Brian Bromberg

Thicker Than Water


Info
Musikrichtung: Fusion

VÖ: 17.08.2018

(Mack Avenue)

Gesamtspielzeit: 67:10

Internet:

http://www.brianbromberg.net/
http://www.in-akustik.de/de/
https://www.mackavenue.com/store/category/artistry-music


2016 war es, dass ich unter anderem zu Brian Bromberg und seiner Platte “Full Circle” Stellung bezog. Damals wies der am 5.Dezember 1960 geborene Bassist darauf hin, dass es keine Gitarre auch der Platte gibt, obwohl es so klang. Hier noch einmal die Erklärung: There is no guitar on this recording. All guitar-sounding tracks are played on a piccolo bass. Brian’s piccolo bass on this recording is an arched top hollow body bass guitar that is tuned to the register of a guitar, one full octave an a fourth above standard bass tuning.

Im gleichen Jahr erschienen damals zwei weitere Platten, “Jaco” und “Wood”, und nun steht mit Thicker Than Water eine weitere Veröffentlichung ins Haus. Dreizehn Stücke – elf verschiedene Bässe und erneut der Einsatz von Piccolo-Bässen, und Bromberg weist wieder darauf hin, dass es keine Gitarren gibt, obwohl es sich so anhört, aber nur, weil die Bässe so gestimmt wurden wie eine Gitarre und darum auch so klingen. Das ist interessant, und wenn man dann die vermeintlichen Gitarren-Soli hört, dann bemerkt man, dass der Bassist ein sehr guter Gitarrist ist!

Geholfen hat dem Mann eine Riege bekannter Musiker, wie zum Beispiel der Trompeter Randy Brecker, die Saxophonisten Marion Meadows, Najee, Everette Harp, Brandon Fields und Gary Meek sowie der Keyboarder George Duke. Insofern sollte man davon ausgehen, dass nun mit einer satten Portion Fusion zu rechnen ist. Und genau startet die Platte dann auch, mit einem funkenden Groove, mit sattem Bläserarrangement und einem präsenten Bass als „Hinhörer“. Der Titeltrack ist der erste mit dem Einsatz eines Piccolo-Basses, doch so richtig zur Geltung und zum Höhepunkt kommt der Gitarren-ähnliche Sound dann auf "Trials and Tribulations", ein feines Solo über einem ganz entspannten Groove, ein sehr starker Song!

Andere bemerkenswerte Stücke sind zum Beispiel das Japan gewidmete “Land Of The Rising Sun“, mit einem Gastbeitrag von June Karamoto (von der japanischen Band Hiroshima) am Koto, und dazu gibt es noch ganz stilecht Bambus-Flöten. Bromberg bedient hier übrigens einen Steel String Acoustic Piccolo Bass. Die meditative Stimmung des Songs ist beeindruckend und sehr schön. Mehr kommerziell ausgerichtet hin zum Smooth Jazz fließt “Coupe De Ville“, auf “Uh-Huh" kann man George Duke noch auf einer seiner letzten Einspielungen vor seinem Tode hören, er bedient hier das elektrische Piano. Ganz zum Schluss bietet uns Bromberg eine Solovorstellung, ein reines Solo auf dem Upright Bass ist “A Familia“, etwas über zwei Minuten lang.

Mit Thicker Than Water ist dem Bassisten sicher keine Neuerfindung des Rades gelungen, noch versinkt er im Sumpf belangloser Fusion, die es sicher massenweise gibt. Denn seine Kompositionen, die dichten und hervorragenden Arrangements und die äußerst gefühlvolle musikalische Umsetzung voller Groove erheben die Musik in den Stand sehr niveauvoller und hochwertiger Unterhaltung.



Wolfgang Giese



Trackliste
1 Is That The Best You Can Do?
2 Minneapolis, 1987
3 Thicker Than Water
4 Coupe de Ville (Intro)
5 Coupe de Ville
6 Changes
7 Trials And Tribulations
8 It’s Called Life (Intro)
9 It’s Called Life (For Mom)
10 Uh-Huh
11 Your Eyes
12 Land Of The Rising Sun
13 A Familia
Besetzung

Brian Bromberg (upright, electric and piccolo bass)
Everette Harp, Najee, Doug Webb, Brandon Fields, Gary Meek, Mark Visher, Vince Trombetta, Marion Meadows (saxophones)
Lee Thornburg, Randy Brecker, Willy Murillo, Tony Guererro (trumpets)
Nick Lane, Jason Thor (trombones)
Tom Zink, Brian Simpson, George Duke (keyboards)
Gannin Arnold, Paul Jackson Jr. (guitars)
June Kuramoto (koto)
Franklin Richardson III (drums)
Lenny Castro, Alex Acuna (percussion)
Mark Hollingsworth: bamboo flutes;
Zack Bromberg (loops, keyboard programming)



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