Lieblingslieder 10: Lady Gaga - “The Edge of Glory“





Als wir sahen, welche Künstlerin sich Ingo für seine Kolumne in diesem Monat vorgenommen hatten, haben wir uns echt Sorgen um ihn gemacht. Aber er erstaunt uns wieder einmal mit einer sehr sensiblen Version dieses Lady Gaga-Stückes - und erklärt uns erst einmal, wie er auf diese Idee gekommen ist.

Meine Gitarrenschüler wollen immer wieder aktuelle Songs spielen. Lieder die sie von Radio oder Spotify kennen. Es ist nicht immer einfach, passende Lieder zu finden, denn es gibt leider viel Ausschuss in den genannten Medien zu hören. Die Musik der US-Künstlerin Lady Gaga bildet dabei eine rühmliche Ausnahme. Man hört ihren Liedern an, dass sie eine profunde musikalische Ausbildung genossen hat.

2011 erschien mit Born this Way das zweite Album von Lady Gaga. Eine der ausgekoppelten Singles des Albums war “The Edge of Glory“ und sie erreichte den 3. Platz der US-Charts. Gemeinsam mit Fernando Garibay und Paul Blair hat sie das Lied komponiert und den Text geschrieben. Viele Künstler lassen für sich schreiben, Lady Gaga schreibt selbst und das auf hohem Niveau, auch wenn ihr Outfit für viele Leute ein Dorn im Auge ist.

Bei “The Edge of Glory“ handelt es sich um einen Text, den die Künstlerin kurz nach dem Tod ihres Großvaters geschrieben hat. Sie erzählte einmal in einem Interview, dass er beschreibt, wie ihre Großmutter sich über den sterbenden Großvater beugt und beide erkennen, dass sie sich nach 60 Jahren Ehe zu den Gewinnern zählen dürfen und es nun o.k. ist, zu gehen und gehen zu lassen. Diesen Tiefgang würde man beim ersten Hören des Liedes im Disco-/Electropop-Sound wohl kaum annehmen. Unüblich ist für diesen Musikstil auch das Saxophon-Solo von Clarence Clemmons, welches man so eher aus dem Jazz kennt.





Ich spiele meine Version von “The Edge of Glory“ mit einem leichten Latin-Feeling und es funktioniert sehr gut nur mit einer Gitarre gespielt. Für mich ein wichtiges Kriterium eines guten Liedes, dass es in den verschiedensten Formaten funktioniert. Und das Original von Lady Gaga hebt sich deutlich von dem Einheitsbrei der Radiostationen ab. Daher eines meiner Lieblingslieder!


Ingo Andruschkewitsch



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