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Reviews

Stormwitch

Witchcraft


Info

Musikrichtung: Heavy Metal

VÖ: 15.11.2004

(Nuclear Blast / Warner)

Gesamtspielzeit: 57:45

Internet:

http://www.stromwitch.de

Dass Hexen und ähnliche Kreaturen zur Zeit hoch im Kurs stehen, beweisen nicht nur irgendwelche charmant-dümmlichen Vorabendserien auf diversen Privatsendern, sondern wohl auch der Fakt, dass die deutschen Metalveteranen Stormwitch vor kurzer Zeit ihr zweites Album nach dem Quasi-Comeback veröffentlichten. Witchcraft heißt das gute Teil, und dieser Longplayer besitzt einige Eigenschaften, die den Namenspatroninnen der Truppe meines Wissens nach vollständig fehlen. Denn diese Scheibe tut dank des gemäßigten Härtegrades wirklich niemandem weh und ist mit der Bezeichnung "Nett" wohl am besten abgeurteilt.

Schuld daran ist wohl die extreme Vielseitigkeit dieses Longplayers, denn vom düster-melancholisch stampfenden Opener "The Sinister Child", das ein wenig an eine "Light"-Version von Hammerfall erinnert, über flotte Rocker wie z.B. "Frankenstein`s Brothers" bis hin zum offiziellen Rausschmeißer "The Drinking Song", der sich hervorragend zum Mitgröhlen eignet, ziehen die Hexen sämtliche Register, die ihr Genre so hergibt. Selbst eine extrem atmosphärische Nummer wie "Moonfleet" ist für die Band um Sänger Andy Mück kein Problem, die dem Ganzen die Krone aufsetzt indem sie sich mit "Puppet In A Play" indirekt für den Job einer Iron-Maiden-Coverband bewirbt. Einige würden dazu wohl "Jungfrauenschänderei" sagen, doch da auch junge Hüpfer wie die schwedischen Retro-Metaller Wolf ohne schlechtes Gewissen auf Songstrukturen, Gesangsstil und Gitarrenriffing der Metalgötter zurückgreifen, geht das Ganze gerade noch so in Ordnung.

Definitiv nicht in Ordnung gehen jedoch die Balladen auf Witchcraft, denn "Fallen From God" und "Sleeping Beauty" hätten dank furchtbarer Kitschrefrains, Glockengeläut und Kindergesang wohl eher auf dem vergangenen Nürnberger Weihnachtsmarkt als auf eine Heavy-Metal-CD gepasst. Eigentlich schade, denn dass die Hexen Balladen schreiben können weiß man spätestens seit dem Bandklassiker "Tears By The Firelight". Auch der balladeske Bonustrack "Blood Lies In My Hand" lässt einige durchaus gute Ansätze erkennen, bzw. lässt bereits genannte "Hausfrauenbeglücker" weit hinter sich. Anscheinend ist die Identifikation mit dem Bandnamen dermaßen weit fortgeschritten, das ruhige Stücke einfach immer nach hinten losgehen, denn welches böse Hexchen findet schon Balladen schön?

Ein paar Minuspunkte setzt es noch für den etwas misslungenen Eunuchengesang auf dem sonst ganz ansprechenden "At The Break Of This Day", doch weitere Highlights wie der groovige Titeltrack oder der mit genialen Gitarrenmelodien ausgestatte Gute-Laune-Rocker "The Kiss Of Death" holen die Eisen glücklicherweise aus dem Feuer.

Insgesamt gesehen ist Witchcraft eine nette, melodische, traditionell gehaltene Metalscheibe mit jeder Menge Abwechslung und einigen kleinen Höhepunkten, aber auch ebenjenen bereits angesprochenen störenden Schattenseiten. Daher sollten interessierte Menschen auf jeden Fall mal einen Probelauf wagen und selbst feststellen, ob die Sturmhexen anno 2004 noch das Potential haben um mit ihrer Musik den Hörer ein wenig zu verzaubern. Die Chancen für einige magische Momente stehen jedoch definitiv nicht allzu schlecht.



Manuel Liebler

Trackliste

1The Sinister Child4:17
2At The Break Of This Day4:09
3Fallen From God6:01
4Frankenstein`s Brothers4:16
5Until The War Will End3:26
6Witchcraft5:29
7Sleeping Beauty3:40
8Puppet In A Play6:05
9The Kiss Of Death3:39
10Moonfleet4:24
11Salome4:04
12The Drinking Song3:14
13Blood Lies In My Hand (Bonus Track)5:01

Besetzung

Andy Mück - vocs
Martin Winkler - git
Fabian Schwarz - git
Dominik Schwarz - bass
Marc Oppold - drums
Alexander Schmidt - keys

Producer: Martin Winkler
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So bewerten wir:

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06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
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19 bis 20 Überflieger