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Reviews

Jen Gloeckner

Vine


Info

Musikrichtung: Ambient Dream Pop

VÖ: 14.04.2017

(Spinning Head Records)

Gesamtspielzeit: 39:25

Internet:

http://www.jengloeckner.com
https://jengloeckner.bandcamp.com

Jen Gloeckner scheint nicht zu den Vielschreibern im Musikbusiness zu gehören. Vine ist ihr drittes Album nach dem Debüt Miles Away von 2004 und Mouth Of Mars aus dem Jahr 2010. Das Arbeitstempo erinnert doch stark an Peter Gabriel. Doch sollte die Qualität bei Jen Gloeckner ebenfalls stimmen, dann könnte man das verschmerzen. Und wie sie stimmt. Mit Vine ist Jen Gloeckner ein absoluter Kracher gelungen.

Der sphärische Dream Pop oder Folk hat sich von ihren Anfängen im Singer/Songwriter-Genre deutlich weiterentwickelt. Und damit beweist Jen Gloeckner, dass sie sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruht, denn schon ihre ersten beiden Alben waren mehr als hörenswert. Es ist gar nicht so einfach, die Musik in Worte zu fassen. Sie lässt sphärische Landschaften entstehen, die auch mal asiatische Anklänge besitzen können (z.B. "The Last Thought"), ohne sich anzubiedern. Jeder Song hat seine eigene Atmosphäre und doch wirkt das ganze Album wie aus einem Guss. Grandios, wie immer wieder eine Cellostimme (Fred Lonberg Holm und Helena Espvall) in der Klanglandschaft auftaucht und kleine Farbtupfer darauf verteilt (z.B. "Blowing Through", "Counting Sheep"). Auch die verschiedenen Gitarrenstimmen überzeugen. Zum einen spielt Jen Gloeckner selbst, aber wenn einzelne Gäste, allen voran Shawn Healy mit dem E-Bow, mit an Bord sind, blüht die Musik nochmals richtig auf. Auch wenn Jen Gloeckner den Großteil der Musik alleine eingespielt hat, so sind es doch die Gäste, die den Arrangements den letzten Schliff geben und so auch ihrem Gesang die Grundlage geben, um in ruhiger, unaufgeregter Art zarte Melodielinien in die Landschaft zu setzen. Das besitzt große Klasse.

Vine kann auch klanglich überzeugen. Obwohl nur in ihrem Schlafzimmer als Heimstudio aufgenommen, gibt es hier feinste Klänge, was sicherlich auch am tollen Mix von Brian McTear und Matt Poirier (beide haben u.a. schon mit War on Drugs oder Marissa Nadler gearbeitet) liegen dürfte. Jen Gloeckner überzeugt mit Vine auf ganzer Linie. Kompliment!



Ingo Andruschkewitsch

Trackliste

1Vine2:57
2 Firefly (War Dance)3:38
3 Breathe3:42
4 Ginger Ale4:02
5 The Last Thought3:12
6 Blowing Through3:33
7 Counting Sheep3:34
8 Prayers4:37
9 Colors3:33
10 Row With the Flow3:56
11 Sold2:41

Besetzung

Jen Gloeckner: Gesang, Bass, Keys, Gitarre, Drum Programming, Loops, Dulcimer
Henri Padovani: Gesang
Angela Gail Mattson: Gesang
John Gloeckner: Gitarre
John Ashton: Gitarre
Shawn Healey: Gitarre, E-Bow
Rick Eagle: Schlagzeug
Fred Lonberg Holm: Cello
Helena Espvall: Cello
Jon Wiater: Flöte

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger