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Elvis startet in die 70er

Elvis Presley beschritt im Verlauf der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre äußerst erfolgreich neue musikalische Pfade. Ein Gospel-Album ermöglichte ihm seinen ersten "Grammy". Sein TV-Special vom Dezember 1968 katapultierte ihn zurück ins Zentrum der Publikumsgunst. Seine stilistisch vielfältigen Studio-Aufnahmen von 1969 in Memphis gipfelten in den monumentalen Chart-Hits „In the Ghetto" und „Suspicious Minds" sowie im gefeierten Album From Elvis in Memphis. Im Juni 1970 ging er erneut ins Studio, diesmal nach Nashville, um im dortigen "RCA-Studio B" an fünf Tagen hintereinander mit den sogenannten Nashville Cats ein Programm einzuspielen, das seinesgleichen suchen sollte und, teils überarbeitet, die Basis für drei nachfolgende Hit-Schallplatten lieferte: That's the Way it is (1970), Elvis Country (I'm 10.000 Years old)" und "Love Letters from Elvis" (beide 1971).

Diese auch als Marathon Sessions legendär gewordenen Live-im-Studio-Aufnahmen werden jetzt zum 50jährigen Jubiläum vom Sony-Label RCA/Legacy Recordings unter dem Titel From Elvis in Nashville erstmalig zusammengefasst und in einer definitiven Edition aufgelegt. Das vier CDs umfassende Set mit exakt 40 neu abgemischten Songs und zahlreichen teils unveröffentlichten Outtakes erscheint am 20. November auch als digitales Album. Der tontechnisch wichtigste Aspekt dieser Kollektion: Alle Songs aus diesen Sessions sind hier erstmals wieder in ihrer ursprünglichen Version zu hören, so wie sie damals aufgenommen wurden, ohne etwaige Overdubs und orchestrale Bearbeitungen früherer LP- oder CD-Ausgaben. Die neue Sound-Abmischung übernahm der renommierte Toningenieur Matt Ross-Spang (John Prine, Calexico, Mary Chapin Carpenter). Die Highlights des CD-Sets werden auch auf einer Doppel-LP veröffentlicht!

Unter der Regie des Produzenten Felton Jarvis hatte Presley sich mit den Nashville Cats zusammengetan, einer Elite von Session-Musikern. Dazu gehörten der Multi-Instrumentalist Charly McCoy (er war bei diversen "elektrischen" Bob Dylan-Alben dabei und arbeitete u.a. für Paul Simon, Bob Seger und Willie Nelson), Norbert Putnam am Bass (Roy Orbison, Linda Ronstadt, J.J. Cale, Tony Joe White u.v.a.) sowie der Pianist David Briggs (Johnny Cash, Dolly Parton, George Harrison, Kris Kristofferson etc.). Die Gitarre bediente Elvis' langjähriger Partner James Burton. An dem Aufnahmetag im September wurde dieser durch Eddie Hinton ersetzt, der wie Putnam und Briggs Mitglied der "Muscle Shoals Studio Rhythm Section" war. Elvis selbst spielte zumeist akustische Gitarre.

Auch beim Songmaterial musste Presley keine Kompromisse eingehen oder auf irgendwelche Verpflichtungen mit Song-Verlegern achten. Er hatte die freie Wahl und kombinierte verschiedenste stilistische Genres wie Bluegrass, Honky Tonk oder Rockabilly mit zeitgenössischem Pop, Rock, Balladen oder auch aktuelleren Hits. Zu den ausgewählten Titeln zählten Willie Nelsons „Funny how Time slips away" in einer sehr lebhaften Fassung, Simon & Garfunkels „Bridge over troubled Water", die von den Hitschreibern Alan Blaikley und Ken Howard für Iain Matthews verfasste Ballade „I've lost you" oder eine neue Version von „Love Letters", das Elvis erstmals 1966 aufgenommen hatte. Das fesselnde Cover von Little Richards „Whole Lotta Shakin' goin' on" entstammt dem Aufnahmetag im September.


Es war letztlich diese einmalige Mixtur aus Pop, Rock und Country-Musik, die stimmige Chemie zwischen allen Akteuren, die Brillanz der Musiker, die diese vom frühen Abend bis zur Morgendämmerung dauernden Sessions so außergewöhnlich werden ließen und zudem die musikalische Zukunft von Elvis Presley manifestierte - zumindest für die nächsten wenigen Jahre bis 1977.


[Promoteam Schmitt & Rauch]

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