Musik an sich


Reviews
Metro Society

A journey in Paris


Info
Musikrichtung: Prog Metal

VÖ: 2007

(Just For Kicks)

Gesamtspielzeit: 72:46

Internet:

http://www.metrosociety.com



Unter den Straßen von Paris lebt ein seltsam geheimnisvolles Volk …

Und Metro Society, respektive der Protagonist namens Michael, nehmen uns auf eine 73-minütige (teils ziemlich anstrengende) Reise in diese Welt im Untergrund. Metro Society sind das Hirngespinst von Multiinstrumentalist Chris Mangold, der sich hier u.a. mit dem Sänger Corey Brown (sonst bei Balance of Power und Magnitude 9 in Lohn und Brot stehend) verstärkt hat um diese Geschichte fast schon epischen Ausmaßes zum Leben zu erwecken. Das erste was an A journey in Paris auffällt sind die sehr umfangreichen Texte, die sich komplett im Booklet wiederfinden. Dazu gibt es auf zwei komplett gefüllten A4-Seiten und in kleinen Buchstaben geschriebene Erläuterungen zu den Geschehnissen rund um den enttäuschten Michael (diese sind auch auf der Bandhomepage einsehbar), damit der Rezensent sich im Wortdschungel ähnlich wie in der Pariser Metro nicht verirrt.

Dass ist auch gut so, denn die etwas kitschige Geschichte ist interessant, aber ihr ist nicht immer leicht zu folgen. Dasselbe gilt für die Musik von Metro Society. Um das Gebotene grob einzuordnen, wird hier eine Mischung aus Symphonic Prog und vertracktem 80er-Jahre Metal serviert. An sich eine nicht uninteressante Mischung, für die man sich erwärmen könnte. Wäre nur das Songwriting nicht etwas ins Hintertreffen geraten. Hier werden zahlreiche Gitarrenriffs und Instrumentalparts aneinander gereiht, ohne dass dadurch eine richtige Atmosphäre entsteht. Die mitwirkenden Musiker, die immer wieder ihr handwerkliches Können beweisen, toben sich stellenweise so richtig aus. Dadurch klingen die Songs relativ gleichförmig und ziemlich langatmig. Zwar hat man mit Corey Brown einen guten Sänger verpflichtet, aber auch er schafft es mit seinen Gesangslinien nicht, die Stücke wirklich einprägsam werden zu lassen.

Dabei sind einige wirklich positive Ansätze vorhanden. Zum Beispiel das hitzige „Voices inside of me“. Oder die in „His will roll“ eingesetzten Synthesizer, die einige nette Farbtupfer mit einbringen. Und gerade das längste Stück, das 18-minütige „Lost in Paris“ verbreitet mit seinen verschiedenen Tempi am meisten Kurzweil. Der Rest ist nicht wirklich beeindruckend, aber auch nicht wirklich schlecht. Ein echtes Dilemma, das dazu führt, dass man sich A journey in Paris gut nebenbei anhören kann, das Album aber beim bewussten Zuhören auf ganzer Distanz ein wenig einschläfernd wirkt.

Im Endeffekt ist A journey in Paris etwas für Leute geworden, welche ihre Freude in verschachtelten Alben finden, die nicht vordergründig die Gefühlsebene ansprechen. Für alle Anderen ist die CD ein eher durchschnittliches und biederes Vergnügen geworden, dem echtes Feuer und Leidenschaft fehlt. Potenzial ist ohne weiteres erkennbar, aber es fehlt am letzten entscheidenden Schliff. Typischer Fall von Überambitioniertheit. Dafür ist die Aufmachung dieser Eigenproduktion sehr schön geworden.

Wer Metro Society doch eine Chance geben will, der wird beim Onlinehändler Just For Kicks fündig werden.



Mario Karl



Trackliste
11. King of his own world(9:26)
22. Voices inside of me(6:05)
33. Welcome hope(7:42)
44. Hills will roll(9:57)
55. Within a moment(6:08)
66. Torment(3:40)
77. Metro(5:31)
88. Purgatory(5:46)
99. Lost in Paris(18:31)
Besetzung

Chris Mangold (g, key)
Ian Ringler (b, key)
Doug Brown, Bill Mangold (dr)
Corey Brown (v)


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