27)
14 Mr. P.C. (6:58)

Besetzung

John Coltrane (tenor saxophone)
Tommy Flanagan (piano)
Wynton Kelly (piano, only - #6, 13)
Paul Chambers (bass)
Art Taylor (drums)
Jimmy Cobb (drums, only - #6,13)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger