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Reviews

Uriah Heep

Totally driven


Info

Musikrichtung: Heavy Rock

VÖ: 04.12.2016 (2001)

(Uriah Heep Records / Cherry Red / Rough Trade)

Gesamtspielzeit: 123:27

Internet:

http://www.uriah-heep.com

Knapp 50 Jahre nach der Bandgründung haben Uriah Heep nun ein eigenes Label gegründet. Mal sehen, was sie damit vorhaben. Als erste Veröffentlichung gibt es eine Sammlung von Remixen, Alternativversionen und Neu-Aufnahmen klassischer Heep-Songs, die in der dauerhaftesten Heep-Besetzung eingespielt wurden, die es je gegeben hat, wie es auf dem Backcover zu lesen ist.

Damit ist bereits klar, dass es sich nicht um neues Material handeln kann, denn diese Besetzung ist seit dem Ausstieg von Drummer Lee Kerslake 2007 Geschichte. Die Aufnahmen sind sogar noch sechs Jahre älter. Sie sind laut Backcover 2001 in Vorbereitung der Acoustically driven und Electrically driven Touren eingespielt worden, bei denen die Band zumindest zum Teil von klassischen Musikern unterstützt wurde.

Dennoch ist die CD in der Lage, die gesamte Recording History dieser Besetzung abzudecken, denn sie hat in ihrer über 20-jährigen Existenz nur vier Studio-Alben eingespielt und die waren 2001 bereits alle veröffentlicht.

Es ist auch nicht das erste Mal, dass dieses Material veröffentlicht wird. Ursprünglich erschien es gleich 2001 unter dem in die Irre führenden Titel Remasters – The offical Anthology, um 2004 als Uriah Heep‘s Gold – Looking back 1970-2001 erneut auf den Markt zu kommen.

Die erste CD beschränkt sich – wie so viele Live- und Best of-Veröffentlichungen – auf Stücke der klassischen Ära mit David Byron am Gesang. Lediglich die Ballade „Come back to me“ wurde im Original 1978 von John Lawton eingesungen. Das ist nun keine besonders originelle Zusammenstellung, macht aber wieder einmal deutlich, wie viel geniales Material Uriah Heep in der ersten Hälfte der 70er geschrieben haben. Der Akzent liegt dabei auf den ruhiger und akustischer angesetzten Stücken, die man wohl für besser geeignet hielt, um akustisch und klassisch arrangiert umgesetzt zu werden.

Revolutionäre Veränderungen ergeben sich dadurch nicht. Aber gelegentlich werden doch neue Akzente gesetzt. „Why did you go?“ nähert sich mit schluchzenden Gitarren einer Countrynummer an. „Sweet Freedom“ kann seine Dramatik erkennbar steigern. „Look at yourself“ wird recht rau raus gespielt, „Traveller in Time” etwas dunkler und „Rain” kann seine sanfte Seite sehr überzeugend herausspielen.

Mit Blick auf andere Compilations ist die zweite CD wesentlich interessanter. Sie enthält neben drei Klassikern in der Mitte und der wohl unvermeidbaren „Lady in Black“ am Ende ein Stück von Raging Silence (1986), zwei von dem recht schwachen 91er Album Different World und je drei von der Quasi-Comeback Scheibe Sea of Light (1995) und Sonic Origmai (1998), das für zehn Jahre das letzte Heep Studioalbum bleiben sollte. Somit sind alle Studioalben der Box-Kerslake-Bolder-Lanzon-Shaw-Besetzung vertreten.

Auch hier sind die Veränderungen eher im Detail zu finden. Das flotte „Blind Eye“ wird mit Flöten verziert. Die Dramatik von „Wonderworld“ wird durch den Flügel verstärkt. Selbst „Lady in Black“ wird eine neue rhythmische Lackierung verpasst. Die auffälligste Bearbeitung hat der Raging Silence Track „More fool you“ erhalten. Als kraftvoller Akustikrocker daher kommend ist er fast zum neuen Song geworden.

Erkennbar wird aber auch, dass das Material aus dieser Phase insgesamt deutlich schwächer ist, als die frühen Werke (und übrigens auch als, das was Uriah Heep in den letzten sieben Jahren abgeliefert haben). Positiv stechen neben dem hochmelodischen Hard Rocker „Between two Worlds“, der seinerzeit Sonic Origami eröffnet hatte, vor allem die Titel von Sea of Light (Track 4,8 und 11) hervor.

Insgesamt ist Totally driven somit ein ideales Album, um die klassische und die dauerhafteste Phase Uriah Heeps kennen zu lernen. Ausgeblendet sind die (erfolgreich) in Richtung Pop tendierenden und die metallischen Jahre zwischen 1975 und 1985, sowie die aktuelle Besetzung.

Sehr stark ist das Artwork. Wie auf dem letzten Studioalbum Outsider wird eine Ästhetik verwendet, die an Fantasy Zeichnungen aus der frühindustriellen Zeit erinnert. Kommt prima! Etwas informativer hätte das Booklet aber sein können. Es enthält wenig mehr, als das, was schon auf dem Digi-Pack steht.



Norbert von Fransecky

Trackliste

CD 1
1 Gypsy (3:54)
2 Traveller in Time (2:50)
3 Bird of Prey (4:43)
4 Sunrise (4:06)
5 Rain (4:16)
6 Come away Melinda (3:32)
7 Return to Fantasy (4:37)
8 Look at yourself (3:22)
9 Come back to me (4:04)
10 The easy Road (2:39)
11 Sweet Freedom (6:13)
12 Why did you go? (3:23)
13 July Morning (8:51)
14 Easy Livin (2:40)

CD 2
1 Between two Worlds (5:25)
2 Only the Young (4:33)
3 Different World (4:21)
4 Love in Silence (6:23)
5 Blind Eye (3:16)
6 Wonderworld (4:20)
7 Stealin' (4:42)
8 Time of Revelation (3:57)
9 Cross that Line (5:23)
10 More fool you (3:11)
11 Universal Wheels (4:52)
12 The golden Palace (7:57)
13 Lady in Black (5:41)

Besetzung

Mick Box (Git, Voc)
Lee Kerslake (Dr, Voc)
Trevor Bolder (B, Voc)
Phil Lanzon (Keys, Voc)
Bernie Shaw (Voc)

Gäste:
Liz Cheyen Liew (Erste Geige)
Sarah Chi Liew (Zweite Geige)
Saskia Tomkins (Viola)
Pauline Kirke (Cello)
Stefan Hannigan (Dudelsack, Perc)
Melvin Duffy (Pedal Steel, Slide Git)
Kim Chandler (Flöte <1;10, 2;10.12>)
Pip Williams (Ad. ac. Git <2;13>)
Emma Robbins (Back Voc)
Kim Chandler (Back Voc)
Billie Godfrey (Back Voc)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger