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Reviews

The Psychedelic Avengers

And The Curse Of The Universe


Info

Musikrichtung: Cyber-Psychedelica

VÖ: 07.06.2004

(Fünfundvierzig / Indigo)

Gesamtspielzeit: 76:10

Internet:

psychedelicavengers.de.vu

Von draußen vom Weltall komm ich her

Es gibt Zeitungen, die keiner liest, die aber trotzdem eine Millionenauflage haben. Es gibt Sendungen, die keiner schaut, die aber jeder kennt. Und es gibt Literatur, die keiner liest, die aber wöchentlich in horrender Auflage über den Tresen am Kiosk wandert. "Literatur?" wird jetzt der eine oder andere denken. Ja, Romane; Groschenromane, um genau zu sein. Eines der Urgesteine, mittlerweile in der x-ten Auflage erhältlich, ist mit Sicherheit Perry Rhodan, die Science-Fiction-Serie schlechthin. Keine Angst, die MAS wird jetzt nicht nach und nach zu einem Literaturmagazin umgestaltet, sondern bleibt weiterhin der Musik treu: The Psychedelic Avengers And The Curse Of The Universe sind der Grund dieses kleinen Exkurses.

The Psychedelic Avengers ist der Name eines Projektes, unter dem sich eine Vielzahl Musiker zusammengefunden hat, um etwas Galaktisches zu erschaffen: den Soundtrack zu einem imaginären Science-Fiction-Film. Man darf aber keinesfalls so einen glatt geputzten, nett blubbernden "Ambient / New Age / Space Night Soundtrack" erwarten, sondern wird - so der Infotext - mit dem "dreckigen, harten und gemeinen interstellaren Leben" konfrontiert. Und das ist der Gruppierung gelungen. Schon das von Al Kensner, einem "original" Perry Rhodan Illustrator gezeichnete Cover macht Lust auf das Hören der Scheibe und gibt einen ersten Ausblick auf das kommende Geschehen: Raumstation, Asteroiden und verlassen erscheinende Gebäude samt zweifach ausklappbarem Sternenhintergrund (Digipak). Dann noch schnell die Titel durchlesen und schon kann der erste Rundflug starten.

Colour Haze schicken den Silver Wing auf seine Reise und beweisen wieder einmal, dass ihr Ruf, eine der besten Kraut/Stonerbands zu sein nicht von ungefähr kommt. Ach ja, das hätte ich beinahe vergessen zu erwähnen: Das musikalisch abgedeckte Spektrum ist immens, es reicht von Krautrock bis zu Industrial / EBM (oder zumindest kurz davor), ohne jedoch lieblos zuzsammengeschustert zu wirken. Meistens haben mehrere verschiedene Künstler an einem Stück gearbeitet, sie wirken aber dennoch sehr homogen. "A Daring Escape Through The Asteroid Fields Of The Jugon" liefert den ersten (teilweise) mit Breakbeat unterlegten Ohrwurm, man sieht das Raumschiff vor sich, wie es sich durch die Asteroidenfelder schlängelt. Mit ruhigeren elektronischen Soundgebilden geht es weiter, bis sich Lex Hunter auf einmal in den Fängen der untoten Teenagerlesbenmutantenvampirkönigin (ja, Sex sells ;) wiederfindet. Wie er sich befreien kann, darauf möchte ich nicht näher eingehen. Andere Deutungsmöglichkeiten des Stückes bitte per e-Mail an mich. "Mistress Saya" betört den Raumreisenden durch ihr verträumtes Wesen und der "Decterian Factory Planet Of Kraan Crezuum" macht seinem Namen alle Ehre. Weiter geht es beinahe songwriterisch, bevor eine erneute Klangcollage zum Treibenlassen im All einlädt. "The Wedding Of the Zygmetarian Princess Liliane The 2nd" geht als Kuschelstück der CD durch, Klavier und "heavenly (spacely?) voices" lassen die Hochzeit in all ihrer Schönheit erstrahlen. Bevor "The Curse Of The Universe" erfolgt, gilt es noch mittels elektronischer Klanggemälde "Past The Red Suns Of The Nerverian Nebula" zu fliegen und die Rache der "Decterian Blood Demons" zu überstehen. "The Curse Of The Universe" wird eindeutig von der Stimme Sebastian Horns (Bananafishbones) geprägt, ein von Gitarre getragenes Stück, das ich in seiner Wirkung auf mich durchaus mit David Bowies "Space Oddity" gleichsetze. Ein ruhiges, sehr tief gehendes Stück, das im krassesten Gegensatz zum Rausschmeißer steht: Unter "In Which Death Has Silver Wings" habe ich musikalisch ja so ziemlich alles erwartet außer - und jetzt kommt's - Elektropop wie er nicht mal in den Charts vorkommt. Keine Ahnung, ob das ein Joke ist oder nicht, zum Schmunzeln hat es mich auf jeden Fall gebracht. Does Humour Belong In Space?

Das Missionsziel ist erfüllt, die Crew des Silver Wing hat gute Arbeit geleistet. Es steht wohl in den Sternen, welche Abenteuer sie noch zu bestehen hat, bevor sie wieder in heimische Gefilde zurückkehrt.

Nichts könnte das abschließende Fazit besser abschließen als der CD-Aufdruck:: "This is the first psych-o-phonic in-head science fiction b-movie for inner-eye listening pleasures, which is being transvisualized via the soundtrack to your very own imaginary space, psych, teen, mutant, love, trash, porn, noize sci-fi movie." Manche Filme kann man nicht oft genug sehen.



Sascha Christ

Trackliste

Part I
1.) In Which The Mighty Silver Wing Leaves The Solar System, Starts Its Old, Tremendous Metagrav Drive And Jumps Into Hyperspace (10:18)
2.) The Sub-Techmeric Wave Reaches The Nimbus System (0:28)
3.) A Dreadful Suspicion (0:52)
4.) A Daring Escape Through The Asteroid Fields Of The Jugon (3:21)
5.) The Discovery Of The Lost Transdimensional Time-Space Vortex On The Iceplanet Of Vistar 7 (3:19)
6.) In Which Young Space Pilot Lex Hunter Finds Out That A Beta Booster Sound System, Two Teenage Psycho Nymphs From Bebulas 5, Three Orgasmatron Pills And Zero Gravity Can Make A Pretty Good Party (3:10)
7.) Trapped Beneath The Silverdome Of The Undead Teenage Lesbian Mutant Vampire Queens From Veneris Prime (5:45)

Part II
8.) Mistress Saya (5:18)
9.) The Decterian Factory Planet Of Kraam Crezuum (4:13)
10.) An Ordenary Evening On Board Of The Silver Wing On One Of Those Cold And Lonely Interstellar Nights (4:16)
11.) Inside A Bruzzceegurian Kitchen Strange Things Can Happen To A Man With Short Legs (3:07)
12.) The Wedding Of The Zygmeterian Princess Liliane The 2nd (3:21)

Part III
13.) Past The Red Suns Of The Nerverian Nebula, Beyond Whom Only Loneliness Lies (9:15)
14.) In Which The Decterian Blood Demons Take Bloody Revenge (6:13)
15.) The Curse Of The Universe (6:01)
16.) In Which Death Has Silver Wings (7:13)

Besetzung

Anders Becker from the Mandra Gora Lightshow Society
funkster t-xc9 missullis
Timo Lommatzsch
On Trial
Sebastian Horn from the Bananafishbones
Liquid Sound Company
e.stonji
Colour Haze
Vibravoid
Al Kelsner
Intrauterin Alliance aka baze.djunkiii + Homebass
Paul Lamb from Burnt Noodle
Sula Bassana
Matmopshere
Cactus Cooper
Lunatic's Head
Cyman Lee
Jay & Kay
The Electric Pimp
U17
Alia X. Navarro de la Paz

So bewerten wir:

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