Otis Redding

Dock Of The Bay Sessions


Info
Musikrichtung: Soul

VÖ: 18.05.2018

(Volt)

Gesamtspielzeit: 31:54

Internet:

https://otisredding.com/
http://networking-media.de/


Dieses ist eine fiktive Schallplatte, es gab sie nie und hätte sie vielleicht auch nie gegeben, denn der vom 9.September 1941 bis zum 10.Dezember 1967 unter uns weilende Soulkünstler Otis Redding hätte die Veröffentlichung leider nicht mehr erlebt. Auf dieser CD, den Dock Of The Bay Sessions, sind jene Aufnahmen zusammengestellt, die im November und Dezember 1967 in Memphis entstanden. Im Jahre 1968 erschien zwar bereits posthum ein Album unter dem Namen “Dock Of The Bay“, doch war das letztlich eine ganz andere Zusammenstellung, die man wohl schnell zusammengewürfelt hatte angesichts des Riesenerfolgs der im Januar 1968 posthum erschienen Single, die den ersten Nummer-Eins-Hit für Redding brachte.

Der wohl einflussreichste Soulsänger mit Inspiration aus Rhythm & Blues und Gospel war viel zu früh verstorben, und mit den Dock Of The Bay Sessions wurden diese zwölf Songs unter Mitwirkung von Roger Armstrong von Ace Records und dem Biografen Jonathan Gould unter Zustimmung der Familie Redding in dieser Form zusammengestellt, so dass sie widerspiegeln sollen, wie das Album möglicherweise geklungen hätte. Dabei stehen keine Überraschungen ins Haus, denn alle Songs waren bisher bereits erhältlich auf einer Vielzahl verschiedener Veröffentlichungen.

Nach seinem grandiosen Auftritt auf dem 1967er Monterey Pop Festival kehrte er ins Studio in Memphis zurück, mit der Absicht, seine stilistische Bandbreite auszudehnen. Leider verhinderte dieses der Flugzeugabsturz am 10.Dezember 1967. Und so können wir uns an dieser hochklassigen Musik erfreuen, wiederum eingespielt mit den besten Musikern aus Memphis, wobei natürlich ganz wesentlicher Bestandteil der Gitarrist Steve Cropper war, der Redding auch kompositorisch unterstützte, wie zum Beispiel auch bei “(Sittin’ On) The Dock Of The Bay“.

Die Songs bieten für Jede/n nahezu etwas, zum Beispiel ragen das extrem tanzbare “Love Man“ und die herzzerreißende Ballade “I’ve Got Dreams To Remember“ besonders hervor. Der erst sechsundzwanzigjährige Otis singt mit einer Reife wie ein wesentlich älterer und sangeserfahrener Künstler, der letztgenannte Song mag wohl zu einem seiner stärksten zählen. Hierbei fällt mir auf, dass die Background-Sängerinnen leider nicht im Line-up aufgeführt sind.

Neben dem hervorragenden Cropper sind es vor allem der präzise agierende Drummer Jackson und die satten Bläserarrangements, die auf den Punkt genau sitzen, die vorführen, wie die Band aufeinander eingestimmt ist und zusammen dieses umwerfende Gesamtbild geschaffen haben, das wird auf dem letzten Song, “Amen“, eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Alle Songs, bis auf die #2 und 8, werden übrigens in Mono präsentiert.



Wolfgang Giese



Trackliste
1 (Sittin’ On) The Dock Of The Bay (2:38)
2 Think About It (2:59)
3 Hard To Handle (2:18)
4 The Happy Song (Dum-Dum) (2:40)
5 Love Man (2:16)
6 Direct Me (2:17)
7 I’ve Got Dreams To Remember (3:10)
8 Champagne And Wine (3:02)
9 Pounds And Hundreds (LBS + 100S) (2:19)
10 I’m A Changed Man (2:15)
11 Gone Again (2:22)
12 Amen (3:00)
Besetzung

Otis Redding (vocals, whistling)
Steve Cropper (guitar, bass - #9)
Booker T. Jones (piano, organ)
Isaac Hayes (piano, organ)
Donald “Duck” Dunn (bass)
Al Jackson, Jr. (drums)
Wayne Jackson (trumpet)
Ben Cauley (trumpet)
Andrew Love, Joe Arnold, Tommie Lee Williams (tenor, baritone saxes)
Plus female background vocals (not listed)



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