····· Kinderhospizarbeit wird vom Charity Unleashed Festival (CUF 24) unterstützt ····· Der Kreis schließt sich - Full Circle soll das letzte reguläre Studioalbum von Sweet sein ····· Zum dritten Mal geht Timo Langner mit Lobpreis-Liedern an den Start ····· Überarbeitung eines Klassikers kündigt neues Nick Lowe Album an ····· Das Prog-Projekt Wildwood Morning knüpft an den Italo-Kraut der 70er an ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Reviews

Scorpions

Animal Magnetism (50th Anniversary Deluxe Edition)


Info

Musikrichtung: Hard Rock

VÖ: 06.11.2015 (1980)

(BMG)

Gesamtspielzeit: 63:25

Internet:

http://www.the-scorpions.com

Animal Magnetism ist das unauffälligste Album der zweiten Scorpions-Phase. Es wirkt im Vergleich zu den anderen Alben recht kontrolliert, weniger spontan, teilweise sogar etwas gedrückt. Richtige Power Hits, die man von den Hannoveranern gewohnt ist, finden sich hier nicht. Dafür kann die Band in ihrem zweiten Fach, der Ballade, wieder einmal richtig punkten. Das mit Streichern und Bläsern arrangierte „Lady Starlight“ ist von vorne bis hinten gelungen, hat Substanz und Kraft und nichts mit späteren Säuselnummern gemein. Keine Frage – eins der Highlights von Animal Magnetism. Das passt zu der insgesamt ruhigeren Herangehensweise des Albums.

Das Booklet gibt zumindest eine Teilantwort auf diese Veränderungen. Die Scorpions hatten wilde Monate hinter sich. Mit Taken by Force, dem ersten Live-Album Tokyo Tapes, dem Ausstieg von Uli Jon Roth und Lovedrive, dem ersten Album mit Matthias Jabs, sowie den dazwischen liegenden Touren waren die Scorpions in eine Liga mit den ganz Großen aufgestiegen. Ein Weg der wenig Pausen kannte und an dessen Ende eine Plattenfirma stand, die nach dem Motto „Das Eisen muss geschmiedet werden, solange es heiß ist!“ umgehend einen Nachfolger für Lovedrive einforderte. Die Band war am Ende. Bezeichnend ist eine im Booklet beschriebene Begebenheit. Herman Rarebell war am Ende einer Aufnahme verschwunden. Gefunden wurde er auf dem Boden hinter seinem Schlagzeug. Er war am Ende der Session schlicht vom Hocker gefallen und eingeschlafen.

Dennoch hat das Album seine Stärken. „Make it real“ und der Non-Album Track „Hey you” waren Klasse Singles, die für die Scorpions nur erstaunlich soft und melodisch daher – noch nicht Pop, aber zum Teil mit deutlicher Tendenz in den AOR-Bereich.
Auch kommt der Groove hier stärker zum Tragen. Besonders deutlich am Ende der CD. Das ruhig groovende „The Zoo“ hat etwas nahezu Manisches und der Titelsong baut mehr eine drückende Atmosphäre auf, als ein traditioneller Rock Song zu sein. Ob man so weit gehen will, wie das Booklet, und die Scorpions hier als Vorreiter von späteren Stilen wie Groove und Doom Metal sehen möchte, sei mal dahin gestellt. 1980 waren das auf jeden Fall interessant innovative Klänge.

Die 50th Anniversary Deluxe Edition packt knapp 25 Minuten Bonus-Material zu dem Original Album, die sich durchweg lohnen. Mit „American Girls“ und „All Night long“ gibt es zwei gänzlich neue Songs, aber auch „Animal Magnetism“ hat kaum noch etwas mit dem späteren Titelsong zu tun. „Restless Man“ kommt wesentlich lockerer als das aus ihm hervor gehende „Twentieth Century Man“.

Insgesamt sind die Scorpions hier spontaner und unmittelbarer. Teilweise fragt man sich, ob das nicht Stücke sind, die bereits zurzeit von Taken by Force oder früher entstanden sind.

Prinzipiell kommt die 50th Anniversary Deluxe Edition von Animal Magnetism in der gleichen Aufmachung, wie die anderen Alben der Edition. Sie ist allerdings die einzige, bei der auf eine zweite CD oder DVD verzichtet wurde. Das unterstreicht noch einmal die geringere Bedeutung des Albums im Kanon der umliegenden Alben.

Dass das Album dennoch uneingeschränkt zu empfehlen ist (durch die Bonus-Tracks auch für Fans, die das Album bereits besitzen), unterstreicht die Klasse, die die Scorpions (nicht nur) in der Dekade von 1978 bis 1988 hatten.



Norbert von Fransecky

Trackliste

1Make it real 3:50
2Don't make no Promises (your Body can't keep) 2:58
3Hold me tight 3:58
4Twentieth Century Man 3:03
5Lady Starlight 6:16
6Falling in Love 4:11
7Only a Man 3:32
8The Zoo 5:28
9Animal Magnetism 5:56
10Hey you (Vocals Rudolf Schenker) 3:48
11Animal Magnetism (Demo Version) 4:30
12American Girls (Demo Song) 3:29
13Get your Love (Demo Version von "Heroes don't cry") 3:42
14Restless Man (Demo Version von "Twentieth Century Man") 3:18
15All Night long (Demo Song) 4:59

Besetzung

Klaus Meine (Voc)
Matthias Jabs (Lead Git <1,2,4,6,7,8>, Slide Git <9>, Talk Box <8>)
Herman Rarebell (Dr)
Francis Buchholz (B)
Rudolf Schenker (Git, Lead Git <3,4,5,9>, Ac Git <5>, Voc <10>)

Gäste:
Adele Arman (Violine <5>)
Victoria Richard (Violine <5>)
Paul Arman (Viola <5>)
Richard Arman (Cello <5>)
Charles Elliot (Kontrabass <5>)
Melvin Berman (Oboe <5>)
George Stimpson (Horn <5>)
Brad Wamaar (Horn <5>)
Zurück zum Review-Archiv
 


So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger