····· All the young Dudes von Mott the Hoople ist 50 geworden ····· Auf intergalaktischen Befehl stellt Sedlmeir die Rüstungs-Industrie an den Pranger ····· Nach 10 Jahren in der Zukunft erinnert Erik Cohen an seine Anfänge ····· 50 Jahre danach sind die Wings erneut die Band on the Run ····· Riot (V) knattern auf der Hauptstraße ins neue Jahr ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Reviews

Yatha Bhuta Jazz Combo

Yatha Bhuta Jazz Combo


Info

Musikrichtung: Jazz

VÖ: 8.4.2013

(All Jazz/ Groove Attack)

Gesamtspielzeit: 35:00

Internet:

http://www.allcityrecordlabel.com/yathabhutajazzcombo/

Manchmal geschehen auf dem Jazzmarkt noch kleine Wunder. Während es in der Rockmusik noch eine komplex entwickelte, wenn auch recht alternativ agierende Szene der psychedelischen Hippie-Musik gibt, hört man spirituellen Jazz aus der Spätphase des Free Jazz mit der Beschwörung pazifistischer und ethnischer Elemente heute eher selten. Die Musik der Yatha Bhuta Jazz Combo auf ihrer gleichnamigen LP ist ein solcher Fall. Sie wirkt kosmisch, komplex und afrikanisch. Man fühlt sich in die Zeit von Pharoah Sanders Meisterwerk Karma versetzt, auf dem sich The Creator Has A Masterplan befindet, ein Stück, in dem sich hymnische wie afrikanisch wirkende Teile verbanden. Damals trug man als Jazzer Kaftane und ließ sich Ziegenbärtchen wachsen und sah den Hippies nicht unähnlich. Auch hier werden beschwörende Sätze wie Universe is Love gemurmelt, so dass man fast die Räucherstäbchen zu riechen glaubt. Aber auch Alben wie Herbie Hancocks Crossing, auf dem er mit Dr. Patrick Gleeson 1972 erste Verbindung von Jazz und Elektronik ausprobierte, klingen hier an. Damit wird eine Musik zitiert, die heute noch an Dichte ihresgleichen sucht.
Die Yatha Bhuta Jazz Combo ist eigentlich ein Duo, bestehend aus dem Pariser Produzenten Onra und Buddy Sativa, die sich aber hier Bernard und Dao nennen. Im Playbackverfahren improvisierten sie spontan und ohne Überarbeitungen mit einem inspirierendem Instrumentarium: Flöten, Kalimba, Vibrafon, Harfe, Glöckchen, ein Arp Synthesizer und vor allem ein E-Piano mit Wah Wah-Pedal sorgen für eine Atmosphäre, die man in einer Neuaufnahme nicht mehr zu erhoffen wagte. Ein Gemälde von Abdul Mati Klarwein, der schon für Miles Davis Bitches Brew das Artwork machte, ziert das Cover. Das passt natürlich. Diese Musik heute konsumiert, lässt auch Vergleiche in ihrer Relaxness zu Lounge Jazz zu, ist diesem aber haushoch überlegen. Es raschelt und glitzert unentwegt in dieser Musik. Da braucht man eigentlich nur noch zu sagen: „Don’t bogarth that joint, my friend!“



Hans-Jürgen Lenhart

Trackliste

1Universe is Love (1.58)
2UFO Paradise (2.48)
3Dark Karma (3.51)
4360 (1.55)
5The Muse Inside (3.00)
6Endangered Species (2.18)
7Honey, Hash, Rose (2.15)
8The Garden of Heavenly Delights (1.59)
9The Time Is Now (3.09)
10Cos(X) (2.24)
11Untitled (Afrojazz) (1.51)
12Wandering, Wondering (4.58)

Besetzung

Bernard: Bass, Arp String, Flute, Kalimba, Spoken Word, Electric Piano, Harp, Arp Synthesizer, Percussions.
Dao: Drums, Electric Piano, Talking Drum, Vocals, Percussions, Arp Synthesizer, Flute, Piano, Thai Flute
Zurück zum Review-Archiv
 


So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger