Musik an sich


Reviews
Zona Jones

Prove me right


Info
Musikrichtung: Country

VÖ: 07.07.2009

AGR Televison Records (Universal)

Gesamtspielzeit: 39:48

Internet:

http://www.zonajones.com
http://www.agr-music.com


Was die CD-Vorstellungen im Bereich Country und Country-Rock bei "Musik an sich" angeht, haben wir schon immer einen festen Blick auf die texanische Musikszene geworfen. Was man dort musikalisch geboten bekommt, ist mit der Szene in Nashville überhaupt nicht vergleichbar. Hier geht man einfach ungezwungener zu Werke, die Musik klingt um Längen selbstständiger und vor allem bodenständiger, während man in Nashville immer mehr im gleichförmigen Mainstream-Sumpf versinkt und irgendwie alles nach Schema F klingt.

Bei AGR-Television Records hat man sich aus der unerschöpflichen Quelle texanischer Künstler nun Zona Jones geangelt, der dort sein aktuelles Album Prove me right veröffentlicht.
Einigen dürfte der Name Zona Jones vielleicht schon bekannt sein, er brachte damals 2003 sein Debütalbum "Harleys & Horses" beim legendären texanischen Label D-Records heraus, wo Country-Ikone George Jones seine Karriere begann und aktuell Jamie Richards erfolgreich durchstartet.

Damit dürfte auch klar sein, in welche musikalische Richtung dieses Album geht. Zona Jones präsentiert uns traditionell verwurzelte, bodenständige Country-Musik, bei der das Wort Country auch wirklich noch groß geschrieben wird. Hier wird nicht etwa versucht, einen radiotauglichen Kompromiss zum seichten Country-Pop einzugehen, sondern man bekommt ungezwungenen, zeitgemäßen und erfrischenden Pure Country Sound geboten. Hierfür ist die sehr eingängige, ausdrucksstarke und sympathische Gesangsstimme von Zona Jones geradezu wie geschaffen.

Dass man modernen Sound sehr wohl auch mit traditionellem Country verknüpfen kann, ohne dabei in den gängigen Mainstream abzudriften, beweist der knackige, leicht angerockte Opener "Could not stop myself from loving you", der von satten Drums vorangetrieben wird und dabei von kraftvollem E-Gitarrensound unterstützt wird. Durch die dynamischen Fiddle- und Steele Guitar-Passagen, die nicht nur im Hintergrund versteckt werden, bekommt der Titel seinen erdigen Country-Charme.

Auch "You should've seen her this morning" geht in die Richtung des traditionellen New Country, modern arrangiert, durchaus radiotauglich, aber dabei immer mit festem Bezug zur Country Musik. Danach geht's dann mit der sehr gefühlvollen Ballade "Bluer than blue" etwas deutlicher in Richtung Pure Country. Feine Pianoklänge und einfühlsame Steel Guitar- und Fiddle-Untermalung prägen diesen sehr melodischen und eingängigen Song, der von Zona Jones herrlich gefühlsbetont dargeboten wird.
Nahtlos fügt sich da auch "When you love 'em like crazy" ein, der Song geht mit seiner weichen Melodie geschmeidig ins Ohr, begeistert wiederum mit herrlichem Arrangement und dürfte für Country-Puristen ein echter Leckerbissen sein.

"Never took my eyes off you" und "Day off" schalten dann wieder einen Gang höher, hier bekommt man dann zur Abwechslung wieder sehr flotten, in die Beine gehenden New Country geboten, der aber durch und durch mit traditionellen Country/Honky Tonk-Klängen durchzogen ist und dabei jede Menge Spielfreude und gute Laune ausstrahlt.

Man sieht also, dass dieses Album sehr abwechslungsreich gestaltet wurde und neben feinen Pure Country-Balladen auch einige knackige New Country und Honky Tonker zu bieten hat. Dass manche Titel dabei nicht mehr ganz taufrisch sind und man sie bereits von Aufnahmen anderer Künstler her kennt, stört einen dabei wenig, denn sie passen einfach hervorragend zum Stil von Zona Jones, der sie sehr überzeugend interpretiert.

Wie etwa den George Strait-Klassiker "Blame it on Mexico" , der mit seinen fröhlichen, von spanischen Gitarren durchzogenen Klängen jede Menge Borderline-Feeling verströmt und dabei für unbeschwert gute Laune sorgt, oder auch die sehr hörenswerte, besonders emotionale und butterweiche Pure Country Ballade "Go away", die auch Mark Chesnutt schon einmal aufgenommen hat.

Auch der Radney Foster-Titel "Prove me right" wurde wunderbar neu arrangiert und passt sich sehr schön ins Gesamtbild des Albums ein. Zum Abschluss wird's dann noch mal gefühlvoll mit der Ballade
"Two Hearts", diese sorgt für einen weichen und runden Abschluss eines durchweg sehr gelungenen Albums.

Fazit:

Zona Jones bleibt seinem Stil treu und präsentiert auch auf seinem neuen Album wieder traditionell verwurzelte Country Musik, die von der emotionalen Pure Country Ballade, über knackigen New Country bis hin zum schwungvollen Honky Tonk die ganze Bandbreite abdeckt. Dabei klingen die Songs durchweg sehr frisch, bodenständig und wunderbar locker-flockig. Man hat nicht versucht, die Songs künstlich aufzublasen und sie in die Mainstream-Schablone zu pressen, vielmehr kommt der ungezwungene, typisch texanische Stil immer wieder deutlich durch und sorgt für beste Unterhaltung.
Für alle, die noch auf musikalische Qualität Wert legen und denen das heutzutage leider meist üblich gewordene, ewig gleiche Country-Pop Chart-Gedudel auf die Nerven geht, ist das genau die richtige Scheibe um wieder Spaß an der Country Musik zu finden.

Gerald Halbig







Trackliste
1Could not stop myself from loving you3:23
2 You should've seen her this morning3:48
3 Bluer than blue3:04
4 When you love 'em like crazy3:24
5 Never took my eyes off you2:54
6 Day off2:25
7 She showed me3:52
8 Blame it on Mexico2:57
9 Go away3:20
10 Prove me right3:40
11 Drinkin'3:30
12 Two hearts3:31

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