Weckörhead

2021


Info
Musikrichtung: Motörhead / Metal

VÖ: 29.10.2021

(Super Shock Resist)

Gesamtspielzeit: 77:34

Internet:

http://www.Weckoerhead.de


Zum zweiten Mal schlagen Weckörhead im langen Format zu. Und wenn der Wecker und Co. lang sagen, dann meinen sie lang und nähern sich erneut der 80 Minuten Marke - was im Vinyl-Format natürlich wieder auf ein Doppelalbum hinausläuft. Beim Longplayer-Debüt Taub für immer standen am Ende vier Live-Tracks, um das Album auf die Länge zu bringen. Dieses Mal sind es einige bereits bekannte Songs, die allerdings von Menschen aus dem Bandumfeld neu eingesungen wurden.

Am Konzept hat sich natürlich nichts geändert. Weckörhead spielen ausschließlich deutsche Versionen von Motörhead-Klassikern. Erneut wird mit Metallicas „Whiplash“ ein Stück, das Lemmy und Co gecovert hatten, eingebaut, sowie die Girlschool-Nummer „Emergency“ in „Die Feuerwehr“ umgewandelt.

Die Anfrage, ob mittlerweile nicht alle „wesentlichen“ Motörhead-Songs abgespeist seien, wischt der Wecker in den Linernotes vom Tisch. Und er hat Recht. Lemmy hat einen großen Batzen überragender Songs hinterlassen. Aber die Anfrage hat auch ihr Recht. Weckörhead müssen mittlerweile auch auf Songs zurückgreifen, die eventuell nicht ganz so zwingend sind, wie die, mit denen sie sich etabliert haben. Im Interview öffnet der Wecker auch Perspektiven, die über den Motörhead-Katalog hinaus gehen.

Aber das öffnet ja auch neue Chancen und Möglichkeiten. So wären auf dem Debüt Stücke wie die Moritat „1916“ oder die Akustik-Nummer „Lass Papi mich nicht küssen“ kaum denkbar gewesen. Bei den beiden Stücken bewahrheitet sich auch, was in den Linernotes gesagt wurde, dass es sich nämlich auch lohnen kann, über Motörhead-Texte nachzudenken – allerdings nicht über jeden. Aber mittlerweile gehört ja auch schon Mut dazu, so deftig sexistische Texte wie „Ich bin der Doktor“ (zumindest auf Deutsch) zu singen.

Immer wieder werden Blues-Akzente gesetzt, z.B. bei „Hau besser ab“, wo der Gesang – nicht das einzige Mal auf dem Album – an den frühen Westernhagen erinnert. „Kein Stil“ liefert ZZ Top-Gedächtnis-Riffs und „Lieb mich wie ein Reptil“ startet wie eine Böhse Onkelz Nummer.

Ganz eigene Akzente setzen „Hütte rockt“ mit vielen GastsängerInnen und vor allem „Altenessen“ mit seinen fetten Bläsersätzen.

Ansonsten beherrscht natürlich der Öriginal-Motörhead-Spirit die Szene. Näher am Original kann man kaum sein.



Norbert von Fransecky



Trackliste
1Wir sind Weckörhead 2:26
2Westernfilme 3:07
3Bin so'n Arsch 3:12
4Super Gau 3:28
5Speedfreak 3:20
6Lieb mich wie ein Reptil 3:40
7Der Hammer 2:45
8Altenessen 5:48
9Der Stier 4:41
10Den Deibel kenn ich 3:09
111916 3:39
12Die Feuerwehr 3:08
13Schwester 3:56
14Hütte rockt 3:26
15Hau besser ab 4:51
16Lass Papi mich nicht küssen 4:10
17Abriss 4:08
18Eisenfaust 3:13
19Ich bin der Doktor 2:46
20Frühreif 3:22
21Kein Stil 2:48
22D-das Pik As 2:44
Besetzung

Wecker (Voc, B)
Rico (Git)
Mitch (Git)
Marco (Dr)

Gäste:
Jörg Uken (Dr, Perc <7>, Piano <16>)
Hanna Elena (Dr <11>)
Joel (Git <11>, Wurlitzer <11>, Piano <8>)

Karla Eliska (Voc <11>, Glockenspiel <11>)
Ralli Ehrbar (Voc <6,14,17,18>)
Julia Kruse (Voc <20>)
Heaven (Voc <14,22>)
Dr. Dr. Dräse (Voc <14,19>)
Kirsten Schuhmann (Voc <14>)

Steffen Horns <8>:
Tommy Schneller (Sax)
Dieter Kuhlmann (Posaune)
Jens Buschenlage (Trompete)



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