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Mamou SidibÉ -  Nakan
(Cobalt)



Weltmusik - Mali

"Nach Issa Bagayogo folgt nun der zweite 'Techno' - Streich aus Mali:
Mamou Sidibé. Wieder hat der französische Tontechniker Yves Wernert in
Zusammenarbeit mit dem Studiogitarristen Moussa Koné dezente
programmierte Beats unter rootsig treibende Wassoulou-Rhythmen
gemischt." So beschreibt der Kenner der malinesischen Musikszene Jay
Rutledge in der Frühjahrsausgabe 2001 von Blue Rhythm das aktuelle
Album "Nakan" der Sängerin Mamou Sidibé.

Und damit liegt er völlig richtig. Mamou stammt aus einem sehr
musikalischen Elternhaus. Ihr Vater war ein professioneller
Balaphone-Spieler und ihre Mutter eine wohlbekannte Sängerin in Mali.
Als Jugendliche sang sie bereits auf den Feldern ihrer Heimat, um die
Arbeiter anzufeuern. Aber schon damals war ihr klar, dass sie als
professionelle Sängerin arbeiten wollte. So verließ sie ihr Dorf in
Richtung Bamako, wo sie Anfang der 80er Jahre ein Engagement als
Background-Sängerin in Oumou Sangare's Band fand und somit direkt bei
den Aufnahmen zu Oumou's erstem Erfolgsalbum mitwirkte. "Natürlich
habe ich viel von Oumou Sangare gelernt", erinnert sich Mamou Sidibé,
aber schließlich wollte ich mein eigenes Ding machen und verließ die
Band." Es dauerte jedoch fast 10 Jahre, bis Mamou schließlich einen
Vertrag mit Mali K7 unterschreiben konnte, um ihr eigenes Talent zu
beweisen. Sogleich begann sie die Probearbeit mit Moussa Koné. "Als
wir Anfang 1998 die Zusammenarbeit mit ihr aufnahmen, brachte sie zwar
eine wunderbare Stimme mit, aber ihr Timing war nicht das beste,"
erinnert sich Yves Wernert. "Manchmal dachten wir, sie würde aufgeben
und das Handtuch werfen, aber sie blieb immer freundlich und bewies
große Ausdauer bei der Produktion ihres Debütalbums "Nakan". In Mali
brach das Album alle Verkaufsrekorde und machte sie zu einer der
Neuentdeckungen des Jahres 1999. Traumhaft guter "Techno".
Gottfried Brückner

18 von 20 Punkten