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Reviews

Wood & Steel Trio

Secret Ingredient



Liest man die Angaben zur Besetzung, kann man sich zunächst schwer vorstellen, welche Musik man zu erwarten hat. Das klingt nicht nach vertrauten Klängen des Jazz, eingespielt in einem klassischen Format, hier im Trioformat, das könnten Vibrafon, Bass, Schlagzeug zum Beispiel sein. Doch es gibt kein Schlagzeug, das perkussive Element sollte daher von den drei Musikern zu übernehmen sein. Und ein Instrument aus dem Bereich Country? Ja, der Dobro ist eine Resonatorgitarre, in der Regel mit einem Holzkorpus, Christian Kögel scheint die metallische Version zu spielen.
Secret Ingredient - eine geheime Zutat scheint möglicherweise auch noch eine Rolle in dieser Klangsuppe zu spielen, oder?

Im Booklet sind alle Stücke mit kurzen Erläuterungen versehen, zum Beispiel zum „“Udon Waltz“: “In memory of an evening with slide guitarist David Tronzo, combatting an in-exhaustible bowl of Japanese noodle-soup“, oder zu „“O Bossa, Where Art Thou?“: „ How would the melancholic sea-elephant out out Urmel aus dem Eis sing this?“

Die Stimmung der einzelnen Songs wechselt zwischen solchen, die mehr Struktur aufweisen, und jenen, die viel mehr frei zu schweben scheinen. Im Mittelpunkt scheint schon fast der Bass zu stehen, der die beiden anderen Instrumente rhythmisch zusammenhält oder zu den flächigen Klangmustern beiträgt. Das Interessante ist natürlich diese ungewöhnliche Kombination zwischen Marimba/Vibrafon und dem Saiteninstrument. Ganz neue, teils auch sehr perkussive Bilder entstehen so und erzeugen ein ganz neues Hörvergnügen. Und so ist eine gelungene Kombination zwischen Holz und Stahl entstanden, allein Neffe vereint die beiden Begriffe bereits durch den jeweiligen Einsatz der hölzern klingenden Marimba oder des metallisch klingenden Vibrafons.
Gelungen ist es ebenfalls, die Balance zwischen Improvisation und Gruppendynamik im Lot zu halten.

Insgesamt überwiegt für mich der Begriff Holz, ist doch letztlich eine recht warm klingende Mixtur entstanden. Schwierig ist es, die Musik einzuordnen, sind es doch typische Elemente des Jazz, die fehlen, so swingt es eigentlich auch nicht, nur die Improvisationen passen hier, die frei schwebenden Elemente könnten auch schon fast in die Schublade New Age passen, ein wenig Folk mag auch mitschwingen, zum Beispiel, wenn es ein wenig arabisch klingt auf “Old Neighbourhood“. Avantgardistische Züge lassen sich ebenfalls ausmachen, und so ist diese Musik für mich schon fast schubladenfrei. Das wiederum kann bedeuten, dass sich außerhalb des Jazz-Zirkels durchaus andere Gruppen angesprochen fühlen sollten.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Speak [Neffe](6:10)
2 The Secret Ingredient [Muellbauer](5:06)
3 Old Neighbourhood [Kögel](6:41)
4 O Bossa, Where Art Thou? [Kögel](4:29)
5 Fluxx [Neffe](6:27)
6 Jackson [Muellbauer](5:44)
7 Prospekt Park [Muellbauer] (6:48)
8 Udon Waltz [Kögel](3:20)
9 Metamorphose [Neffe] (8:09)
10 Meander [Muellbauer](7:08)
11 Notturno [Grieg](5:22)

Besetzung

Roland Neffe (marimba, vibes)
Christian Kögel (dobro)
Marc Muellbauer (double bass)
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So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger