····· Axxis charten in den Top 20  ····· Kinderhospizarbeit wird vom Charity Unleashed Festival (CUF 24) unterstützt ····· Der Kreis schließt sich - Full Circle soll das letzte reguläre Studioalbum von Sweet sein ····· Zum dritten Mal geht Timo Langner mit Lobpreis-Liedern an den Start ····· Überarbeitung eines Klassikers kündigt neues Nick Lowe Album an ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Reviews

Billy Joel

Original Album Classics


Info

Musikrichtung: Songwriter / Rock / Klassik

VÖ: 28.03.2014 (1974-200

(CBS / Legacy / Sony)

Gesamtspielzeit: 236:42

Die beiden besten Billy Joel-Alben, The Stranger und 52nd Street, habe ich bereits in der Vergangenheit im Rahmen meiner monatlichen Kolumne 25 Years after besprochen. Von daher brauche ich über letztere hier keine Worte mehr zu verlieren. Zusammen mit dem drittplatzierten Joel-Album Turnstiles ist 52nd Street das Sahnehäubchen auf dieser stark besetzten Box, die weitgehend darauf verzichtet zweit- oder gar drittklassige Alben mit zu vermarkten.

Fragwürdig im doppelten Sinn – anfragbar und der Frage würdig – ist lediglich die Aufnahme des 2001er Albums Fantasies & Delusions. Dass hier Billy Joel nicht in der Besetzungsliste auftaucht, bedeutet nicht, dass sein Mittun ja von vorne herein selbstverständlich ist. Wie bei einem Album der Klassik (z.B. Chopin) ist Billy Joel hier lediglich der - wenn auch noch nicht verstorbene – Komponist, während die für Solo Piano geschriebenen Stücke von Richard Joo interpretiert werden. Alleine rezensiert würde das Album tatsächlich vollständig in den Bereich klassischer Klavierkonzerte fallen. Irgendeine Überschneidung mit dem Bereich der U-Musik (um den eigentlich ausgedienten Begriff mal wieder aus der Mottenkiste zu holen) ist nicht vorhanden. Ich enthalte mich im Rahmen der Box-Review hier einer Punktebewertung.

Separat bewertet würden die Alben 19 / 20 / 20 / 15 / -- Punkte erhalten. Insgesamt gibt es 16 – wobei zu berücksichtigen ist, dass ich einer Edition im Rahmen der Original Album Classics aufgrund der spartanischen Ausstattung maximal 17 Punkte geben würde.

Das Maximum gebe ich nicht, denn: Man hätte diese Box stärker machen können, indem man statt Stromfront und Fantasies & Delusions Alben wie Piano Man, An innocent Man oder The Stranger aufgenommen hätte. Aber Sony wollen mit den Boxen ja komplette Backkataloge vermarkten. Das wären bei Billy Joel 13 Studio- und zwei klassische Live-Alben. Die kann man gut in drei Ausgaben zusammenfassen. Zwei sind – mit der hier vorgestellten - bereits erschienen. So kann man sich die Gestalt der dritten an fünf Fingern abzählen.
Insgesamt hat man dann drei Boxen, die jeweils mindestens zwei Hammeralben und ein eventuell verzichtbares Werk enthalten. Fair! Und ich würde sagen. Die hier besprochene Box ist die Stärkste von ihnen.

Ein ähnlicher Bonus wie Fantasies & Delusions wäre ein Frühwerk von Billy Joel, das er 1970 mit einem ziemlich abgedrehten Duo namens Attila veröffentlicht hat. Auf dem Cover sind zwei Reiter zu sehen, die mit ihren Pferden auf einem blutigen Stück Fleisch unterwegs sind. Lecker! Man kann daraus ein wenig auf die stilistische Ausrichtung schließen. Von „just the Way you are“ ist hier jedenfalls noch nichts zu spüren.
Das Album ist in der Vergangenheit immer wieder mal in unterschiedlichen Billig-Editionen als Billy Joel-Album veröffentlicht worden. Mein Exemplar trägt den Titel California Flash.

