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Reviews

Arrested Denial

Our best Record so far


Info

Musikrichtung: Punk

VÖ: 01.03.2013

(Mad Butcher)

Gesamtspielzeit: 33:28

Internet:

http://www.arresteddenial.de

Selbst wenn das hier tatsächlich das bisher beste Album von Arrested Denial sein sollte, kann es sich lohnen eventuelle Vorgänger anzutesten. Denn Our best Record so far ist wirklich gut.

Musikalisch gibt es keine Revolution. Hier wird kein Rad neu erfunden. Es gibt hoch melodischen Punk, mal englisch, mal deutsch gesungen – und immer mit Schmackes. Aber das Level ist solide bis hoch; die Produktion sauber. Kein Grund zum Klagen. Zwei Stücke fallen stilistisch etwas aus dem Rahmen: das Hateclub-Cover „Welcome“, das deutlich aggressiver kommt, und „D-Land“, das so wenig Punk ist, dass Arrested Denial damit auch als etwas angepisste Songwriter durchgehen würden.

Was die Hamburger aus dem Punk-Einerlei heraushebt, sind ihre Texte. Zwar gibt es hier mit „D-Land“ eine klassische Punk-Kritik am politischen und wirtschaftlichen Establishment, die Deutschland mit ihrer kurzsichtigen Politik an die Wand fahren. Aber bereits hier argumentiert die Band intelligenter und erwachsener, als man es von den üblichen 08/15 Tiraden gegen das Schweinesystem her kennt.
Die scheinen nämlich auch Arrested Denial zunehmend auf den Keks zu gehen. Und so ist ihr Album fast durchgehend der kritische Blick eines erwachsenen Punks auf das, was ist, und das, was war. Dass es da immer noch welche gibt, die nach Jahren mit den simplen Parolen der frühen Punkjahre zufrieden sind, erscheint ihnen genauso spießig, wie die des deutschen Michels, der sich einredet, alles sei doch ganz in Ordnung.
Und so wird der Punk-Szene selber der Spiegel vorgehalten. Sind wir eigentlich wirklich so kritisch, wie wir wirklich meinen, oder tragen wir nur lieb gewordene Plattitüden vor uns her? Und ja, ein wenig Resignation ist da auch im Spiel. Aber wenn das aufgrund der Einsicht in (ärgerliche) Realitäten geschieht, muss das ja das Falscheste nicht sein.

Eine äußerst intelligente Punk-Scheibe!



Norbert von Fransecky

Trackliste

1Go away 2:13
2Soweit 2:42
3Shade 3:21
4Zurück 3:33
5Start again 1:29
6D-land 2:37
7Alles geht 2:42
8Focus 2:10
9Underdog 2:15
10Move on 2:39
11Confession 3:29
12Welcome 0:49
13Down to Earth 3:29

Besetzung

Thorben (B, Voc)
Valentin (Git, Voc)
Sascha (Git)
Daniel (Dr)

Gäste:
Jens Hofmann (Git <4>)
Ozzy (Voc <12>)
Micha (Voc <9>)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger