Klaus Schulze

Silhouettes


Info
Musikrichtung: Elektronik

VÖ: 25.05.2018

(Oblivion / SPV)

Gesamtspielzeit: 74:43

Internet:

http://www.klaus-schulze.com
http://www.uk-promotion.de


Elektronik-Pionier Klaus Schulze ist mittlerweile schon 70 Jahre alt. Leider kann er aus gesundheitlichen Gründen keine Konzerte mehr spielen, doch im Studio scheint seine Kreativität weiterhin ungebrochen zu sein. Silhouettes nennt sich das neue Album und enthält vier längere Tracks die viel Zeit haben, sich nach und nach zu entwickeln.

Insgesamt besitzt Silhouettes eine recht ruhige, meditative Stimmung. Daher gibt es nicht die ganz großen Höhepunkte, die man aus dem Schaffen Klaus Schulzes kennt. Hört man allerdings genauer hin erkennt man, dass sie nur etwas verhaltener ausgefallen sind und damit vielleicht sogar um so mehr Wirkung entfalten können. Wenn sich zum Beispiel bei "Der lange Blick zurück" nach gut 19 Minuten die Stimmung plötzlich verändert, die Sequenzer ruhen und warme Harmonien das Geschehen übernehmen, bis die Musik nach und nach verschwindet, dann ist das einfach perfekt komponiert und gespielt. Homogen und stimmig. Und auch wenn "Der lange Blick zurück" mit über 22 Minuten der längste Titel auf Silhouettes ist, wird er doch zu keiner Sekunde langweilig.

Kaum weniger lang ist "Quae simplex". Hier schleicht sich nach einigen Minuten ein feiner Schlagzeuggroove ein. Er treibt die Musik nach vorne. Kurzeitig setzt er wieder aus und schafft so Raum für harmonische gut abgestimmte Dur-/Moll-Verschiebungen und übernimmt anschließend wieder das Geschehen. Einfach typisch für Klaus Schulze und wie immer auf sehr hohem Niveau.

Auch die beiden 'kurzen' Titel "Silhouettes" (15:41) und "Châteaux faits de vent" (15:08) können mehr als überzeugen. Der titelgebende Opener und "Silhouettes" beginnt sehr verhalten mit typischen Klaus Schulze-Sounds, die viele zu kopieren versuchen und es doch nie schaffen. Majestätische Klanggebirge bauen sich nach und nach auf. Nach gut neuen Minuten könnte man meinen, dass das Stück zuende geht. Die meisten Musiker wären hier wohl am Ende. Nicht so Klaus Schulze. Denn jetzt beginnen die Sequenzer damit, dem Titel einen neuen Charakter zu verleihen. Ein leichter Groove entsteht auf dem sich die elegischen Melodiebögen noch weiter entwickeln können. Dunkel, fast schon düster beginnt die Musik des letzten Stückes "Châteaux faits de vent". Die einsetztenden Sequenterpassagen untermauern diese Stimmung und lassen einen sanft fließenden Charakter entstehen, der die 'Windschlösser' einhüllt. Ein gelungener Schlusspunkt für das Album.

Silhouettes ist sicherlich nicht der Höhepunkt im Schaffen von Klaus Schulze. Andere Künstler wären jedoch sicherlich froh, auch nach so vielen Dekaden im Musikgeschäft immer noch auf diesem Niveau musizieren zu können. Ein Muss für jeden Fan von Klaus Schulze und elektronischer Musik. Empfehlung!



Ingo Andruschkewitsch



Trackliste
1Silhouettes15:41
2 Der lange Blick zurück22:07
3 Quae simplex21:47
4 Châteaux faits de vent15:08

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