Steen Rasmussen Quintet

Canta


Info
Musikrichtung: World Music/Jazz

VÖ: 06.07.2018

(Stunt Records)

Gesamtspielzeit: 65:51

Internet:

https://www.steenrasmussenpianist.com/
https://www.challengerecords.com/home
http://www.uk-promotion.de/home/


Nein, und wenn es auch so klingen mag, dieses ist keine Musik aus Brasilien. Denn sie wurde grundsätzlich in Kopenhagen eingespielt. Der dänische Pianist und Keyboarder Steen Rasmussen hat wohl offensichtlich ein Faible für die brasilianische Musik, denn sonst könnte man die sehr authentisch klingende Musik wohl kaum erklären. Nun, einige Musiker aus Brasilien haben letztlich mitgeholfen, so die Sängerin Joyce Moreno.

Letztlich hat der Musiker die Einflüsse offensichtlich aufgesaugt und verinnerlicht, stammt die Musik doch bis auf einen Song auch von ihm, nur bei den Texten wurde er bei den jeweiligen Songs unterstützt. Joyce Moreno jedoch bringt ihre Stimme beim ersten Song allerdings wortlos zu Gehör. Ihr Beitrag erinnert mich stark an die Stimmung, wie sie Flora Purim in den Siebzigern verbreitete, auch in Verbindung jener Aufnahmen, die sie zusammen mit Airto Moreira vorlegte. Denn auch das stark perkussive Element jener Musik steht bei Rasmussen im Vordergrund. So schwebt der Song derart leicht und luftig durch den Raum, dass man unweigerlich an Sommer, Sonne, Strand und Rio de Janeiro denken muss.

Sehnsüchtig und schwelgerisch treiben Violine, Bratsche und Cello auf “Un Altro Sogno“ daher, dazu singt Barbara Casini auf ihrer eigenen Komposition einfühlsam und ganz zart, aber ausdrucksstark. Dazu perlt das Piano von Rasmussen wunderschön und dieser warme Sound umschmeichelt die Seele mit Wohlgefühl. Jener Titel, der der Platte seinen Namen gab, ist wider Erwarten ohne Gesang, ganz instrumental, ein fröhliches Stück, viel Perkussion, stark vom Pianospiel beherrscht. Man muss nicht aus Brasilien kommen, um entsprechend zu klingen, auch die schwedische Sängerin Josefine Cronholm vermag diese Stimmung auf zwei Titeln zu vermitteln.

Ausbalanciert zwischen schnellem und ruhigem Tempo fließt die Musik äußerst lasziv über die Spielzeit. Ein besonderes Bonbon stellt für mich der Song Nummer Zehn dar, weil hier zum brasilianischen Flair noch sehr geschickt die Pedal Steel integriert wurde. Mit gut neun Minuten Spieldauer ist “Picture Of Ocean“ der längste Song, und dieses vom Ozean gemalte Bild ist gut dargestellt worden, jedoch meistens ist das Meer ruhig, die feinfühlig eingesetzten Perkussionsinstrumente und die Posaune lassen dann lediglich ein wenig Wind wehen für einige kleine beschauliche Wellen, für mich ist dieses das wirklich schönste Stück der Platte.



Wolfgang Giese



Trackliste
1 Nothing Like The Sun (5:04)
2 Un Altro Sogno (5:28)
3 Estrela Quente (5:47)
4 Canta (3:39)
5 Baiao Para Cafe Central (5:41)
6 Acelera (5:15)
7 Homenagem Á Vida (6:22)
8 Balançando (4:58)
9 Snowflakes In Calle Leon (3:52)
10 Distrito Chinês (5:43)
11 Picture Of Ocean (9:06)
12 I Surrender To You (4:57)
Besetzung

Steen Rasmussen (piano, keyboards, harmonica & vocals)
Lis Weissberg (trombone & vocals)
Jacob Andersen (percussion)
Fredrik Damsgard (bass)
Jonas Johansen (drums)
Joyce Moreno (vocal - #1, 6, guitar - #1)
Barbara Casini (vocal - #2, 7, guitar - #2)
Leo Minax (vocal and guitar - #3, 6)
Josefine Cronholm (vocal - #5, 11)
Mark Linn (vocal - #10)
Marie Carmen Koppel (vocal - #12)
Caroline Franceska (vocal - #8, background vocals - #7)
Yasser Pino (bass – #1, 8)
Hans Ulrik (tenor saxophone - #7)
Per Gade (acoustic guitars - #7)
Jonas Krag (pedal steel & various guitars - #10)
Bjarke Falgren (violin, viola & cello - #2)
Afonso Correa (berimbeau - #7)



 << 
Zurück zur Review-Übersicht
 >>