Ein letzter Hinweis. Wer sich die frühen Alben Billy Joels auch inhaltlich erschließen will, sollte sich das 1980 bei Heyne auf Deutsch veröffentlichte Buch Billy Joel Ein Poet aus New York besorgen. Peter Gambaccini beschreibt hier akribisch die Karriere Billy Joels und lässt die starken autobiographischen Züge in den Texten des Songwriters lebendig werden.

Aber nun zu den Alben:

Streetlife Serenade repräsentiert den West Coast Abschnitt im Leben des New Yorkers Billy Joel. Es enthält sämtliche Stärken des Songwriters. Da gibt es mit „The Entertainer“ und dem „Streetlife Serenader“ dramatische Power Songs in der Tradition des „Piano Man“. „Roberta“ ist eine absolute Gänsehaut-Ballade. Bei „Los Angelenos“ darf die Band mal richtig auftrumpfen, und mit dem Instrumental „Root Beer Rag“ gibt’s eine prächtige Gute-Laune-Nummer.

Mit Turnstiles ist eines der drei stärksten Alben Billy Joels in dieser Box gelandet. Gerahmt von zwei Technicolor Breitband Epen, deren erste die Rückkehr nach New York beschreibt, während letztere in einem SF-Modus den Untergang der Metropole beschreibt, liefert Billy Joel ausschließlich 20-Punkte-Titel ab. Eigentlich unvorstellbar, dass es in seinem Oeuvre zwei Alben gibt, mit denen er Turnstiles noch toppt.
Mit „James“ gibt es eine Ballade, die an „Just the Way you are“ heranreicht. „All you wanna do is dance” ist ein lupenreiner Reggae. Das großartige „Angry young Man” wird von einem genialen Piano-Intro eingeleitet und beschreibt das Aufbegehren eines rebellischen Jugendlichen in den 70ern mit der „Karriere“ von Billy the Kid. Grandios.

Für 52nd Street verweise ich auf die separate Review.

An Power hat es der Songwriter Billy Joel nie fehlen lassen. Mit Stormfront hat er aber geradezu das Genre gewechselt. Das 1989er Album ist ein klares Rock Album. Der Opener „That's not her Style” ist regelrechter Hard Rock mit massivem Mundharmonika-Einsatz. Der alte Billy Joel kommt bei dem Piano-Stück „And so it goes“ und der Ballade „Leningrad“ zum Tragen.
Der Rest ist Rock. Das groovt mit viel Saxophon bei „When in Rome“, gibt sich dramatisch bei „The Downeaster "Alexa"“ mit einer Art Gypsy-Geige und liefert mit „State of Grace“ eine Feuerzeug-Ballade für’s Stadion.
„I go to Extremes“ und „We didn’t start the Fire” sind kraftvolle Nummern mit packenden Refrains.

Dieses Album als durchschnittlich zu bezeichnen, macht nur im Rahmen des Billy Joel Gesamtkatalogs Sinn.



Norbert von Fransecky

Trackliste

Streetlife Serenade (1974)

1 Streetlife Serenader (5:18)
2 Los Angelenos (3:41)
3 The great Suburban Showdown (3:41)
4 Root Beer Rag (3:00)
5 Roberta (4:28)
6 The Entertainer (3:39)
7 Last of the big Time Spenders (4:36)
8 Weekend Song (3:31)
9 Souvenir (2:01)
10 The mexican Connection (3:38)


Turnstiles (1976)

1 Say Goodbye to Hollywood (4:36)
2 Summer, Highland Falls (3:17)
3 All you wanna do is dance (3:39)
4 New York State of Mind (6:00)
5 James (3:53)
6 Prelude / Angry young Man (5:13)
7 I've loved these Days (4:33)
8 Miami 2017 (seen the Lights go out on Broadway) (5:12)


52nd Street (1978)

1 Big Shot (4:01)
2 Honesty (3:50)
3 My Life (4:43)
4 Zanzibar (5:10)
5 Stiletto (4:39)
6 Rosalinda's Eyes (4:40)
7 Half a Mile away (4:06)
8 Until the Night (6:35)
9 52nd Street (2:27)


Storm Front (1989)

1 That's not her Style (5:08)
2 We didn't start the Fire (4:48)
3 The Downeaster "Alexa" (3:48)
4 I go to Extremes (4:22)
5 Shameless (4:26)
6 Storm Front (5:16)
7 Leningrad (4:04)
8 State of Grace (4:29)
9 When in Rome (4:46)
10 And so it goes (3:28)


Fantasies & Delusions (2001)

1 Opus 3: Reverie (Villa 'Este) (9:28)
2 Opus 2: Walz #1 (Nunley's Carousel) (6:52)
3 Opus 7: Aria (Grand Canal) (11:04)
4 Opus 6: Invention in C minor (0:59)
5 Opus 1: Soliloquy (on a Separation) (11:17)

6-8 Opus 8: Suite for Piano (Star-crossed)
6 I: Innamorato (7:44)
7 II: Sorbetto (1:28)
8 III: Delusion (3:22)

9 Opus 5: Waltz #2 (Steinway Hall) (6:56)
10 Opus 9: Waltz #3 (For Lola) (3:25)
11 Opus 4: Fantasy (Film noir) (8:45)
12 Opus 10: Air (Dublinesque) (3:45)

Besetzung

Streetlife Serenade (1974)
Billy Joel (Keys, Voc)
Ron Tutt (Dr)
Emory Gordy (B)
Larry Knechtel (B)
Wilton Felder (B)
Tom Whitehorse (Banjo, Pedal Steel)
Gary Dalton (Git)
Richard Bennett (Git)
Mike Deasy (Git)
Roj Rathor (Git)
Al Hertzerg (Git)
Don Evans (Git)
Art Munson (Git)
Michael Stewart (Git)
Joe Clayton (Conga)
William Smith (Orgel)


Turnstiles (1976)
Billy Joel (Keys, Voc)
Doug Stegmeyer (B)
Liberty DeVitto (Dr)

Howie Anderson (Git)
Russell Javors (Git)
James Smith (Ac. Git)

Mingo Lewis (Perc)
Richard Cannata (Sax)


52nd Street (1978)
Doug Stegmeyer (B, Back Voc)
Liberty DeVitto (Dr)
Richie Cannata (Sax, Klarinette, Orgel)
Steve Khan (Git)
Billy Joel (Piano, Voc)

Freddie Hubbard (Trompete <4>)
Mike Mainieri (Vibraphon <4,6>, Marimba <4,6>)
David Spinozza (Ac. Git <2>)
Donnie Dacus (Back Voc <3>)
Peter Cetera (Back Voc <3>)
David Friedman (Glockenspiel <8>, Perc <8>)
Ralph MacDonald (Perc <6,7>)
Eric Gale (El. Git <7>)
Frank Floyd (Back Voc <7>)
Babi Floyd (Back Voc <7>)
Zack Sanders (Back Voc <7>)
Milt Grayson (Back Voc <7>)
Ray Simpson (Back Voc <7>)
George Marge (Blockflöte <6>)
Hugh McCracken (Git <6,8>)

Storm Front (1989)
Billy Joel (Voc, Keys, Perc <2>)
Liberty DeVitto (Dr)
David Brown (Git)
Schuyler Deale (B)
Jeff Jacobs (Synth>, Back Voc <1>)

Mick Jones (Git <6>, Git Solo <8>, Back Voc <1,4,8>)
John Mahoney (Keys <2>)
Don Brooks (Mundharmonika <1>)
Dominik Cortese (Akkordeon <3,7>)
Lenny Picket (Sax <6,9>)
Joey Hunting (Git <2>)
Andrew Love (Bläser <6>)
Wayne Jackson (Bläser <6>)
Sammy Merendino (El. Perc <2>)

Crystal Taliefero (Back Voc <1,2,5,6,9>, Perc <2>)
Patti Darcy (Back Voc <1,5,6,9>)
Frank Floyd (Back Voc <1,5,6>)
Richard Marx (Back Voc <1,6>)
Joe Lynn Turner (Back Voc <4,8>)
Ian Loyd (Back Voc <4,8>)
Brian Ruggles (Back Voc <1>)
Chuck Arnold (Back Voc <7>)
Mitglieder des Members of the Hicksville High School Chors (Back Voc <7>)
Brenda White King (Back Voc <9>)
Curtis King (Back Voc <9>)


Fantasies & Delusions (2001)

Richard Joo (Flügel)
Zurück zum Review-Archiv
 


So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger