····· Nach 10 Jahren ein neues Kraan Studio-Album ····· Die Frontm3n kommen live – erst per Tonträger und dann in echt ····· Umfangreiche Slade-Best of erscheint im September 2020 ····· Robert Plant veröffentlicht neue Anthologie ····· Neues Cover-Album von Neal Morse, Mike Portnoy & Randy George ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Reviews

Tribute

Breaking Barriers


Info

Musikrichtung: Folk-Prog

VÖ: 1986

(Rekord / Jeton)

Gesamtspielzeit: 41:57

Auf Tribute bin ich vor vielen Jahren zum Glück ganz zufällig gestoßen. (Aber dazu mehr in meiner monatlichen Kolumne!)
Wenn die Band in einem mehr als knappen Wikipedia-Artikel in die Nähe von Mike Oldfield gerückt wird, hat das möglicherweise etwas damit zu tun, dass der vor allem durch seine Arbeit mit Gong bekannte Percussionist Pierre Moerlen kurz vor Band-Grüdung Mitglied der Band war, mit der Mike Oldfield sein sensationelles Live-Album Exposed eingespielt hatte.

Aber alleine die Tatsache, dass der Gesang bei Tribute eine große Rolle spielt, unterscheidet sie stark zumindest von den frühen Oldfield-Sachen. Vor allem aber gehen die Schweden an ihre einzelnen Songs so unterschiedlich heran, dass man - wenn man das den unbedingt will - bei fast jedem Song eine neue Vergleichsgröße heranziehen muss. Eine besondere Prägung erhält Breaking Barriers durch den beständigen Wechsel des Instruments, das im Mittelpunkt steht.

Noch nicht ganz so auffällig ist das bei „Streamlined“, in dem der vom Folk eingefärbte Progressive-Sound der Band von einem immer wieder einmal an Supertramp erinnernden Keyboard verziert wird.
Völlig anders kommt dann die „Dieselengine“ daher. Hier lässt Christer Rhedin auf einem Tokai Bass die Luft brennen, als wolle er alle Funk-Kapellen der Welt in den Schatten stellen.
„A kumma ka Yidi“ setzt trotz des später einsetzenden Saxophons vor allem auf Gesang und Percussion und lässt kurzeitig vermuten, dass Schweden irgendwo in Schwarzafrika liegt.

Die beiden für den Tribute-Sound typischen Stücke sind das eröffende Titelstück und der Longtrack „Leaves are falling“. Hier wird das Plattencover praktisch eins zu eins vertont. Durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit Wiesen, sanften Hügeln, Bergen und Mischwäldern fährt ein Pferdegespann mit akustischen Instrumenten, das gerade von einem durchstartenden Keyboard gekreuzt wird.
Die musikalische Mischung von Tribute ist friedlich und entspannt ohne kraftlos oder gar langweilig zu werden. Man kann sich hier Blumenkränze windende Jungfrauen ebenso vorstellen, wie feurig durch die Hügel galoppierende Jünglinge, die sich im (selbstverständlich freundschaftlich gemeinten) Kampfe messen.

Um das umzusetzen fahren die immerhin sieben Musiker einen ganzen Wagenpark an Instrumenten auf. Das könnte dann wieder eine Parallele zu Mike Oldfield sein, zum dem es allerdings tatsächlich auch Überschneidungen gibt
Die sehr symphonisch und sphärischen Seiten Oldfields findet man bei Tribute so nicht, aber sowohl die lebendig folkigen und rockigen Seite von Tubular Bells und Platinum lassen sich mit einigem von dem vergleichen, was uns Tribute hier servieren.
Oldfield-Hörer, der 70er und 80er Jahre sollten Tribute auf jeden Fall einmal antesten.



Norbert von Fransecky

Trackliste

1Breaking Barriers 5:45
2Streamlined 6:43
3Dieselengine 4:45
4A kumma ka yidi 6:20
5Scottish Mystery 4:31
6Leaves are falling 9:55
7I feel like it... 3:15

Besetzung

Dag Westling (El. Git, Voc, Flöte)
Ake Ziedén (Lead Git, B)
Gideon Andersson (B, Git, Mandoline)
Lena Andersson (Perc, Voc)
Nina Andersson (Sax, Vibraphone, Marimba, Perc)
Pierre Moerlen (Dr, Vibraphone, Marimba, Perc)
Christer Rhedin (Keys, B <3>)

Gäste:
Amadu Jarr (Perc <4>, Voc <4>)
Peter Wagnberg (Ad. Dr <5>)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger