····· Können die Franzosen Noiss den Grunge neu beleben? ·····  Little Steven feiert seine Comeback-Tour mit einem 3-CD Live-Set ····· Manfred "Sandstrahlmanne" Deiner verstorben ····· In der ersten Juli-Hälfte steht die Sciarrino-Oper Ti vedo, ti sento, mi perdo fünf Mal auf dem Programm der Staatsoper Unter den Linden ····· Ian Gillan und seine allererste Band sind wieder vereint ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Reviews

Jess And The Ancient Ones

The Horse And Other Weird Tales


Info

Musikrichtung: Psychedelic Rock

VÖ: 01.12.2017

(Svart Records / Cargo)

Gesamtspielzeit: 34:33

Internet:

http://www.jessandtheancientones.com
http://www.facebook.com/jessandtheancientones

Vor zwei Jahren gefielen Jess And The Ancient Ones mit ihren epischen Aquarius Tapes. Legt man The Horse And Other Weird Tales ein, ist man erst einmal überrascht. Denn die Platte ist mit rund 35 Minuten verhältnismäßig kurz ausgefallen und die Songs dementsprechend kompakt. Muss ja nichts Schlechtes sein. Ist es auch nicht. Zwar klingen ein paar Titel fast etwas zu abgehackt am Ende. Das Konzept geht aber auf und man bekommt ein feines Stück psychedelische Rockmusik zu hören.

Stilistisch lehnt man sich nicht weit aus dem Fenster und verharrt im Sound, den man von den Finnen kennt. Die Überraschung des überragenden Erstlings ist damit zwar weg. Aber Jess, Thomas Corpse & Co. überzeugen mit ihrer selbstbewussten Art. Wo andere Bands sich im pseudocoolen Fuzz-Sound suhlen, haben diese Musiker den Kniff einfach raus. Die Songs der Platte klingen einfach natürlich locker und frei von der Leber weg gespielt. Es groovt und knirscht, man swingt lässig durch die Gegend, nur um kurze Zeit später den Hörer in den Psychedelic-Rausch zu versetzen. Und über allem thront die tolle Sängerin und wacht, dass ihre Jungs es nicht zu sehr ausfransen lassen. Überhaupt leben die Songs mehr als je zuvor von ihrer leidenschaftlichen Performance.

Ergebnis sind Songs voller Seele und ehrlichem Rockkick. Mal tanzbar wie im Hit „(Here Comes) The Rainbow Mouth“, dann wieder reduziert nach vorne polternd („Minotaure“) oder beschwingt nach vorne rollend („Return To Hallucinate“). Eingestreute Spoken-Word-Samples und instrumentale Spielereien, die man trotz der straffen Arrangements immer wieder vorfindet, sorgen für Atmosphäre. Wie Leuchttürme ragen die beiden Longtracks „Anyway The Minds Flow“ und „You And Eyes“ hervor, von denen besonders letzterer enorm einnehmend ist.

The Horse And Other Weird Tales ist ein knallbunter, unterhaltsamer psychedelischer Trip, der noch etwas tiefer in die Musikhistorie abtaucht, als man es bisher eh schon tat.



Mario Karl

Trackliste

1Death Is The Doors3:33
2 Shining3:17
3 Your Exploding Heads2:14
4 You And Eyes7:02
5 Radio Aquarius1:55
6 Return To Hallucinate2:29
7 (Here Comes) The Rainbow Mouth3:32
8 Minotaure2:33
9 Anyway The Minds Flow7:58

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger