Tangent Plane

Among grey Masks

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In der letzten Ausgabe haben wir The Judas Cell, das aktuelle Album von Tangent Plane, vorgestellt. Freundlicherweise hatte die Band dem Promoexemplar ein älteres Album beigelegt, das hier nun besprochen wird. Es handelt sich um das Debüt-Album von 2008.
Davor gab es 1996 bereits eine selbstbetitelte EP und zwischen den beiden nun bei uns besprochenen Alben 2011 das Album Project Elemi. Eine Live-EP von 2002, die bei mir im Regal steht, ist wohl nie offiziell erschienen.
Personell ist Keyboarder Ralph Swan Krieger, der auch für sämtliche Texte und Kompositionen verantwortlich zeichnet, die einzige Konstante zwischen Among grey Masks und The Judas Cell. Einen deutlichen stilistischen Bruch bedeutet das nicht. Auch 2008 lieferten Tangent Plane lebendigen Prog-Metal. Was im Vergleich zu The Judas Cell fehlt, ist die Stimme von Christina Fronista, die Jan, der z.B. bei „Face of Tomorrow“ auch mit Keif- und Growl-Vocals arbeitet, deutlich in den Schatten stellt.
Nach einem dramatischen Intro erinnern die Riffs von „Wild Camber“ klar an Savatage. Markus Forstbauer glänzt mit einem starken Solo. In der Mitte gibt es Filler. Das eher ruhige „Planescape“ kann trotz des schönen elegischen Gitarren-Solos nicht wirklich überzeugen. Ähnliches gilt für „Eyes will fall“, dessen Substanz einem derartigen Longtrack nur bedingt gerecht wird. Aber ein tolles Prog-Metal-Finale versöhnt schnell.
„Fall to Spirits“ ist das wohl abwechslungsreichste Stück des Albums. Melodische Parts, schöne Gitarrenläufe und dramatische Metal-Phasen lösen sich ab. Die ruhigsten Stellen erinnern gar an frühe Genesis. Bei „From Father to Son“ kann Jan mit sehr kräftigem Gesang überzeugen. Es wäre spannend ihn im Wechsel mit Christina zu erleben.
Hätte ich Among grey Masks besprochen ohne The Judas Cell zu kennen, würde ich von einer starken Prog-Band sprechen, die reichlich Potenzial hat. Aber das ist in dieser Situation müßig, da Tangent Plane das ja mittlerweile bewiesen haben. (Ob ihnen das bereits mit `Project Elemi´gelungen war, muss ich offen lassen, da ich das Album nicht kenne.)
Ich würde sagen, hier hat sich eine weitere deutsche Prog-Metal Band etabliert, von der man hoffentlich noch mehr hören wird.


Norbert von Fransecky


Trackliste |
1 | Incoming | 2:27 |
2 | Wild Camber | 5:53 |
3 | Face of Tomorrow | 6:16 |
4 | Planescape | 4:22 |
5 | Eyes will fall | 13:17 |
6 | Liquid Day | 3:54 |
7 | Fall to Spirits | 5:58 |
8 | From Father to Son | 5:06 |
9 | Beyond the Bones | 7:43 |
10 | War heal Wounds | 6:37 |
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Besetzung |
 Ralph Swan Krieger (Keys, Back Voc)
Bodo Hildebrand (B, Back Voc)
Jan (Voc)
Konrad Wolff (Dr)
Markus Forstbauer (Git)
Gäste:
Desiree Kramer (Voc <5>)
Heinz Großheim (12-saitige Ac-Git <10>, Back Voc <7>)
Rudi Schindler (Back Voc <7>)

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