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Reviews

Nico Lohmann Quintet

Merging Circles


Info

Musikrichtung: Moderner Jazz

VÖ: 01.07.2016

(Unit Records)

Gesamtspielzeit: 61:34

Internet:

https://nicolohmannquintett.bandcamp.com/
http://www.unitrecords.com/page.php?pid=1000
http://www.uk-musikpromotion.de/kontakt.html

“Miraculum“, die letzte Platte des Nico Lohmann Quintetts, aus 2013, hinterließ bei mir unterschiedliche Gefühle. Straffe und geordnete Musik fiel mir auf, vielseitige Kompositionen und Arrangements, Abwechslungsreichtum. Was ich vermisste, war das Loslassen und Überschreiten in freie Gefilde außerhalb der sehr sauberen und korrekten Produktion. Gleichwohl kam ich nicht umhin, eine hohe musikalische Qualität zu attestieren.

So, und nun sitze ich hier mit Merging Circles. Schaut man in die Tracklist, bemerkt man, dass innerhalb der Songfolge viele Kadenzen untergebracht sind, bzw. diese von solchen unterbrochen wird. Als Kadenz bezeichnen Musiktheoretiker eine tonale bzw. harmonische Schlusswirkung, d. h. den Vorgang des Zurückfallens in eine tonische Ruhelage auf einem metrisch geeigneten Ort, nämlich auf einem Phrasenschluss. Dabei hat die Musik gar kein Zurückfallen nötig, keine Ruhelage. Denn durchgehend ist auch diese Platte wieder von sehr viel Harmonie und Ruhe geprägt.

Zu meinem Wohlwollen und Entzücken bemerke ich, dass vor allem Lohmann seinen Stil weitergebracht hat, ich scheine zu erkennen, dass er die harmonische Welt durchaus gelegentlich unterbricht mit frechen Statements, die das ruhig fließende und zarte in der Musik angenehm ausweiten im Ausdruck.
So lebt die ganze Atmosphäre von einer sehr schönen Stimmung, die dadurch an erheblichem Wert gewonnen hat durch die erneute Hinzunahme der Saxofon-Kollegin Birgitta Flick, so dass mitunter ein wunderschönes Geflecht der Instrumente entsteht. Die Rhythm Section ist vorbildlich in ihren Aktionen und dieses mitunter filigrane Gerüst scheint mit den Solisten in Wolken abzuheben und dort watteweiche Harmonie zu produzieren. Insofern regnet es äußerst angenehm auf die Hörer/innen nieder. Ganz besonders entwickelt sich dieser Eindruck bei “Taube“.

Kammermusikalischer Jazz, der durch die “Cadenzas“ kurze Gedankenpausen einlegt, Musik, die sich im Verhältnis zum Vorgänger gesteigert hat, weil der lyrische Charakter durchgehend ein Wohlgefühl verschafft und die Kompositionen des Bandleaders offensichtlich ein Mehr an Tiefe gewonnen haben. Da kann man durchaus bereits von einem eigenen Profil sprechen. Nur weiter so!



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Cool Drops (6:02)
2 Taube (6:40)
3 Tenor Saxophone Cadenza (1:43)
4 Piano Cadenza (0:54)
5 Questions (4:54)
6 Soprano Saxophone Cadenza (0:20)
7 38 (4:25)
8 Alto Flute Cadenza (0:32)
9 Piano Cadenza (0:48)
10 Amber Sheets (4:48)
11 Alto Saxophone Cadenza (1:11)
12 Bass Cadenza (1:10)
13 Drums Cadenza (0:57)
14 Soprano Saxophone Cadenza (0:45)
15 BER Blues (5:54)
16 Free Time (8:14)
17 Birdy (4:37)
18 Merging Circles (7:26)

Besetzung

Nico Lohmann (Kompositionen, Alt- & Sopransaxophon, Flöte, Akai EWI)
Birgitta Flick (Tenorsaxopohon)
Claus-Dieter Bandorf (Klavier, Fender Rhodes)
Tobias Backhaus (Schlagzeug)
Marc Muellbauer (Kontrabass)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger